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Kürzliche Beiträge
4. Januar 2013, 15.06 Uhr:

Juden killen, egal wo

von Thomas von der Osten-Sacken

Da sie momentan durch innenpolitische Probleme und internationale Verträge, die sie einhalten müssen, da sonst die finanzielle Hilfe aus den USA gestoppt werden würde, gezwungen sind, das Friedensabkommen mit Israel einzuhalten, können die Muslimbrüder nicht ganz so reden, wie sie es vermutlich gerne täten. Es verbietet sich also, Israel mit Vernichtung oder Auslöschung zu drohen, eben weil  Camp David einem die Hände bindet und zudem jeder Drittklässler weiß, dass die ägyptische Armee nun wahrhaft momentan keine existientielle Bedrohung für den jüdischen Staat darstellt.

Nun haben die Brüder aber jahrzehntelang gegen genau diesen Friedensvertrag gewettert und sind heute kein bißchen weniger antisemitisch, als damals noch in der Opposition gegen Mubarak.

Sicher, man kann nun auch eine typisch nahöstliche Verschwörungstheorie entwicklen, dann klingt das Ganze so:

There is no question about it: the Muslim Brotherhood’s organizations all over the Arab world have stumbled on a foreign policy governing formula that ruling Arab families have stuck to for decades. It’s simple: an alliance between a governing party or a ruling family in the Arab world and the Western Zionists can bring about Western governmental support.

Aber die Tatsache bleibt bestehen, die Truppe steht, seit sie an der Regierung ist, vor einem weiteren Dilemma. Präsidentenberater Essam al-Erian hatte deshalb kürzlich eine brilliante Idee. Man droht Israel nicht mit Vernichtung, wie Kollege Ahmedinejad im Iran, sondern prophezeit einfach das kommende Ende des jüdischen Staates binnen einer Dekade und fordert präventiv schon einmal die Rückkehr der nach Israel vertriebenen bzw. ausgewanderten ägyptischen Juden.

Da allerdings hat al-Erian die Rechnung ohne den ägyptischen islamischen Jihad und Konsorten gemacht:

The Islamic Jihad movement has called on the Freedom and Justice Party’s Essam al-Erian to resign from his role as advisor to the president and apologize to the Egyptian people for his statement asking Egyptian Jews to leave Israel and reclaim their properties back at home. (…)

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4. January 2013, 12.42 Uhr:

Islamistischer Antisemitismus made in Iran

von Wahied Wahdat-Hagh

Deutlicher kann der iranische Antisemitismus nicht sein. Weil das französische Magazin Charlie Hebdo zum dritten Mal Mohammad-Karikaturen veröffentlicht, will der Iran erneut ein antisemitisches Karikaturen-Festival zum Thema Holocaust organisieren.

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Stichworte: antisemitismus, iran

4. January 2013, 00.48 Uhr:

It's the money, stupid

von Thomas von der Osten-Sacken

Die ägyptische Ökonomie befindet sich im freien Fall, im Dezember brach der Torismus um über ein Drittel ein und nun verliert das Pfund kontinuierlich an Wert, eine Katastrophe für ein Land, in dem 40% der Menschen in Armut leben und zugleich auf importierte Nahrungsmittel angewiesen sind. Und wie es aussieht wird nicht der Imperialismus, auch nicht der Zionismus oder irgend ein anderer äußerer Feind für die Misere verantwortlich gemacht, sondern Präsiden Mohamad Mursi und seine Muslimbrüder. Und die Lage dürfte sich eher noch verschlechtern in der nächsten Zeit:

The pound’s fall and the accompanying inflation will complicate the task facing Morsi as he tries to revive an economy broken by two years of turmoil.

The confrontational politics of Egypt’s new democracy has already emerged as a major influencing factor.

Facing a backlash in the street over his move to fast-track a constitution many see as repressive, morsi last month postponed tax rises believed to be part of an austerity package needed to secure an International Monetary Fund loan of $4.8 billion.

Morsi finds himself with a stark choice: the IMF loan is viewed as essential to dig the country out of its financial crisis and avoid a potentially uncontrollable fall in the currency’s value. But to get the loan, morsi would almost certainly have to press ahead with the unpopular measures.

Either option brings even higher political costs.

As it gears up for new parliamentary polls due to begin in less than two months, the Muslim Brotherhood’s political arm, the Freedom and Justice Party (FJP), has tried to distance itself from some of morsi’s decisions.

The FJP was the biggest party in the lower house of parliament that was dissolved in June by a court ruling.

With the Brotherhood’s popularity already in retreat, the economy threatens to further undermine its performance in the coming polls.

