Schlüppis
Kürzliche Beiträge
30. Dezember 2013, 17.51 Uhr:

Hizbollah und Assad in Schwierigkeiten

von Thomas von der Osten-Sacken

Das Assad Regime und die es unterstützenden Truppen der Hizbollah, des Iran und schiitischer Freiwilligenmilzen befänden sich in einer Offensive, heißt es seit geraumer Zeit in unzähligen Berichten, das Blatt auf dem syrischen Kriegsschauplatz habe sich in der zweiten Hälfte dieses Jahrens zu ihren Gunsten gewendet, auch und vor allem, weil seit August, als die USA dem Chemiewaffendeal zustimmte, klar ist, dass es zu keiner westlichen Militärintervention kommen würde.

Vor diesem Hintergrund kritisiert etwa Martin Durm für die Tagesschau treffend die verheerende Politik des Westens.

Nur befindet sich das Regime wirklich so in der Offensive?

Elias Fraenkel stellt diesen Narrativ in Frage. Die syrische Armee sei kaum noch in der Lage weiter zu kämpfen, Materialermüdung, schlechte Moral der Truppe und hohe Verluste hätten in den letzten Jahren einen hohen Tribut gefordert.

Immer stärker sei das Regime nun von der Hizbollah und dem Iran abhängig:

The Iranians and Hezbollah did not take half-measures, committing a significant portion of the Lebanese organization’s troop strength to the war. What they expected was quick and overwhelming victory. What they got was a Vietnam-like quagmire, sapping Hezbollah of thousands of its fighters and top echelon commanders.

Auch der Blutzoll, den die Hizbollah zu zahlen habe, steghe weiter, die Aussichten auf einen Sieg dagegen seien alles andere als rosig:

Recent compilation of slain Hezbollah fighters are in the hundreds, and a full casualty count is likely to be much higher.

Weiterlesen.

29. Dezember 2013, 14.27 Uhr:

Koordinationszentrale zur Unterstützung der FSA

von Thomas von der Osten-Sacken

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Free Syrian Army von einem multinational besetzten Koordinationszentrum in Amman unterstützt wird. The National, eine englischsprachige Zeitung aus den Arabischen Emiraten, berichtet nun ausführlich über diese Zusammenarbeit, auch wenn die jordanische Regierung dementiert, dass es eine solche Einrichtung geben würde:

A secret operations command centre in Jordan, staffed by western and Arab military officials, has given vital support to rebels fighting on Syria’s southern front, providing them with weapons and tactical advice on attacking regime targets.

Rebel fighters and opposition members say the command centre, based in an intelligence headquarters building in Amman, channels vehicles, sniper rifles, mortars, heavy machine guns, small arms and ammunition to Free Syrian Army units – although it has stopped short of giving them much coveted anti-aircraft and anti-tank missile.

Islamist factions outside of the FSA, including groups aligned to Al Qaeda, are not involved with the operations room and do not directly receive weapons or military advice.

Die Unterstützung werde begrüßt, meint ein Offizier der FSA, reiche aber nicht aus, um dem Assad Regime nachhaltig zu schaden:

“The command centre has been good for us, it has helped a lot, but we’d like more commitment from them. They don’t really share intelligence information with us, they don’t give us enough weapons to do the job,” said an FSA commander.

“We all think they want to keep Assad stronger than us, they want to keep a balance – we get enough to keep going but not to win,” he said.

28. Dezember 2013, 22.25 Uhr:

Salafisten für Verfassung

von Thomas von der Osten-Sacken

Mann kann es durchaus als Ironie der Geschichte betrachten, dass die salafistische Nour Partei, vergangenes Jahr noch enger Partner der Muslimbrüdern, mit denen man jene Verfassung durchgeboxt hatte, die nach dem Sturz Mohammad Mursis überarbeitet und weitgehend entislamisiert wurde, nun eine Kampagne genau für diese veränderte Verfassung startet, während die Muslimbrüder das kommende Referendum boykottieren wollen.

Möglich ist die erstaunliche Kehrtwende vor allem Dank des Druckes aus Saudi Arabien, von dessen Unterstützung die Salafisten so abhängig sind wie die ganze ägyptische post-Mursi Regierung. Und die Saudis fürchten im Moment den Iran und die Muslimbrüder so sehr, dass sie glatt eine ägyptische Verfassung zu unterstützen bereit sind, die ihren eigenen klerikalautokratischen Vorstellungen mehr oder minder diametral widerspricht.

The Salafist Nour Party has been using its members to campaign for a yes vote in the upcoming constitutional referendum, according to a senior member.

Mohamed Ibrahim Mansour, Nour’s representative on the committee that drafted the new constitution, told Al-Ahram’s Arabic website that the group’s members underwent training sessions to equip them to answer questions on the constitution.

