Schlüppis
Missy Magazin
Kürzliche Beiträge
31. Mai 2015, 17.28 Uhr:

Russland verlaesst den War Room in Damaskus

von Thomas von der Osten-Sacken

Es sieht nicht gut aus fuer das Regime von Bashar al Assad. Im Osten gewinnt der Islamische Staat Territorium und bedroht jetzt, nchdem er schon 80% aller Oelfelder des Landes kontrolliert die verbleibenden Gasfelder, im Norden befindet sich die von der Nusra Front gefuehrte “Army od Conquest” in der Offensive und im Sueden die “Southern Front”

Trotz iranischer Kredite und Stuetzkauefe verliert das syrische Pfund weiter an Wert, auch oekonomisch sieht es ganz duester aus:

Total exports have plummeted from $11.3 billion in 2010 to $1.8 billion in 2014, according to the pro-government newspaper Al-Watan.

Russland scheint inzwischen seinen Glauben an die Ueberlebensfaehigkeit des Regimes verloren zu haben und, sollten diese Meldungen stimmen, dann zieht es sich sukzessive aus Syrien zurueck:

Russia is pulling away from its relationship with embattled Syrian President Bashar Assad and withdrawing key personnel from Damascus, the London-based Arabic newspaper Asharq Al-Awsat reported Sunday, citing senior Gulf and Western officials. (…)

According to the same Gulf and Western sources, the change in the Russian position takes place against the backdrop of negotiations between the Gulf states and Moscow, a Russian response to economic sanctions imposed on it due to the war in Ukraine.

Syrian opposition sources told Asharq that Russia has evacuated 100 of its senior officials and their families from Syria via the airport in Latakia. They said that those leaving include experts who worked in the war room in Damascus, along with the Iranian experts and Hezbollah officials. According to the report, they have not been replaced. (…)

On Thursday, senior diplomatic sources told Al-Hayat that there has been a noticeable change in the Russian position toward Syria that Moscow is for the first time willing to discuss with the Americans the exact details of a transition period for the country, and even raise the names of individual military and political officials to oversee it.

31. Mai 2015, 08.29 Uhr:

Palästinensischer Fußballverband ausgekontert

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Detlef zum Winkel

„Listen. We as yet don’t have a nuke, but I swear that if we had a nuke, we’d have used it this very morning.“

Dieses authentische Bekenntnis zur friedlichen Nutzung von Atomkraft stammt von Jibril Rajoub, palästinensischer Spitzenfunktionär für Sport, Chef des palästinensischen Olympischen Komitees und des palästinensischen Fußballverbands PFV. Ich widme das Zitat mit ganz lieben Grüßen Frau Inge Günther, der Israel-Korrespondentin der Frankfurter Rundschau, für ihren einfühlsamen Artikel über „die Kicker aus Gaza und dem Westjordanland“ vom 19.5.2015. Die fühlten sich nämlich durch israelische Grenzkontrollen schikaniert, wenn sie an internationalen Turnieren teilnehmen wollten. Wegen dieser „bösen Erfahrungen“ ist die PFA, wie Frau Günther beobachtet hat, „in die taktische Offensive“ gegangen und hat für die FIFA-Vollversammlung den Antrag auf Ausschluss Israels gestellt.

Auf der Versammlung selbst traten die Palästinenser zehn Tage später den taktischen Rückzug an. Nach der Verhaftung von sieben FIFA-Funktionären scheint der Boden im Züricher Hallenstadion ziemlich heiß geworden zu sein. Dabei bezogen sich die von den Staatsanwälten erhobenen Bestechungsvorwürfe bloß auf die WM-Vergaben 2010 nach Südafrika und 2014 nach Brasilien. Was, wenn die Lynch-Justiz - die US-Justizministerin heißt halt so - auch noch die Entscheidungen für die Turniere in Russland 2018 und in Qatar 2022 prüft? Werden dann vielleicht siebzig statt sieben Funktionäre verhaftet und vor allem: welche? In dieser brenzeligen Situation hielt es Rajoub für klüger, den palästinensischen Antrag zurückzuziehen und auf eine bessere Gelegenheit zu warten. Immerhin hat sich bei der FIFA ansonsten ja nichts verändert.

Am Vortag veröffentlichte Palestinian Media Watch (Jerusalem) ein kleines Dossier über die Sportpolitik der palästinensischen Autonomiebehörde. Da finden sich nun sehr viele Zitate von Rajoub und seinen Mitarbeitern, von denen ich einige besonders für Frau Günther auswähle, die sie alle übersehen hat.

