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Kürzliche Beiträge
29. August 2013, 18.06 Uhr:

Iranische Drohungen: Tausende Raketen gegen Israel

von Wahied Wahdat-Hagh

Die „Einmischung der überregionalen und ausländischen Mächte“ werde „in der Region nur das Feuer entfachen“, droht der iranische Revolutionsführer Ali Khamenei anlässlich der Debatte über einen Militärschlag gegen das syrische Regime auf seiner offiziellen Website. Dies sagte Khamenei am 28. August bei einem Treffen mit der neuen iranischen Regierung, in Anwesenheit des Präsidenten Hassan Rohani.

Khamenei sagte ferner: „Amerika hat ja in Bezug auf Syrien gedroht. Sie wollen sich einmischen. Dies wird mit Sicherheit eine Katastrophe für die Region mit sich bringen.“

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28. August 2013, 22.12 Uhr:

Menschliche Schutzschilde in Syrien

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein Appell der Syrian National Coalition:

The Syrian Coalition urges the international community and Human Rights Organizations to help free political detainees in Syria’s prisons as they face the most horrible and inhumane practices. Measures must be taken immediately to ensure the safety of the detainees.

Assad’s fascist regime is amassing detained activists and civilians in prisons inside military locations that may be potential targets for foreign military forces. Using civilians as human shields is a blatant breach of International Humanitarian Law, and those responsible must be held accountable for crimes against humanity.

Assad has deployed a policy of arbitrary detention since the start of the revolution in March 2011 infringing on Syrian law, International Covenants on Human Rights, and International Conventions related to the prohibition of enforced disappearance. The right to protection for detainees is enshrined in the Fourth Geneva Convention (Article III), in the International Convention for the Protection of All Persons from Enforced Disappearance (Article XVII) according to the UN General Assembly’s resolution of 20 December 2006 (177/61), as well as Additional Protocol II (Article V, Clause (b)).

In Assad’s torturous prisons, thousands of detainees experience deplorable conditions. They are forced to live a life of pain, fear, and intimidation by Assad’s intelligence forces. The locations where prisoners are held, nearly in all cases, are not disclosed. Prisoners are often summarily executed, placed in sites where Assad forces carry out explosions and bombardments or are tortured to death.

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28. August 2013, 11.10 Uhr:

Bemerken sie das Giftgas ist es schon zu spät ...

von Thomas von der Osten-Sacken

Reporter von Le Monde haben im Frühsommer zwei Monate klandestin in Damaskus verbracht, zu einer Zeit also, als noch keinerlei “rote Linie” überschritten und von einem militärischen Einsatz nicht die Rede war.

Hier ihre Reportage:

A chemical attack on the Jobar front, on the outskirts of the Syrian capital, doesn’t look like anything much at first. It’s not spectacular. Above all, it’s not detectable. And that’s the aim: by the time the rebel fighters of the Syrian Army who have penetrated furthest into Damascus understand that they’ve been exposed to chemical products by government forces, it’s too late. No matter which type of gas is used, it has already produced its effects, only a few hundred meters from residential areas of the Syrian capital.

At first, there is only a little sound, a metallic ping, almost a click. And in the confusion of daily combat in Jobar’s Bahra 1 sector, this sound didn’t catch the attention of the fighters of the Tahrir al-Sham (’Liberation of Syria’) Brigade. ‘We thought it was a mortar that didn’t explode, and no one really paid attention to it,’ said Omar Haidar, chief of operations of the brigade, which holds this forward position less than 500 meters from Abbasid Square.

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27. August 2013, 15.57 Uhr:

Iran: Freitagsprediger als Brandstifter und die Ermordung von Bahai

von Wahied Wahdat-Hagh

In der islamistischen Diktatur gehört der Staatsklerus zu den Hauptverantwortlichen für geistige Brandstiftung und Mord. Erneut wurde im Iran ein Bahai ermordet. Zuvor hatte ein Kleriker gehetzt und bald darauf reagierte der fanatische Mob.