27. Dezember 2013, 13.49 Uhr:

Merry .... from Kafranbel

von Thomas von der Osten-Sacken

 

 

Michael Young schreibt passend dazu in einem  Beitrag über das dritte Jahr des Bürgerkrieges in Syrien:

To borrow a cliché, in 2013 the violence and suffering in Syria came to embody the banality of evil. The tragedy has grown to such proportions that it has become repetitious – without variation, respite, or hope.

In much the same way, the mass of humanity that has fled Syria has also become banal. So omnipresent are the beggars and peddlers in neighboring countries, that one looks not at their misery but at the inconveniences they have created. In Dante’s Divine Comedy, the center of hell is distinguished not by fire but ice. So, too, the inferno faced by Syrians – one of absolute, frigid, unalterable immobility. (…)

Whatever happens, Syria has become a blemish on the region and the world, a moveable atrocity that daily demolishes the moralistic pretensions of an international order supposedly built on a foundation of norms and values. Like the Spanish civil war, the war in Syria has come to define the worst of an age, and perhaps foreshadow new nightmares ahead. This was what Obama once called “someone else’s civil war.” Even in their terrible trial, the Syrians must suffer fools.

26. Dezember 2013, 12.26 Uhr:

Kein Blut für Öl?

von Thomas von der Osten-Sacken

Befänden wir uns im Jahre 2005, Syrien wäre der Irak und Russland die USA, man könnte sich ausmalen, welcher Aufschrei nach einer solchen Meldung durch die hiesige Friedensbewegung gegangen wäre und wie viele Texte über den Öldurst der imperialen Macht in die Tasten gehauen worden wären.

So aber dürfte das Abkommen als Hilfe unter Freunden im gemeinsamen Kampf für den Erhalt der “Achse des Widerstandes” durchgehen und die “Kein Blut für Öl"- Fraktion schweigt  lieber, so wie sie auch verbissen über über Sprengbomben, die auf Wohngebiete abgeworfen werden, die gezielte Aushungerung von Palästinensern oder andere Kriegsverbrechen verbissen schweigt, die in Syrien täglich von dem Regime mit Hilfe seiner Unterstützer aus dem Iran und Russland  begangen werden.

Damascus has signed a major oil and gas deal with Russian company Soyuzneftegaz which allows for offshore drilling, development, and production to take place in Syria’s territorial waters for the very first time.

The deal permits the exploration of 2,190 square kilometers in the Mediterranean. The costs, which are estimated at around US$90 million, will be covered solely by Soyuzneftegaz.

The contract covers oil exploration in Block no. 2 of Syria’s territorial waters, which stretches between the cities of Tartous and Banyas.
Quelle

Derweil gratulieren die iranischen Revolutionsgardisten der syrischen Luftwaffe ganz offen zu ihren Terrorangriffen auf Zivilisten:

IRGC tweets: “The easiest way to send infidels to hell is through “barrel of death”. IRGC hails Syria’s government forces use of  aerial “barrel bombs” in their recent attack on Aleppo and other big cities. At least 364 people have been killed, including 105 children, in a series of such attack on Aleppo.

25. Dezember 2013, 16.27 Uhr:

Die Ghouta Offensive

von Thomas von der Osten-Sacken

Das syrische Regime, so hieß es in letzter Zeit, befände sich überall auf dem Vormarsch und Assad gewinne die Oberhand. Für viele überraschend kam die Meldung, dass Rebelleneinheiten ausgerechnet aus den Vororten von Damaskus beträchtliche Siege und Geländegwinne vermelden konnten.

Christopher Kingdon analysiert auf dem Brown Moses Blog Verlauf, Erfolge und Hintergründe der Offensive in East Ghouta.

25. Dezember 2013, 16.07 Uhr:

War's Prantl oder Augstein?

von Thomas von der Osten-Sacken

Vorgestern erschien in der Sueddeutschen ein Gastbeitrag des iranischen Präsidenten Hassan Rohani, in dem stand, was man so von einem Gastbeitrag des iranischen Präsidenten in der Sueddeutschen erwartet.

Nun aber dementiert das Büro des Präsidenten, dass dieser je der Sueddeutschen einen Gastbeitrag zugeschickt hat:

Iranian president Hassan Rouhani`s advisor on media affairs, Mohammad Reza Sadeq has rejected reports claiming that Rouhani has written a commentary for German newspaper, Sueddeutsche Zeitung, Fars news agency reported on Dec. 23.

Reuters claimed on Dec. 23 that Rouhani has written an article for the German newspaper saying Iran wants to improve bilateral relations with the United States and other Western powers. (..)

Sadeq underlined that “regardless of the article’s content, Rouhani didn’t sent any article to the German newspaper,” adding that attributing the published note to Iran’s president is a lie.

Sollte am Ende gar sich herausstellen, dass entweder Franziska Augstein oder Heribert Prantl den Text unter Pseudonym verfasst haben? So klingen tut er jedenfalls.

(Die Auflsöungs scheint zu sein, dass die Sueddeutsche einfach einen Text des großen Präsidenten aus diesem Büchlein übersetzt und nachgedruckt hat, ohne das Büro des Präsidenten zu informieren. )

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