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Kürzliche Beiträge
8. November 2013, 23.59 Uhr:

Interviews mit Ex-Muslimbrüdern

von Thomas von der Osten-Sacken

Der Journalist Fawzi Oweis hat vor dem Sturz Mohammed Mursis neun Interviews mit Ex-Muslimbrüdern geführt und diese nun als Buch veröffentlicht. Al-Ahram mit einer Besprechung:

They seem like a prophecy on the direction things were heading. The veterans devoted their entire lives to the group and were imprisoned, tortured, displaced and suffered security surveillance for the sake of its ideals. They attempted many times to reform the group but to no avail.

The real irony is that when the Brotherhood finally came to power 80 years after its foundation, it led to something like an implosion among its ranks. Huge numbers left after Morsi took office, but on the other hand, a number of those who had abandoned the group before the revolution returned to participate in political life.

7. November 2013, 18.38 Uhr:

Rüstungswettlauf

von Thomas von der Osten-Sacken

Je näher der Iran der Bombe kommt, je panischer reagieren andere Länder in der Region, vor allem Saudi Arabien. Und, wie heute die BBC berichtet, scheint man Riad fest entschlossen, selbst Nuklearwaffen zu bekommen und zwar aus Pakistan:

Saudi Arabia has invested heavily in the Pakistani nuclear program and believes it can obtain atomic bombs at will from Pakistan, according to a BBC report.

A NATO source quoted in the report said that intelligence has found that nuclear weapons made in Pakistan are ready to be delivered to Saudi Arabia. The report said Israeli information was behind some recent U.S. and NATO intelligence reporting that Saudi Arabia is now ready to take delivery of finished warheads for its long-range missiles.

Saudi Arabia has long feared Iran’s nuclear ambitions, but the Saudis now reportedly might be able to develop a nuclear option ahead of their Shiite rival across the Persian Gulf. Having warned the Americans in private for years, last year Saudi officials issued a public warning, telling a journalist from The Times that “it would be completely unacceptable to have Iran with a nuclear capability, and not the kingdom,” the BBC reported.

6. November 2013, 12.26 Uhr:

Schöne neue Welt

von Thomas von der Osten-Sacken

Nein, universalistische Werte, die sind ja eh nur eine Erfindung weißer Männer. Endlich ist die Message angekommen. Beim Guardian sowieso, in dem ein saudischer Mann, aber immerhin dann doch ein Vertreter der colored people, erklären darf, warum kulturspezifisch Frauen in seinem Land eh nicht Autofahren wollen, weshalb man ihnen es auch gar nicht zu gestatten brauche, ja das Verbot deshalb eigentlich keines sei.

Auch im Weißen Haus liest man offenbar den Guardian und ist eh ja ganz furchtbar kultursensibel, mag, wenn’s um den Nahen Osten geht, gar nicht mehr von Demokratie oder Menschenrechten sprechen, Terroristen in der Region sind neuerdings irgend eine Erscheinung, die von sonstwo kommt, aber auf keinen Fall etwas mit dem Islam zu tun hat;  überhaupt jeder hat so seine Kultur und sollte die des anderen auch achten und sich ja nicht einmischen.

Gestern, bei seinem Besuch in Saudi Arabien, wurde John Kerry gefragt, was er denn von dem Fahrverbot für Frauen hielte und antwortete, als habe er den Guardian unter dem Arm und außerdem zwei Semester Postkolonialismus an der HU Berlin studiert:

It’s up to Saudi Arabia to make its own decisions about its own social structure choices and timing for whatever event.

Sollten die USA ihre Annäherung an den Iran weiter so intensiv betreiben, bald schon könnte Kerry in Teheran weilen, und dann, sollte wer ihn nach Steinigungen, am-Kran-aufhängen und anderen, ganz kulturspezifischen Eigenarten der islamischen Republik befragen, eine ähnlich verständnisvolle Antwort geben. Andere Länder andere Sitten eben.

6. November 2013, 11.55 Uhr:

Das Messer weggelegt

von Thomas von der Osten-Sacken

Früher war es ein Tabu und weitgehend unbekannt, dass auch in Irakisch-Kurdistan und anderen Teilen des Irak unzählige Frauen genital verstümmelt werden. Inzwischen ist Genitalverstümmelung (FGM) gesetzlich verboten, der Erfolg der Kampagne gegen FGM in Kurdistan hat kürzlich BBC-World veranlasst, eine Reportage Dropping the Knife zu drehen:

Jahrzehntelang galt FGM als ein “afrikanisches Problem". Dass diese Praxis auch im Nahen Osten und großen Teilen Südostasiens weit verbreitet ist, beginnt sich erst in letzter Zeit herumzusprechen.

6. November 2013, 09.42 Uhr:

Siege der Diplomatie

von Thomas von der Osten-Sacken

Mit den syrischen Friedensverhandlungen wird es erstmal nichts und wird es auch in absehbarer Zukunft nichts werden:

United Nations envoy Lakhdar Brahimi  stated the obvious on Tuesday — “peace” talks on Syria will not be held in November:

It’s no secret for anybody, and [diplomats] are facing all sorts of problems and they are working very, very hard to get ready. And they are not ready.