Scheinbar unauffällig wurde Ataollah Rezwani umgebracht. Beweise gibt es nicht, nur Indizien. Und die Richter decken die Mörder. Rezwani starb, wie viele andere, die in den letzten 3 Jahrzehnten verschwanden oder ermordet aufgefunden wurden. Warum, weil sie keine Muslime sind, sondern Bahai.

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26. August 2013, 23.26 Uhr:

Säkulare dominieren

von Thomas von der Osten-Sacken

Hätte vor einem Jahr wer prophezeit, dass ein jahr später dies die Schlagzeile der Al-Ahram sein würde, er wäre bestenfalls für völlig durchgeknallt erklärt worden:

Secularists to dominate Egypt’s final constitution-drafting process

Und wer ist auch in diesem Komittee vertreten? Die salafitische Nour-Partei. Die Muslimbrüder dagegen warnen:

The Freedom and Justice Party newspaper – the mouthpiece of the Muslim Brotherhood – came out on Sunday, alleging that: “The new constitution will give liberals and secularists the right to insult Islam and spread immorality.”

Soviel auch zu der Frage, was die meisten all der Prognosen über den Nahen Osten taugen, die man täglich vorgesetzt bekommt.

26. August 2013, 20.01 Uhr:

Wahn und Wirklichkeit

von Thomas von der Osten-Sacken

Vieles im Nahen Osten ist eigentlich ganz einfach zu verstehen: man glaubt einfach dem eigenen Wahn und lässt ihn, wo immer möglich, auch blutige Realität werden. Das ägyptische Militär geht gegen Muslimbrüder vor? Da müssen irgendwelche perfiden Mächte die Fäden ziehen. Also looten Anhänger der Muslimbrüder im Gegenzug christliche Kirchen, jüdische Einrichtungen sind in Ägypten inzwischen recht rar geworden. Die USA überlegen einen Militärschlag gegen Syrien? Da können nur die Juden dahinterstecken, folgerichtig bedroht Damaskus Israel:

A member of the Syrian Ba’ath national council Halef al-Muftah, until recently the Syrian propaganda minister’s aide, said on Monday that Damascus views Israel as “behind the aggression and therefore it will come under fire” should Syria be attacked by the United States.

In an interview for the American radio station Sawa in Arabic, President Bashar Assad’s fellow party member said: “We have strategic weapons and we can retaliate. Essentially, the strategic weapons are aimed at Israel.”

Sie funktionieren alle gleich, egal ob sie nun panarabischen oder islamistischen Vorstellungen anhängen. Dieselbe Logik veranlasste Saddam 1991 Scud Raketen auf Israel abzuschießen, obwohl der jüdische Staat gar nicht Teil der Kriegsallianz gegen den Irak war.

(Es passt natürlich ins Bild, dass in der sunnitisch-jihadistischen Propaganda wiederum Assad als Erfüllungsgehilfe Israels denunziert wird)

26. August 2013, 01.00 Uhr:

Deutscher Friedenssehnsucht

von Thomas von der Osten-Sacken

Kaum mehren sich Meldungen, die Obama Administration überlege ein militärisches Eingreifen in Syrien, regt sich in Deutschland die Friedenssehnsucht. Und dankenswerterweise hat gleich der Michael Lüders in der Taz zum Ausdruck gebracht, was es schon immer mit dem deutschen Frieden auf sich hatte, der einer mit Massenördern ist. Und je brutaler diese agieren, je mehr sehnt sich der Deutsche nach Frieden ,um der einzigen Lehre treu zu bleiben, die sie aus der Vergangenheit gezogen haben, nämlich dass Diktatur allemal besser als Krieg sei. Das schließlich haben Dresden und Stalingrad gezeigt.

Assad ist ein furchtbarer Verbrecher, aber er wird an der Macht bleiben – vorerst. Reden wir mit ihm. Verhandeln wir mit ihm. Mit ihm und mit Moskau, auch mit Teheran. Hier die Guten, da die Bösen – diese Gleichung geht leider nicht auf. Die Alternative wäre Krieg und noch mehr Krieg, bis hin zum Flächenbrand.

(Merke: Wer die beiden Worte “Flächenbrand” und “Naher Osten” mindestens drei Dutzend Mal pro Jahr in einem Satz zusammenzubringt, ist der größte aller Nahostexperten)

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