Schlüppis
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Kürzliche Beiträge
21. März 2014, 00.00 Uhr:

Türkei ohne Twitter

von Thomas von der Osten-Sacken

Das nächste Kapitel im Kampf des türkischen Premiers gegen die bösartige weltweite Verschwörung aus Gülenisten, Gezi Park Demonstranten, Juden, dem Finanzkapital und allen möglich anderen finsteren Gesellen, die ein einziges Ziel verfolgen: Ihn zu Fall zu bringen und die Türkei zu schwächen. (Wenn der türkische Präsident dieser Lesart inzwischen offen widerspricht, dann, so liegt die Vermutung nahe,steht er unter ungutem Einfluß )

Turkey has blocked access to Twitter, hours after Prime Minister Recep Tayyip Erdogan vowed to close down the social media platform.

“We now have a court order. We’ll eradicate Twitter. I don’t care what the international community says. Everyone will witness the power of the Turkish Republic,” Erdo?an said at his campaign rally in the western city of Bursa on March 20, 10 days before the upcoming local elections. (…)

Just before midnight, access to Twitter was already blocked in Turkey. The Communication Technologies Institution (BTK), which was given extraordinary powers with the recently passed Internet law, lists three court rulings and one prosecutor decision on its website as the reason of the outage.

19. März 2014, 13.53 Uhr:

Die Deutschen und ihr Giftgas

von Thomas von der Osten-Sacken

Langsam kommt es ans Tageslicht, nicht nur den Irak haben sie in den 80er Jahren großzügig beliefert, offenbar auch das Assad Regime weit mehr, als bisher zugegeben:

Nach Informationen der Organisation für das Verbot chemischer Waffen haben deutsche Firmen eine größere Rolle beim Aufbau des syrischen Giftgas-Programms gespielt als bisher bekannt. Insgesamt gingen von 1982 bis 1993 mehr als 50 Lieferungen an das syrische Regime.

Dem Dokument zufolge wurden über ein Jahrzehnt lang Steuerungsanlagen, Pumpen, Kontrollventile, Gas-Detektoren, eine Chemiewaschanlage und 2400 Tonnen einer Schwefelsäure, die zur Produktion des Giftgases Sarin genutzt werden kann, nach Syrien verkauft, berichteten die Süddeutsche Zeitung und der NDR. Auch seien deutsche Projektskizzen für den Bau von zwei Anlagen für die Produktion von Vorstoffen für den Nervenkampfstoff Sarin aus den Jahren 1983 und 1984 gefunden worden. Neben deutschen Unternehmen waren auch Firmen aus vielen anderen Staaten wie Russland, Frankreich und China am Aufbau des syrischen Giftgasprogramms beteiligt.

18. März 2014, 16.35 Uhr:

Die deutschen Freunde Syriens

von Thomas von der Osten-Sacken

Man muss nur mit genügend Giftgas, barrel bombs, schwere Artillerie und mit möglichst vielen Kämpfern von Hizbollah und Shabiba Milizen möglichst lange gegen die eigene Bevölkerung und die Opposition im Lande vorgehen, Hungerblockaden verhängen, ganze Städte in Schutt und Asche legen, Millionen von Menschen in die Flucht jagen und dabei genügend Rückendeckung von den Verbündeten in Moskau und Teheran haben, und schon gilt man der deutschen Außenpolitik wieder als Verhandlungspartner, der auch in einer künftigen Regierung sitzen solle:

German Foreign Minister urged Syria’s opposition to accept Bashar Assad’s regime in the transitional governing period, a well-informed source said.

Frank Steinmeier, the veteran diplomat and German Minister of Foreign Affairs, made the suggestion during a meeting  with the Interim opposition Prime Minister Ahmad Toumeh last month. He also commended the opposition’s participation in Geneva talks in January.

Steinmeier insisted on Assad’s participation in the transitional period, urging Tomeh to find a half-way solution and to accept Assad’s representation even for a short period, the source said.

17. März 2014, 11.21 Uhr:

Ennadha ohne Präsidentschaftskanditen

von Thomas von der Osten-Sacken

Umfragen zufolge, die allerdings nur bedingt aussagekräftig sind, käme, stellte sie einen Kandidaten zur Wahl, die islamistische Enaddha Partei in Tunesien nur auf den dritten Platz. Nun erklärt ihr Vorsitzender, man hätte gar keinen solchen Plan:

Ennahdha party leader Rached Ghannouchi said that he does not expect his party to field a candidate in the upcoming elections, according to an account of his remarks made Wednesday in the United States.

“I do not expect Ennahdha to present a candidate for presidential elections,” the Islamist leader said, according to said it is “most likely” the party will not field a candidate, but added that a definitive call has yet to be made.

Even after upcoming elections, Ghannouchi said, a majority victory will not be enough for any party to govern Tunisia.

 

16. März 2014, 13.14 Uhr:

Yabroud gefallen

von Thomas von der Osten-Sacken

Heute ist nach monatelangen Kämpfen die Stadt Yabroud an der syrisch-libanesischen Grenzen von Einheiten der syrischen Armee und der Hizbollah erobert worden, beide feiern diesen Sieg auf allen Kanälen.

In der Tat handelt es sich um eine schwere Niederlage von Rebellen und Opposition, denn nun kann das Regime die Nachschubrouten nach Damaskus abschneiden und weitere Viertel, die unter Kontrolle der Opposition sind, aushungern.

