Schlüppis
Kürzliche Beiträge
14. Mai 2013, 04.30 Uhr:

Schiiten und nackte Frauen

von Thomas von der Osten-Sacken

Mit der islamischen Einheit, die sie so gerne gegen Israel und andere Feinde beschwören, ist es nicht wirklich gut bestellt. Dass er seine schiitischen Glaubensbrüder aber so schlimm findet? Etwas verwerflicheres als nackte Frauen, gibt es das? Vielleicht nackte jüdische Frauen?

In einer Debatte über die Frage im ägyptischen Oberhaus, ob man das Land für iranischen Tourismus öffnen solle, erklärte Tharwat Attallah von der  salafistischen  Nour Partei:

“The Shias are more dangerous than naked women” und rief zum Boykott auf. Aber Boykott Irans, der doch so ganz doll gegen die USA und Israel ist? Tut man sich da nicht mit dem zionistischen Feind gemein?

MP Yehia Abo El-Hassan from the Islamist Al-Wasat Party disagreed with their concerns, saying that “the countries that cut off relations with Iran are the US and Israel.”

Am besten sie fragen bei den Gelehrten der Al-Azhar Universität nach, was den die heiligen Schriften zu diesem Problem so sagen. In parlamentarischer Debatte dürfte es kaum zu lösen sein.

 

Quelle: http://english.ahram.org.eg/NewsContent/1/64/71355/Egypt/Politics-/Shias-are-more-dangerous-than-naked-women-Salafist.aspx

8. Mai 2013, 22.39 Uhr:

Blaming the West

von Thomas von der Osten-Sacken

“Blaming the West for All and Everything” ist zwar eine im Nahen Osten arg beliebte Art und Weise das eigenen Totalversagen zu verleugnen, und dieser ehemalige FSA Kämpfer ist ganz sicher alles andere als sympathisch, sonst hätt’ er sich aus keinen Gründen immer den Islamisten angeschlossen, aber widersprechen mag man ihm in diesem Falle keineswegs:

“No one should blame us for joining al-Nusra. Blame the west if Syria is going to become a haven for al-Qaida and extremists. The west left Assad’s gangs to slaughter us. They never bothered to support the FSA. They disappointed ordinary Syrian protesters who just wanted their freedom and to have Syria for all Syrians.”

8. Mai 2013, 14.42 Uhr:

Iran rekrutiert Terroristen

von Wahied Wahdat-Hagh

Eine iranische Website, die dem Revolutionsführer Ali Khamenei zugeordnet wird, rekrutiert mit Plakaten und propagandistischen Texten Terroristen, die gegen den „salafitischen Abschaum“ und „zionistische Hunde“ kämpfen sollen. In der Erklärung wird an den „Stolz der jungen Iraner“ plädiert, die ihre „revolutionäre Pflicht erledigen“ sollen und „Widerstandszellen“ bilden und nach Syrien reisen sollen, um dort gegen Israel zu kämpfen.

Weiterlesen.

6. Mai 2013, 23.57 Uhr:

Notizen jenseits der roten Linie

von Thomas von der Osten-Sacken

Ein paar Zitate zur Tragödie in Syrien

Etwa diese Zeilen von Barry Rubin:

Up to 5000 Hizballah troops, better organized than the rebels, have entered Syria to fight for the regime. They are acting in self-interest to protect Shia villages and keep their military supply lines open. (Incidentally, Hizballah is using Syrian- and Iranian-provided weapons that the United States and UN promised Israel they would block them from obtaining back in 2006.) It could take two years or more for a rebel victory and even then it isn’t assured.

One reason for the regime gains is that it has more reliable allies. Who would you rather have behind you, Russia, Iran, Iraq, and Hizballah or the United States, EU, UN, and Arab League? Silly question, isn’t it?

But the second civil war—the one within the rebel side–looks just as bad. Who would you rather have behind you: the United States, Qatar, Saudi Arabia, and Turkey—as the Islamists have had until quite recently when the Americans started waking up—or the moderate rebels who have had….nobody. The U.S. government suddenly discovered that it has helped put advanced weapons into the hands of al-Qaida and other Salafist groups? Obama isn’t bothered by arming the Muslim Brotherhood.

Wichtig auch anzumerken, dass die Militäreinrichtungen, die die Israelis in Damaskus bombardiert haben, zuvor von Europäern erbaut wurden. Oder die  Reaktionen syrischer Oppositioneller auf den israelischen Angrif, über die zuerst die Journalistin  Jenan Moussa, eine Journalistin aus Dubai auf Twitter schrieb: I never thought moment would come that Syrians applaud Israeli strikes on their country.

Die Times of Israel hat dazu heute einen längeren, lesenswerten Artikel publiziert.

Die ganzen guten alten Gewissheiten, die so zielsicher über Jahrzehnte geholfen haben, den Nahen Osten zu der tristen Region zu machen, die er ist, sie funktionieren irgendwie nicht mehr. Ob man heimlich den Israelis zum Bomardement applaudiert  oder Überschriften liest, dass die Hizbollah dem Westen  vorwerfe, radikale Islamisten zu unterstützen, das alles will nicht mehr in die alten Raster passen.