3. January 2013, 17.27 Uhr:

Mursi im Anflug

von Jörn Schulz

Eine offizielle Bestätigung der Bundesregierung gibt es noch nicht, aber der ägyptische Präsident Mohammed Mursi kommt offenbar nach Deutschland, am 29. oder auch am 30. Januar. Was fordert die Bundesregierung nach Mursis kaltem Putsch, den Angriffen auf säkulare Protestierende und dem Inkrafttreten einer reaktionären Verfassung, der kaum mehr als ein Fünftel der Wahlberechtigten zustimmte? Genau, den Dialog. „Westerwelle appellierte an alle Kräfte, sich nun ‚dem neuen Ägypten im Geiste des Ausgleichs, der Inklusivität und der Toleranz zu verschreiben’.“

Man fragt sich immer wieder, auf welchem Planeten Westerwelle lebt, wenn er nicht gerade auf der Erde eine Pressekonferenz gibt. Man kann sich allerdings auch fragen, ob er nicht vielleicht doch weiß, was er tut, und der Bundesregierung der „gemäßigte Islamismus“ als zeit- und kulturgemäßes wirtschaftsliberales Regime gilt, das man, garniert mit den üblichen Phrasen, ganz bewusst unterstützt. Wahrscheinlich will man auch wissen, wen man in Zukunft bestechen muss, um den Ägyptern überteuerte Infrastrukturprojekte anzudrehen. Mursi reist nämlich mit einer „Wirtschaftsdelegation“, also staatsnahen Unternehmern an. Zumindest in dieser Hinsicht folgt er also westlicher Tradition.

Da sollte auch die Linke ihren besseren Traditionen folgen und die Gelegenheit für eine Solidaritätskundgebung oder –demonstation zur Unterstützung der säkularen Opposition nutzen. Einen ersten Aufruf gibt es bereits. Auf Anhieb fällt mir leider nichts Böses ein, das sich auf Mursi oder Muslimbrüder reimt, aber bis Ende Januar ist ja noch ein bisschen Zeit.

2. January 2013, 15.17 Uhr:

Solireisenboom in Gaza

von Thomas von der Osten-Sacken

Immerhin freuen sich die Hotelinhaber des Gazastreifens, ja von einem echten Boom in der Branche ist schon die Rede. Ausgebucht sei man dank der ganzen Solidaritätsdelegationen, die nach “Operation Pillar of Defense” in den Streifen geströmt seien:

Hamas’ foreign ministry estimates that some 5,000 visitors have arrived in the Strip as part of these delegations.

Salah Abu Hatzeira, a senior member of Gaza’s hotel and restaurant association, says hotel owners in the Strip are finally seeing the light after many years.

According to Abu Hatzeira, the Gaza Strip has 17 hotels offering 450 rooms, most of which have been occupied since the recent round of fighting.

 

30. December 2012, 13.57 Uhr:

Gambled and lost

von Thomas von der Osten-Sacken

Zvi Mazel, ehemaliger israelischer Botschafter in Kairo, über das ägyptische Verfassungsreferendum und die Zukunft der Muslimbrüder:

Though the constitution was adopted, this was not a victory for democracy or for Egypt, and there was little rejoicing at the victory of political Islam. The country is deeply divided. The National Salvation Front has issued a call to continue the fight against the imposition of Shari’a and for the adoption of a constitution that takes all citizens into consideration. (…)

Morsi had gambled – and lost. He had thought that once the constitution was accepted he would regain the legitimacy he had lost because of widespread opposition, ongoing demonstrations and the growing number of resignations among his close aides.

24. December 2012, 16.01 Uhr:

Giftgaseinsatz in Homs

von Thomas von der Osten-Sacken

Laut Ynet wurde heute von der syrischen Armee Giftgas in Homs eingesetzt:

Seven people were killed in Homs’ rebel-held neighborhood of al-Bayyada when they inhaled poison gas sprayed by Syrian Army forces, opposition activists told Al-Jazeera on Monday.
Scores of others suffered from nausea, relaxed muscles, blurred vision, and breathing difficulties.
“Medics are saying it’s something similar to sarin gas,” said Raji Rahmet Rabbou, an activist in Homs.
In a video posted online, a man who inhaled the gas said, “I felt something within a few seconds. I felt my throat block up as I tried to breathe. I couldn’t see; I was blinded. I felt that my muscles were relaxed. I was paralyzed. People had to carry me here.”

Osen Hunter hat die Symptome der Betroffenen inzwischen analysiert und kommt zu folgendem vorläufigem Schluss:

No proper analysis can be made without toxicology reports, and makeshift battlefield hospitals in Syria lack the most rudimentary of emergency medical supplies, much less sophisticated labs. Moreover, characteristics (e.g., odor) and lethality of agents varies widely as a function of toxin concentration. With these caveats clearly in mind, we can make some estimates based on what we’ve seen and heard in Syria. (…)

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