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Kürzliche Beiträge
18. Dezember 2015, 11.55 Uhr:

Holocaust Cartoons

von Thomas von der Osten-Sacken

Und wie jeder Jahr:

Organizers of the 11th Tehran International Cartoon Biennial has allocated a cash prize of $50,000 for the best cartoon on the Holocaust, the organizers announced on Wednesday.

17. Dezember 2015, 19.21 Uhr:

Visumspflicht für Syrer

von Thomas von der Osten-Sacken

Die EU zahlt und Erdogan liefert. Erst Haftzentren für syrische Flüchtlinge, jetzt Visumspflicht. Wo Syrer so ein türkisches Visum herbekommen sollen, wenn sie aus Gebieten kommen, in denen Rebellen oder gar der IS die Kontrolle ausüben, nun das ist dann eben ihr Problem.

Warum wollen sie auch fliehen? Sie können sich doch einfach umbringen lassen. Ein paar mehr tausend tote Syrer fallen auch nicht mehr weiter auf.Hauptsache sie kommen nicht nach Europa und machen Probleme.

Außerdem können sie doch einfach, der Westen führt es vor, Assad als Garanten für Stabilität umarmen, statt gegen ihn zu kämpfen, und schon bräuchte der keine barrel bombs mehr abzuwerfen, die Russen müssten keine Krankenhäuser und Bäckereien mehr zerstören und alles wäre gut.

16. Dezember 2015, 23.51 Uhr:

Fragen an Syrer – und an Deutsche und Europäer

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Andreas Benl

Jeffrey Herf und Alain Finkielkraut fragen nach der antisemitischen Sozialisation syrischer Flüchtlinge. Nach den Erfahrungen von 2014 verständlich, und womöglich wird der nächste Gazakrieg der wirkliche Testfall “deutscher Willkommenskultur” sein.

Nur sind die zukünftigen politischen Reaktionen der Syrer keineswegs ein Naturphänomen, sondern zweite Natur - sie verweisen die Frage zurück an die Mehrheitsgesellschaft: Soll die Tatsache betont werden, dass die Syrer vor der antisemitischen “Achse des Widerstands” geflohen sind, dass ihr Leid vor allem aus dem unbedingten Willen des iranischen Regimes resultiert, in Syrien seine Nachschubbasis gegen Israel aufrecht zu halten? Oder wird dieses Faktum eher als eine peinliche Tatsache gesehen, die eine Integration in gepflegte europäische Israelkritik gefährdet?

Es sind jedenfalls keine syrischen Flüchtlinge, die als Sahnehäubchen kommender Sanktionsaufhebungen für die Mullahs eine Kennzeichnungspflicht gegen israelische Waren erlassen und eine “Münchener Sicherheitskonferenz” mit “alten Freunden” aus dem Iran veranstaltet haben. Es sind auch keine syrischen Flüchtlinge, die Israel vorwerfen, 2010 einen Deal mit Assad ausgeschlagen zu haben, schließlich schlagen diese Flüchtlinge seit fast fünf Jahren die großartigen Pläne aus, die der “gute Diktator” mit ihnen vorhat.

Von Statements syrischer Flüchtlinge und Oppositioneller zu Israel hört man selten, weil vermeintlich politische Umfragen sich hierzulande gerne auf Ess- und Trinkgewohnheiten und maximal den Anblick einer Kippa beschränken – Stellungnahmen gegen den europäischen Antiimperialismus und die Elitepartner Deutschlands, Europas und der aktuellen US-Regierung in Teheran und Moskau gibt es dagegen sehr wohl.

16. Dezember 2015, 01.16 Uhr:

Die Folgen der russischen Luftangriffe

von Thomas von der Osten-Sacken

Die UN über die Folgen der russischen Luftangriffe in Syrien:

A UN official in southern Turkey said Russia’s intervention and the regime ground offensives that Moscow supported have displaced about 260,000 people. Because Turkey has limited entry amid pressure to restrict the flow of refugees to Europe, many of those fleeing have had to set up makeshift shelters inside Syria.

UN and aid officials said that the Russian attacks are frequent and systematic enough to suggest that infrastructure is being deliberately targets. Among the facilities struck are a grain silo that supplied wheat to Idlib Province, 10 bakeries that collectively catered to at least 200,000 people, several mills and warehouses that stored flour, and a water treatment plant serving 1.4 million people, according to a UN report. In an area of Aleppo province controlled by the Islamic State, a water treatment plant was bombed, and 1.4 million people are without water.

Quelle: http://eaworldview.com/2015/12/syria-feature-russias-aerial-victory-80-aid-cut-260000-displaced-infrastructure-damaged/

12. Dezember 2015, 23.54 Uhr:

Quotenfrei in Riad

von Thomas von der Osten-Sacken

Gruppenbild mit syrischer Opposition bei ihrem Treffen in Riad. Dass es sich um einen (fast) reinen Männerverein handelt, dürfte zumindest den Gastgebern gefallen haben.