Like similar pronouncements for months, that is a Quixotic hope. Leading opposition groups, including the Syrian National Coalition and Syrian National Council — let alone insurgent factions — will not join talks without a promise that President Assad will step down from power.

The regime will not join without an assurance that Assad will not have to quit and he can stand for “re-election” in 2014.

Ahmad Jarba, the head of the Coalition, repeated that Assad’s departure is a pre-condition, and he also opposed an invitation to Iran to join the talks as a “provocation”.

5. November 2013, 23.15 Uhr:

Europa reagiert auf die syrische Flüchtlingskrise

von Thomas von der Osten-Sacken

The world must act on the Syrian refugee crisis fordert heute Hussein Ibish in einem Appell.

Und Europa reagiert:

Bulgarien hat mit der Errichtung einer 30 Kilometer langen Mauer an der Grenze zur Türkei begonnen, um das Eindringen illegaler Migranten aus Syrien zu verhindern. Die Einrichtung werde nach einem entsprechenden Beschluss der Regierung gebaut, teilte das Verteidigungsministerium in Sofia mit.

Die Schutzmauer entsteht auf dem kritischsten Abschnitt der südöstlichen Grenze zur Türkei. Angestrebt wird, dass die vom Bürgerkrieg in Syrien vertriebenen Menschen künftig nur über die offiziellen Grenzübergänge nach Bulgarien und damit in die EU kommen.

Und reagiert:

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex soll in Zukunft auf dem Meer aufgegriffene oder aus Seenot gerettete Flüchtlinge direkt in Länder außerhalb Europas zurückschieben dürfen – ohne dass sie vorher einen Asylantrag stellen können. Auch das Stoppen, Durchsuchen und Abdrängen von Booten mit Papierlosen auf Hoher See, also außerhalb der europäischen Hoheitsgewässer, soll den Grenzschützern künftig ausdrücklich erlaubt sein.

3. November 2013, 09.49 Uhr:

Jeder Zehnte ein Flüchtling

von Thomas von der Osten-Sacken

In Jordanien leben etwas mehr als sechs Millionen Einwohner. Inzwischen sind alleine nach Jordanien geschätzte 600 000 Syrer geflohen, das Zaatari Camp im Norden des Landes sei, so heißt es, mittlerweile die viertgrößte syrische Stadt.

Man stelle sich einmal vor, was hierzulande geschehe, Deutschland würde 8 Millionen Flüchtlinge aufnehmen. Das entspräche 10% der hiesigen Bevölkerung.

Apropos Flüchtlinge: Es handelt sich, nach Worten des UN-Flüchtlingshilfswerkes, längst um die größte Flüchtlingskatastrophe nach 1945. Interessiert das irgendwen? Nicht wirklich. Es hat noch nicht einmal eine, dieser ansonsten so obligatorischen und unerträglichen, ARD- und ZDF Spendengalen gegeben. Sollen sie doch verrecken, die Syrer. Sollen Jordanier, Libanesen, Türken und Iraker doch sehen, was sie mit all den Flüchtlingen machen. Hauptsache die kommen nicht nach Europa und Hauptsache es gibt keinen Krieg in Syrien.

Inzwischen sterben die ersten Flüchtlinge den Hungertod und viele werden, sollte die Lage sich nicht ändern, noch folgen. Auch Polio ist ausgebrochen. In Europa wird man das wohl bald als Grund anführen, warum keine weiteren Flüchtlinge mehr aufgenommen werden sollten, schließlich könnten sie ja den Virus einhschleppen.

Wie es Syrern derweil in Ägypten und Libyen geht, schildert eindrückliche eine Reportage aus Al-Ahram. Erst kürzlich hatte auch Amnesty einem Bericht schwere Vorwürfe gegen die ägyptische Regierung erhoben:

Syrische und palästinensische Flüchtlinge, die vor dem internen bewaffneten Konflikt nach Ägypten fliehen, werden dort rechtswidrig festgenommen, wochenlang inhaftiert und abgeschoben. Mindestens zweimal wurden Gruppen von Flüchtlingen nach Syrien abgeschoben und damit rücksichtslos den Gefahren des anhaltenden internen bewaffneten Konflikts ausgesetzt.

Letzte Meldung:

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex soll in Zukunft auf dem Meer aufgegriffene oder aus Seenot gerettete Flüchtlinge direkt in Länder außerhalb Europas zurückschieben dürfen – ohne dass sie vorher einen Asylantrag stellen können. Auch das Stoppen, Durchsuchen und Abdrängen von Booten mit Papierlosen auf Hoher See, also außerhalb der europäischen Hoheitsgewässer, soll den Grenzschützern künftig ausdrücklich erlaubt sein.

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