Die zentrale palästinensische Sportdoktrin lautet: „Jede Aktivität, die der Normalisierung der sportlichen Beziehungen mit dem zionistischen Feind dient, ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Jeder fliege aus dem Verband, droht Rajoub, wenn er an sportlichen Veranstaltungen mit den Israelis teilnimmt, „ob es ein Spieler, Trainer, Schiedsrichter oder, Gott-behüte, ein ganzes Team ist“. Sowas kann man – nach entsprechenden Investitionen – sicher auch mal in der FIFA zur Abstimmung bringen. Besonders abscheulich findet Rajoub sportliche Wettkämpfe mit israelischen und palästinensischen Kindern. Ich bin sicher, dass Frau Günther dies aufmerksam registriert, da sie gerade in Apartheidsfragen äußerst sensibel ist. Für FR-LeserInnen nicht so relevant ist anscheinend, dass die palästinensische Autonomiebehörde in aller Offenheit den Überfall auf die israelische Olympiamannschaft in München 1972 als heldenhafte Tat preist und die Killer und ihre Auftraggeber als Märtyrer verehrt.

Den Begriff Normalisierung gibt es nicht im palästinensischen Lexikon des Sports“, hat Rajoub verfügt. „Ich sage es jedem“, außer Frau Günther, „Fatah hat entschieden, dass unsere Beziehungen mit den Israelis Beziehungen zwischen Feinden sind“. Könnte diese Doktrin möglicherweise auch ein Motiv für den palästinensischen Antrag gewesen sein? Die Mitgliedschaft in ein und demselben Weltverband, in dem auch die israelische Football Association Mitglied ist, stellt für die palästinensische Politik ein großes Problem dar. Ein noch viel größeres Problem wäre nicht nur für die PA, sondern für viele arabischen Staaten die Teilnahme Israels an einer Fußball-WM in einem arabischen Land.

Im Fußball, so heißt es, darf man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, zumal wenn es um Derbys geht. Wenn das so ist, dann ist Rajoubs Nuklearspruch sportlich gesehen trotzdem eine erbärmliche, ob ihrer Unprofessionalität geradezu Mitleid erregende Ansage: „Wir haben keine Atombombe, sonst hätten wir sie heute eingesetzt“.

Für das Spiel auf dem Rasen ist ein Wegsprengen des Stadions nicht hilfreich, da es einen Spielabbruch zur Folge hätte. Wer will denn sowas? Im Fußball braucht man keine Massenvernichtungswaffe. Ein tüchtiger Innenverteidiger tut es auch. Vielleicht kann, wenn nicht Frau Günther, so doch die kampferfahrene Sportredaktion der Frankfurter Rundschau dem PFA-Präsidenten dabei helfen, das richtige Spielsystem zu finden.

30. Mai 2015, 21.48 Uhr:

Zwangsrekrutierungen in Rojava

von Thomas von der Osten-Sacken

Die Organisation Kurdwatch hat eine 13jaehrige interviewt, die in Syrisch Kurdistan von der PYD zwangsrekrutiert wurde.

Kurdwatch schreibt:

Nurman Ibrahim Khalifa, geb. 2001 in al-Hasaka, war dreizehn Jahre alt und Schülerin der neunten Klasse, als sie von der Partei der Demokratischen Union (PYD) entführt und in ein Militärcamp der PKK in Irakisch-Kurdistan verschleppt wurde. Dort sollte sie zur Guerillakämpferin ausgebildet werden. Nach anderthalb Monaten gelang ihr die Flucht. Seit der Machtübernahme der PYD in Syrisch-Kurdistan werden dort immer wieder Minderjährige entführt oder gegen den Willen ihrer Eltern rekrutiert und an der Front eingesetzt. Nurman Ibrahim Khalifa ist das erste Opfer, das in einem Interview mit KurdWatch über seine Erfahrungen berichtet. Sie lebt zurzeit versteckt in Europa.

Aus dem Interview:

KurdWatch: Du wolltest eigentlich nur zu einer Versammlung und sie haben Dich in ihr Ausbildungslager gebracht?
Nurman Ibrahim Khalifa: Ja, ich wurde nicht zu der Versammlung gebracht, sondern nach Mela Merzê. Dort gibt es ein geheimes militärisches Trainingslager.


