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Kürzliche Beiträge
18. April 2013, 17.01 Uhr:

Iran: Hausarrest ist kein Hausarrest, sagt der Ayatollah

von Wahied Wahdat-Hagh

Diejenigen, die gehofft hatten, dass die reformislamistischen Politiker Mehdi Karoubi und Mir Hussein Mousawi noch vor den iranischen Präsidentschaftswahlen freigelassen werden, könnten enttäuscht werden. Denn es gibt kein Anzeichen dafür. Im Gegenteil, mächtige Staatskleriker des Regimes wie Ayatollah Abbas Kaabi sprechen sich gegen eine Freilassung von Karoubi und Mousawi aus, berichtete Mehrnews am 18. April 2013. Kaabi ist Mitglied des Expertenrates, dessen Mitglieder den Revolutionsführer wählen.

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17. April 2013, 17.22 Uhr:

Iran: Interpol im Dienste der islamistischen Polizei

von Wahied Wahdat-Hagh

Die iranische Polizei will iranische Schauspielerinnen, die sich unislamisch kleiden, weltweit verfolgen, mit Hilfe von Interpol.

Wenn es nach Said Montazer’ul’Mehdi ginge, müsste Interpol jetzt aktiv werden und die iranischen Frauen, zumindest die berühmten Schauspielerinnen, die mit unislamischer Kleidung auf internationalen Bühnen auftreten, verhaften. Grund: Sie könnten ein Vorbild werden für Frauen im Iran.

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17. April 2013, 12.05 Uhr:

Kundgebung gegen iranische Regimevertreter in Hannover

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

 

Nachdem sich die Verantwortlichen der Evangelischen Akademie Loccum von der massiven Kritik an ihrer Iran-Konferenz unbeeindruckt zeigen, wird es am morgigen Donnerstag in Hannover vor dem Sitz der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche eine Kundgebung gegen den Auftritt des iranischen Botschafters und eines Vertreters jenes Außenministeriums geben, das 2006 in Teheran die Holocaustleugner-Konferenz organisiert hat. Der grüne Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler hat ebenso eine Grußbotschaft zur Unterstützung der Kundgebung angekündigt wie der niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete Michael Hans Höntsch.

Auch in den letzten Tagen riss die öffentliche Kritik an der Tagung nicht ab. Micha Brumlik und Hajo Funke verwiesen in der taz darauf, dass Ali Reza Sheikh Attar in seiner Zeit als Chefredakteur der iranischen Tageszeitung Hamshari unter anderem für einen Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb verantwortlich gewesen sein soll. Bild sprach angesichts der Einladung des iranischen Botschafters von einem „Eklat“ und einem „Affront gegen Juden und Christen“. Matthias Küntzel sieht laut Jerusalem Post in der Veranstaltung einen „Verrat an der iranischen Demokratiebewegung“ und empfahl den Veranstaltern, den Titel des Panels mit dem iranischen Botschafter gleich von „Neue Dynamik in der Iranpolitik“ in „Wie kooperiert man mit einem Holocaustleugner-Regime?“ umzubenennen. Auch das American Jewish Committee in Berlin schloss sich der Kritik an der Iran-Tagung an.

Für die Konferenz lag nicht nur ein noch nicht bewilligter Förderantrag beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vor, sondern auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung. Auf Anfrage hat diese gestern mitgeteilt, dass die Evangelischen Akademien in Deutschland die Tagung „aus der Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung herausgenommen und den entsprechenden Förderantrag zurückgezogen“ haben.

Markus Schaper, der Cheforganisator der Tagung, hatte am Montag eine Förderung durch die Bundeszentrale noch bestätigt und ließ sein politisches und moralisches Koordinatensystem deutlich erkennen, als er auf Anfrage erklärte, jemanden wie Wahied Wahdat-Hagh werde man auf Grund seiner öffentlich gemachten Kritik an der Konferenz in Zukunft ganz sicher nicht zu Iran-Veranstaltungen der Akademie einladen. Kurz zuvor hatte der Loccumer Studienleiter nochmals nachdrücklich die Einladung der Vertreter jenes Regimes verteidigt, das Wahdat-Haghs Vater genauso wie Tausende andere Iraner ermordet hat, Israel wiederholt mit der Vernichtung droht, fieberhaft daran arbeitet, sich die entsprechenden Technologien für seine Vernichtungsdrohungen und –fantasien zu beschaffen und jede Form von Dialog einzig und allein dazu nutzt, um weiter Uran anzureichern und an seiner Raketentechnologie zu feilen.