Aaron Lund fasst für Carnegie zusammen, welche Treffen der Opposition es wo in den letzten Tagen gegeben hat, wer den Raum verließ und was diese Treffen für die Zukunft Syrien bedeuten.

8. Dezember 2015, 16.27 Uhr:

Sistani versus Iran

von Thomas von der Osten-Sacken

Ayatollah al Sistani, der oberste schiitische Kleriker im Irak, haelt wenig von iranischer Aussen- und Expansionspolitik, wehrt sich gegen die iranische Einmischung im Irak und lehnt auch das theokratische Modell Khomeneis ab. Noch lebt er. Die Frage ist: Wie lange noch. Sistani ist alt und hat viele Feinde. Und moechte gerne ganz andere Toene aus Najaf hoeren:

Aside from the battle against IS, Mr Sistani has shied away from joining Iran’s other regional adventures, says an aide. The ayatollah has declined the demands of Hizbullah, the Iranian-backed Shia militia that is Lebanon’s most powerful force, for a religious decree endorsing their multiple struggles. He opposes Shia intervention on behalf of the Houthi militia that took up arms against Yemen’s government. And he has doggedly refused to endorse the idea that his supporters should fight Sunni rebels in Syria as well as in Iraq, joining Iran and its friends in buttressing the regime of Bashar al-Assad. Shias who die fighting in Syria “are not martyrs”, a cleric says he heard him saying.

For now, most Iraqis continue to offer Mr Sistani their allegiance. “The marja still holds the keys of Najaf,” says the cleric, using the honorific (which means “source of emulation”) many Shia use for their religious authority. But since he has no apparent successor, real questions surround the future of Najaf’s seminaries when Mr Sistani dies. Two of the strongest contenders both live in Iran, including Mr Maliki’s preference, Mahmoud Hashemi Shahroudi. Though born in Najaf, he is a senior figure in Iran’s theocracy and a staunch supporter of Mr Khamenei. He headed Iran’s judiciary for a decade, and serves on Iran’s powerful Council of Guardians, which vets new laws and parliamentary candidates.(…)

Just across the way from Mr Sistani’s rented lodgings, more champions of Iran’s theocracy are preparing to open a museum in the richly restored garret where Ayatollah Ruhollah Khomeini, the father of the Islamic Revolution, lived and lectured for 15 years. “If Sistani dies, we’ll be… subsumed under the leadership of the faqih,” says Saad Salloum, an academic and keen observer of Iraq’s religious affairs.

8. Dezember 2015, 08.27 Uhr:

Ancien Régime in Kairo?

von Thomas von der Osten-Sacken

Der Schriftsteller Alaa al-Aswani erklaert, was sich in Aegypten geaendert und und was nicht:

Seit dem Sturz des Muslimbruders Mohammed Mursi ist wieder das Militär an der Macht, die Bürgerrechte sind nach wie vor sehr eingeschränkt. Wie fällt Ihre Bilanz vier Jahre nach der Revolution aus, was hat sich wirklich verändert?

Vieles. Die Macht versucht, die alten Formeln zu wiederholen, aber es funktioniert nicht mehr, die Menschen sind andere geworden. Die wahre Revolution verläuft ja langsam und ist nicht eine politische, sondern eine menschliche Veränderung – die politische Ergebnisse bringt. Und das ist in Ägypten passiert. Wer früher Angst hatte, mit einem Offizier zu reden, selbst wenn er nichts getan hatte, fürchtet sich nicht mehr. Im Lauf der Revolution haben sich selbst die, die auf die Revolutionäre geschossen haben, ihnen angenähert. In allen Bereichen, sogar innerhalb einer einzigen Familie, findet man jetzt zwei Standpunkte, einen alten und einen revolutionären. Und wir haben viele neue Gesetze, gerade die Frauen betreffend. Es gibt keinen Schritt mehr zurück.

Vorkämpfer einer nationalen und einer religiösen Diktatur kämpfen seit Jahrzehnten gegeneinander um die Macht in Ägypten. Haben diese Gegner nicht mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede?

Und wie! Sie ähneln einander, in der Art, die Frauen zu sehen, die Kopten, die Demokratie . . . Diese zwei Diktaturen brauchten einander, so konnte der eine sagen: Ich kann euch die Demokratie nicht geben, weil es die anderen gibt, die so gefährlich sind. Unter dem Tisch aber geben sie sich die Hand! Das ist widerlich. Bei den Muslimbrüdern hat sich seit 1928 ein immer gleiches Muster wiederholt: Zuerst sind sie für Demokratie eingetreten. Dann haben sie sich vom Regime vereinnahmen lassen, gegen die Demokratie. Schließlich hat die Diktatur sie nicht mehr gebraucht und ins Gefängnis gesperrt. Und zuletzt hat man sie befreit, und alles ist wieder von vorne losgegangen. Das war von der Zeit des König Faruq I., in der mein Roman spielt, bis zu Mubarak so. Und warum? Weil es nicht wirklich Gegensätze zwischen ihnen gibt. Der Konflikt kommt nur daher, dass es zwei Personen gibt – und nur einen Sessel.

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