KurdWatch: Aber sie haben Dir doch gesagt, dass sie Dich in ein Trainingslager bringen werden, oder?
Nurman Ibrahim Khalifa: Nein, ich habe irgendwann gemerkt, dass ich in das Lager gebracht werde. Ich habe unterwegs aus dem Wagen heraus meinen Bruder gesehen. Ich habe nach ihm gerufen und gegen das Autofester geschlagen. Ein Kader, eine Frau, hat [zum Fahrer] gesagt: »Fahr schneller, ihr Bruder kommt.« Als ich weiter gegen die Scheibe schlug, haben sie mir mit einem Gewehrkolben auf den Hinterkopf geschlagen. Ich war ohnmächtig und bin erst im Militärcamp wieder aufgewacht.

KurdWatch: Warst Du die einzige, die an jenem Tag zu der Versammlung wollte, oder waren auch andere dabei?
Nurman Ibrahim Khalifa: Wir wollten nach dem Unterricht gemeinsam mit unseren Lehrern zu der Versammlung. Sie haben gesagt, sie gehen zu einer Versammlung und ich habe gesagt, okay, ich komme mit. Aber ich habe an der Versammlung nicht teilgenommen, ich wurde nach Dêrik gebracht.

KurdWatch: Wie viele Schüler wart ihr? Seid ihr in einem Auto oder in einem Bus dorthin gebracht worden?
Nurman Ibrahim Khalifa: In einem normalen Wagen. Ich war allein. Erst, als ich in Dêrik war, habe ich meine Freunde wiedergesehen. Ich habe sie gefragt, was sie hier machen, und sie sagten: »Wir haben uns ihnen angeschlossen.«

27. Mai 2015, 16.16 Uhr:

European Logic, Iran Deal

von Thomas von der Osten-Sacken

Macht Sinn: Besser ein ganz schlechter Nukleardeal mit dem Iran als keiner, denn ohne Deal könnten die Sanktionen ausgehöhlt werden, die dann immer noch verhängt wären, weshalb es besser ist, einen Deal abzuschließen, dann nämlich würden die Sanktionen aufgehoben und könnten nicht weiter ausgehölt werden

Failure to secure a deal that limits Iran’s nuclear program in return for phased sanctions relief could unravel a crippling sanctions regime on the Islamic Republic if that outcome is perceived to be the West’s fault, two European diplomats said May 26.

“If we were to walk away, or if the [US] Congress were to make it impossible for the agreement to be implemented, then the international community would be pretty reluctant, frankly, to contemplate a ratcheting up further of the sanctions against Iran,” Sir Peter Westmacott, the United Kingdom’s Ambassador to the United States, said at the Atlantic Council. (….)

“I suspect we would probably see more sanctions erosion than less, unless the deal collapsed because of reasons that were visibly, clearly, incontrovertibly Iran’s responsibility,” he added.

Peter Wittig, Germany’s Ambassador to the United States, agreed.

“We should not harbor any illusions about the international sanctions regime,” Wittig said.

26. Mai 2015, 11.27 Uhr:

Als Obama den Angriff absagte

von Thomas von der Osten-Sacken

Die französsischen Kampfflugzeuge standen betankt bereit, warteten nur auf den Befehl zum Angriff. Ebenso syrische Rebelleneinheiten. Damals, im August 2013 nach den verheerenden Giftgansangriffe in den Ghoutas. Eine rote Linie war überschritten. Dachten sie. Dem war aber nicht so. Der Befehl blieb aus. Mit all den bekannten Folgen, die David Axe noch einmal zusammenfasst:

The French are dismayed. The Syrian opposition is furious—and increasingly drawn to radical Islamists who are also battling Al Assad. American credibility has been deeply damaged. (…)

Two hundred thousand strong, secular and broadly representative of the Syrian people, the FSA believes, probably correctly, that it is Syria’s best hope for defeating Al Assad and clearing the way for a new elected government. But the FSA lacks heavy weapons, anti-air defenses and warplanes of its own, putting it at a disadvantage on the battlefield. (…)

Washington could provide the missing equipment, but hasn’t. The relative lack of American support has long baffled the rebel army’s leaders. “The Americans are indirectly supporting Assad by not giving us what we need,” says one senior rebel officer, who asked not to be named.