16. April 2013, 14.35 Uhr:

Multilateralismus in Aktion

von Thomas von der Osten-Sacken

Erinnert sich noch wer, so zehn Jahre war es her, als in Deutschland geschlossen der Ruf ertönte, Krisen im Nahen Osten und anderswo auf der Welt müssten ganz multilateral gelöst werden, unter Zuhilfenahme der geballten Kompetenz deutscher Friedens- und Konfliktforschungsinstitute und auf eine Stärkung der UN hinauslaufen? Die Mantra konnte damals vom Kanzler bis zum abgehalfterten Provinzfriedensaktivisten jeder im Schlaf herunterbeten.

Nun leben wir in einer ganz multilateralen Welt, die USA spielen längst nicht mehr den, so oft kritisierten, Weltpolizisten, die Bühne ist frei für den großen Auftritt der UN. Der aber irgendwie, zumindest was Syrien anbelangt, so gar nicht kommen mag.

Letzter Ausdruck der absoluten Hilflosigkeit der Vereinten Nationen ist ein Aufruf und Appell, der sicher gut gemeint ist, aber so klingt als käme er von einem Zusammenschluss lokaler Friedensinitaitiven aus Schleswig Holstein und nicht von fünf der bedeutensten UN-Agenturen selbst:

Our appeal today is not for more resources, needed as they are. We are appealing for something more important than funds,” they said. “To all involved in this brutal conflict and to all governments that can influence them:

In the name of all those who have so suffered, and the many more whose futures hang in the balance: Enough! Summon and use your influence, now, to save the Syrian people and save the region from disaster.

14. April 2013, 12.02 Uhr:

Kinderkiller als Held

von Thomas von der Osten-Sacken

Eine herausragend ekelhafte Initiative, die, man muss es so drastisch sagen, von nichts als moralischer Verkommenheit zeugt, haben 110 jordanische Parlamentarier gerade auf den Weg gebracht:

110 Parliament members sign petition demanding release of soldier who killed seven Israeli schoolgirls in 1997; ‘He’s a hero,’ says former justice minister; victims’ parents say will fight against release

An overwhelming 110 members of the Jordanian House of Representatives signed a petition demanding a pardon for a Jordanian soldier who shot and killed seven Israeli schoolgirls in 1997. Ahmad Musa Mustafa Daqamseh shot the girls during a school fieldtrip in Naharayim, near the Israel-Jordan border, and is currently serving a life sentence.

13. April 2013, 11.15 Uhr:

Alle gegen Attar: Weiter Kritik an Ev. Akademie

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

Die Kritik an der Iran-Konferenz der Evangelischen Akademie Loccum reißt nicht ab. Mittlerweile fordern auch die Jusos Niedersachsen die Ausladung des iranischen Botschafters. Die Grüne Jugend Hannover ruft zu Protesten gegen die Tagung auf, sollte die Einladung an Ali Reza Sheikh Attar nicht zurückgenommen werden. Micha Brumlik hat der Akademie mitgeteilt, dass sie für ihn durch die Einladung von Vertretern „eines folternden, mordenden und antisemitischen, den Holocaust leugnenden, klerikalfaschistischen Regimes … aus dem Kreis ernst zu nehmender Institutionen öffentlicher Meinungsbildung ausscheidet.” Henryk M. Broder hat den evangelischen Funktionären in Erinnerung gerufen, dass „auch die iranische Diktatur eines Tages vorbei sein [wird], und dann werden sich die braven Protestanten einiges einfallen lassen müssen, um ihre Liebesdienste gegenüber den Mullahs und Ayatollahs zu erklären.”