6. Mai 2013, 17.59 Uhr:

Chinesisch-iranischer Tauschhandel

von Wahied Wahdat-Hagh

Die chinesisch-iranischen Handelsbeziehungen sind nach einem Bericht von BBC-Farsi trotz der Sanktionen verhältnismäßig umfangreich und haben in den letzten 10 Jahren Zuwachs verzeichnet.

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5. Mai 2013, 12.35 Uhr:

Wie ein israelischer Kampfjet über Damaskus abgeschossen wird

von Thomas von der Osten-Sacken

Manar TV meldet die Nachricht als erster Sender:

Israeli jet shot down over Damascus: Hezbollah TV

Wie dieser große Sieg der syrischen Luftabwehr zustande kam? Nun, einige Mitarbeiter des syrischen staatlichen Fernsehsenders Sana mussten dafür offenbar mit ein paar Farbeimern  und Pinseln eine Nachtschicht einlegen:

Breaking #sana tv crew caught painting an old mig fighter tail with israeli airforce markings near #damascus

 

3. Mai 2013, 01.31 Uhr:

Der Westen atmet durch - Syrisches Giftgas löst sich in Luft auf!

von Oliver M. Piecha

Ein verpatztes Jubiläum.

Der April 2015 wäre es wohl gewesen: 100 Jahre Giftgaskrieg. Zumal die deutschen  Feuilletons kann man sich dazu sehr gut vorstellen: wie schlimm, schon damals und Fritz Haber, Halabja und Zyklon B und in der Folge überhaupt.

Giftgas mögen wir nämlich gar nicht, wir Europäer.  Sehr, sehr hässlich, eine böse Geschichte. Keiner mag das, und die deutsche Beteiligung am irakischen Giftgasprogramm, ja, sehr unangenehm, wir bekennen unsere uralte Schuld …

Der Terror, den ein Baath-Regime mit Gas entfesselt hat, er nützt nun dem anderen Baath-Regime, und diese alte, gnadenlose  Botschaft lautet:  Wir werden  töten, koste es, was es wolle. Es gibt keine andere ultima ratio dieses  Regimes.

Die Angst der widerstrebenden, demonstrierenden, kämpfenden Syrer ist es mit Gas totgemacht zu werden wie die Menschen in Halabja 1988. Das ist die Logik des Regimes.  Und Europa, das ist wichtig, Europa hat damals, 1988,  geschwiegen.

Die Zeiten sind andere; auch zum Glück?

Nur soll es sich jetzt aus den Proben verflüchtigt haben, das ominöse Giftgas.  So, so, das sagt der britische Verteidigungsminister. Nicht mehr nachweisbar, tja. Aber nun sei das syrische Regime auch gewarnt, und wird bestimmt, hoffentlich, mal sehen, auch kein Giftgas mehr einsetzen. So ungefähr sagt das also der britische Verteidigungsminster. Denn, so fährt er fort, ja, sicher, wenn man solche Fernsehbilder wie von den irakischen Giftgasangriffen gen Halabja weiland vorliegen hätte, also Bilder, nur zur Erinnerung,  von übereinandergestapelten toten Familien und sicher, ein paar hundert oder tausend Toten, wären das dann schon, das sagt er auch, ein Grund, die Unpopularität einer Intervention zu überdenken.

Uff, sagen sie da wohl  im syrischen Generalstab, grad nochmal gutgegangen. Da warten wir wieder ein paar Tage. Obwohl? wieso eigentlich? Die Hauptsache ist doch, es bleibt überschaubar. (Nur im April 2015, wiegesagt, da sollten sie besser achtgeben - wenn es dann allerdings noch eine staatliche Armee Assads geben sollte, wofür eher weniger spricht).

Die Frage, ob und wie in Syrien interveniert werden muß, ist tatsächlich schwierig. Und selbst das gemeinsame ratlose Hadern eines amerikanischen und deutschen Verteidigungsministers ist nicht ganz unverständlich - wie hat es Thomas de Maizièregerade in Washington gerade formuliert: „Die Lösungsmöglichkeiten von außen sind begrenzter als wir uns das wünschen.“ Alle denkbaren Optionen einzugreifen hätten schwere Nachteile, sagt er.

Ja, so ist das mit der Politik. Man muß Entscheidungen treffen, das ist eine genuine Aufgabe des Politikers. Oder aber man referiert.  Oder man mahnt. Oder man gibt möglicherweise auch zynische Kommentare ab. Das wäre aber doch eigentlich eher die Position eines politischen Kommentators? Fatal wird es nun, wenn qua ihres Amtes zum Handeln bestimmte Politiker offensichtlich aus Hilflosigkeit die Seiten wechseln und nurmehr kommentieren. Zynisch kommentieren zumal, aber unter dem Deckmantel der Bedenkenträgerei. Also gibt man Assad dezente Handlungsanweisungen.

Seien wir optimistisch: im Rahmen der WK I - Feierlichkeiten werden Giftgansangriffe demnächst ziemlich problematisch - medientechnisch gesehen. Die Syrer müssen halt einfach bis dahin die Luft anhalten.

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