So when it appeared America was on the verge of striking Syria on Aug. 31, the rebels believed their pleas had finally been heard. Washington was finally coming to the aid of the opposition forces it claimed to support. The FSA planned to attack in concert with U.S. air strikes, says Mohamed Moustafa, who helps coordinate the supplies of American non-lethal aid to the rebels.

When America did not attack?—?and France held back, too?—?opposition leaders and everyday Syrians felt betrayed. “Obama’s backing down was harder for the Syrian people than the regime’s use of chemical weapons,” Moustafa says.

In the weeks since the abortive raids, the fighting in Syria has only escalated. Al Assad agreed to turn over his chemical weapons to Russia, but easily replaced the gas munitions with incendiary weapons that are only slightly less destructive.

Having stood down its strike force, France has shown no indication it will attack Al Assad on its own.

And the rebels, repeatedly disappointed, have largely given up on getting help from America. “We are tired of repeating ourselves,” the anonymous senior officer says. Instead, the opposition says it will fight alone … and increasingly in concert with the temperamental radical Islamists who have grown more numerous since the FSA’s battlefield defeats earlier this year.

26. Mai 2015, 11.16 Uhr:

Auch ein guter Kurde?

von Thomas von der Osten-Sacken

Ob die neue Begeisterung für die Kurden, die im politischen Berlin dieser Tage herrscht und immerhin zu Lieferungen jener so dringend benötigten Milan Raketen geführt hat, auch die iranische KDP miteinbezieht, deren Generalsekretär Musatafa Hijr kürzlich erfreulichen Klartext mit Vertretern der Bundesregierung und des Bundestages gesprochen hat?

Hijri expressed PDKI’s concern that removal of sanctions and potential incentives a deal might bring about could strengthen Iran and make the theocratic regime in Tehran more aggressive in the region.

Hijri also discussed the resent unrests in Mehabad as a clear sign for the brutal repression that Islamic Republic of Iran is subjecting the Kurdish people to.

Moreover, Hijri talked about the war against ISIS and said that Iran is one of the actors that is benefiting from the advances of ISIS. He stressed what Iran is the biggest sponsor of the terrorism in the region and uses ISIS’s advances to increase its influence in the region.



26. Mai 2015, 10.10 Uhr:

Befreiter Süden

von Thomas von der Osten-Sacken

Vor fünfzehn Jahren zog die israelische Armee sich aus dem Südlibanon zurück. Das Jubiläum wird die Hizbollah entsprechend als großen Sieg feiern.

Wie es im Süden heute aussieht, in den befreiten Zonen, darüber berichtet Myra Abdalla für Now Lebanon:

Ali says that Hezbollah strictly controls the lives of a lot of young men. He told NOW that Hezbollah organizes meetings for both men and women to teach them about party doctrine and religious rules. They encourage women to wear veils and encourage men to adhere to the party’s chain of command. He also said that a lot of pressure is put on parents to oblige their kids to attend these meetings.

“Every newborn in the south is a new Nabih Berri or Hassan Nasrallah,” Abu Hassan told NOW. “This is taught in our schools now. Many schools are teaching Resistance ideology these days, where they are imposing Sharia laws. For example, if you want to enter the Madares [schools] al-Mustapha or Madares al-Rahma, it’s not possible without wearing a veil, even though these are only schools and not mosques.”

The pictures of martyrs on the majority of streets in the south are remarkable. Part of celebrating Liberation Day is the remembrance of local martyrs who were killed not only during the wars with Israel, but also during the Syrian war. “Death has become a part of our daily life,” says Umm Muhammad. “We are so used to burying our kids that we’ve stopped feeling the pain of loss. All our children are potential martyrs. This is how our parents raised us. This is the value according to which we raise our children. This is what the Resistance taught us over the years. We are all born to die defending our land.”

 

“When the Israelis were here, we had more money than we do now,” said a 50-year-old resident of Burj al-Moulouk, who spoke on condition of anonymity. “Our financial situation was better because a lot of our men used to work in restaurants and shops in Israel and used to have high salaries. Christians have a reputation of being the only people who worked in Israel, but this is not true. More than 80% of Shiite men in my town used to work there, too. After the liberation, some of them traveled and others were imprisoned for two or three years. We all benefited from the Israeli economy before 2000. Nowadays, the economic situation is really bad. The south is an economically dead area. We barely find jobs. Those who join Hezbollah are almost the only people who have a stable income. Adding to this, after the Syrian crisis, a lot of Syrian refugees came to the south and are now being hired more than Lebanese people because they accept lower salaries.”

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