Christen, die das Evangelium offensichtlich anders verstehen als die Verantwortlichen in der Akademie, haben ihr Entsetzen über die Einladung von Attar und von Kazem Sadjadpour vom iranischen Außenministerium zum Ausdruck gebracht. Kenneth R. Timmerman, Präsident der in den USA tätigen Foundation for Democracy in Iran, hält „as a believing Christian“ die Einladung von Vertretern eines Regimes, „that openly calls for the destruction of the State of Israel and tracks down and murders dissidents“ durch eine kirchliche Institution für einen „insult to Christians everywhere.“ Der deutsche Theologieprofessor Wolfgang Stegemann sieht das genauso. Farid Ghadry von der Reform Party of Syria fordert „as a Muslim“ die Ausladung des iranischen Botschafters.

Offenbar wollten sich die Veranstalter der Tagung nun dadurch einen Persilschein holen, dass sie im Nachhinein doch noch iranische Oppositionelle zu der Tagung einladen, allerdings nicht anstatt der Repräsentanten der Ajatollahs und Revolutionswächter, sondern gemeinsam mit ihnen. Was davon zu halten ist, hat Wahied Wahdat-Hagh dem Konferenzorganisator Marcus Schaper unmissverständlich mitgeteilt: „So gern ich auch auf einer Ihrer Konferenzen … reden würde, können Sie wahrlich nicht von mir verlangen, dass ich mich mit meinen potentiellen Henkern an einen Tisch setze, mit einem der ein politisches System vertritt, das meinen Vater hingerichtet hat … Alle die dort auftreten, machen sich in meinen Augen mitschuldig … Laden Sie den iranischen Botschafter aus und sprechen Sie über die Zukunft des Iran, über eine Zukunft jenseits der ‚Islamischen Republik Iran’.“

Bleibt die Frage, warum sich bisher eigentlich noch keine einzige der zahlreich existierenden Antifa-Gruppen in Deutschland gegen den Auftritt von Vertretern eines Holocaustleugner-Regimes, das sich größter Beliebtheit bei der NPD und den ungarischen Jobbik-Nazis erfreut, zu Wort gemeldet oder zu Protesten aufgerufen hat?

10. April 2013, 17.12 Uhr:

Antisemitismus und arabischer Frühling

von Thomas von der Osten-Sacken

Auch wenn man in Frage stellen kann, ob jetzt schon die Zeit gekommen ist vom Scheitern des arabischen Frühlings zu sprechen und oppositionelle Iraner aus verschiedenen Gründen, die hier alle anzuführen nicht der Platz ist, sich gerne äußerst skeptisch zeigen, wenn es um die arabische Welt geht, ist dieser Beitrag doch unbedingt lesenswert. Denn solange Antisemitismus und Israelhass endemisch sind un sowohl von regierungen wie Opposition, Islamisten wie sog. Säkularen gepflegt werden, wird es nicht mit der Transformation der arabischen Gesellschaften:

I strongly believe that if we are going to establish a healthy, tolerant society that respects differences, and pursues a pluralistic democracy, we have to accept that Jews and the Jewish community have been part and parcel of our own communities. This affirmation of coexistence represents the essence of today’s civilization. An ‘Arab Spring’ without religious tolerance that rests on strong anti-Semitic attitudes cannot bring about genuine democracy and freedom. In a peaceful and democratic Middle East, everyone can prosper and flourish. (…)

We need to be self-critical and reexamine our values and revise the way of thinking which has led us to this chaos. We need to address this if we are to live in a better future. We should embrace and welcome the very existence of the Jewish state and its people as a dispersed but indigenous and ancient regional nation. Most of the wars and clashes in the Middle East and North Africa have taken place between the Arab and Muslim countries themselves. Despite nonsensical remarks made by certain extremist Muslim and even Jewish (Neturei Karta) clerics, the disappearance of the State of Israel would not solve the region’s lingering problems. The existing culture of fratricide and endless clashes among rival groups within the Arab and Muslim countries exist irrespective of the State of Israel and have nothing to do with it.

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