Während Rußland und der Iran das syrische Regime mit allem unterstützen, was es braucht, stehen die Rebellen weiterhin weitgehend mit leeren Händen da. Was sie vom Westen dieser Tage bekommen, sind weinerliche Artikel am Jahrestag des Ausbruchs der Aufstände. Damit aber gewinnt man keinen Bürgerkrieg.

Syria said on Sunday its military has seized a key town on the Lebanese border that was the target of a months-long army offensive. Activists said fighting was still ongoing but the government was in effective control of much of Yabroud.

Yabroud was an important supply line for rebels into neighboring Lebanon, and overlooked an important cross-country highway. Its fall, coming as the Syrian conflict enters fourth year, would be the latest blow to rebels since the initiative passed to the government in the spring of 2013.

It is the last major rebel-held town in the mountainous Qalamoun region, where President Bashar al-Assad’s forces have been waging an offensive for months to try to sever rebel supply lines across the porous border into eastern Lebanon. Its fall would come just a week after the Syrian army seized the village of Zara, which also served as a conduit for rebels from mountainous northern Lebanon into central Syria.

Siehe auch:

Syrianfreedom | Militärische Hilfe jetzt!

Heute, einen Tag, nachdem sich der Beginn des Aufstands gegen das Assad-Regime zum mittlerweile dritten Mal jährte, haben syrische Regierungstruppen und die mit ihr verbündeten Milizen der Hisbollah die Stadt Yabroud nach monatelangen Kämpfen eingenommen. Dies ist für die Aufständischen eine strategisch katastrophale Niederlage. Mit dem Verlust der Stadt ist nun die letzte Nachschubroute aus dem Libanon in die Damaszener Stadtteile, die nach wie vor von den Rebellen gehalten werden, abgeschnitten. Für das Regime ist es nun ein Leichtes, diese Gebiete von der Außenwelt zu isolieren und auszuhungern, wie es dies auch schon in Yarmouk und vielen anderen Ortschaften getan hat. Dabei hat das Regime diesen Sieg maßgeblich seiner Luftwaffe zu verdanken.

Seit der Aufstand in einen Bürgerkrieg übergegangen ist, haben die Rebellen immer wieder Flugverbotszonen gefordert, um auch für Zivilisten sichere Rückzugsgebiete zu schaffen. Bis heute jedoch sieht der Westen keine Veranlassung, diese einzurichten, und er weigert sich sogar, den Rebellen die nötigen Mittel für das Ausschalten der Luftwaffe an die Hand zu geben. Verlogen ist es also, wenn der Westen zum dritten Jahrestag nur bedauernde Worte für die syrische Katastrophe findet und darüber hinaus ganz unbeteiligt tut, um ansonsten realitätsfern weiter - wie Cathrine Ashton oder Frank Walter Steinmeier - auf eine “politische Lösung” zu setzen und damit einem Regime Legitimität zu verleihen, dass seiner Bevölkerung mit Artillerie und Fassbomben den Garaus macht.

Der Tod von 150.000 Syrern, die Vertreibung von mittlerweile der Hälfte der Bevölkerung, der Einsatz von chemischen Massenvernichtungswaffen und der steigende Einfluss islamistischer Gruppen sind die verheerenden Folgen dieser Politik. Soll Syrien in Zukunft nicht weiter dem mörderischen Treiben des Assad-Regimes und der jihadistischen Banden ausgeliefert bleiben, dann müssen endlich die demokratischen Rebellenverbände entscheidend gestärkt werden.

15. März 2014, 21.05 Uhr:

Neues von den Reformern

von Thomas von der Osten-Sacken

Der iranische Verteidigungsminister plaudert:

Palestinian terror organizations in Gaza have yet to display their actual missile capabilities, Iranian Defense Minister Hossein Dehqan told the semi-official Iranian news agency Fars on Saturday.

“The resistance forces have fired over 150 missiles against the occupied territories in the last four days and after the assassination of a number of resistance commanders by the Zionist regime in Gaza and the West Bank,” Dehqan said.

He warned that “the operational power of the Resistance against the Zionist regime is a thousand times more than what it was before.”

Woher die ganzen Raketen kommen? Nun größtenteils natürlich aus dem Iran, weshalb Herr Dehqan auch so gut Bescheid weiss.

14. März 2014, 14.44 Uhr:

.... can hardly be considered a sectarian conflict

von Thomas von der Osten-Sacken

Aus einem Interview mit Yassin al-Haj Saleh:

Actually I find it confusing that many people in the West find our situation in Syria confusing. Is it a matter of information and knowledge? I tend to think that it is a matter of politics. Confusion could be a function of a certain position toward our struggle: inaction, which in my opinion is the worst kind of action, not from our perspective as Syrians but also from a regional and international perspective, not to mention humanity and human solidarity with the oppressed.

Sectarian differences? What a subtle analysis! When an armed structure uses the supposedly national army, media organs, and resources to kill its own people when they oppose its tyrannical rule—this can hardly be considered a sectarian conflict. We’re not talking about just any structure—we’re talking about the repressive state apparatus of the Assad regime. It thus becomes absurd to explain the Syrian struggle in sectarian terms. To the best of my best knowledge, states are not sects, are they? (…)

Even now, after more than a thousand days of the Syrian struggle, it is still a tremendous political and ethical mistake to say that all we have are bad guys. The regime is essentially criminal and has no solution whatsoever to Syria’s many problems. I think those who says Syria’s sides are equally bad are the same people who believe in that despicable slogan of realpolitik: a devil you know is better than a devil you don’t know. Meaning the devil you know isn’t really a devil after all. It’s only the devil you don’t know who is the bad guy. This is bad politics, devoid of knowledge, devoid of human values.

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