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Missy-Magazin
Kürzliche Beiträge
1. März 2013, 16.26 Uhr:

Iran: Bauernaufstand wegen Wassermangel

von Wahied Wahdat-Hagh

In der Provinz Isfahan gab es in den letzten Tagen Bauernaufstände. Am 23. Februar wurde gemeldet, dass Bauern aus Ost-Isfahan Wasserrohre, die von Isfahan in die Städte Yazd und Rafsanjan führten, gesprengt haben. Daraufhin wurden einige Bauern verhaftet. Protestierende stürmten dann die Polizeistation, die Verhafteten wurden entlassen.

Die Nachrichtenagentur Farsnews berichtet, dass angeblich der Gouverneur der Provinz Isfahan sich mit den Bauern geeinigt habe. Jedenfalls habe er deutlich gemacht, dass „ein aufgeregtes Klima“ nichts nütze. Wie BBC-Farsi meldet, sind die Bauern sehr unzufrieden, weil ihnen „der Wasserzufluss abgeschnitten“ worden ist. Tatsächlich wird das Wasser in andere Regionen umgeleitet.

Die Bauern haben verschiedene technische Einrichtungen, die das Wasser von „Sayande Rud“ in Isfahan nach Yazd umleiten, zerstört. Inzwischen wird das Wasser in Yazd rationiert. Die Revolutionsgardisten geben den örtlichen Behörden die Schuld für die Aufstände, die offenbar andauern. Inzwischen haben die Bauern in Isfahan inzwischen auch Busse in Brand gesetzt.

Wahied Wahdat-Hagh, Fellow bei der European Foundation for Democracy.

Im Iran entscheidet letztlich der „Führer“ über das Atomprogramm und nicht die Atomunterhändler, die lediglich den Auftrag haben die Verhandlungen möglichst in die Länge zu ziehen.

Die Freitagsprediger im heutigen Iran unterscheiden sich von der großen Masse der Prediger. Sie bestimmen die Politik der Diktatur und verbreiten sie, im Namen der Religion und des Gebets und in der Form der Hasspropaganda.

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Die islamistische Diktatur hat einen Grund zu feiern. Sie hat im Konflikt um ihr Atomprogramm wieder Zeit gewonnen und die Gegenseite hat keinen einzigen Punkt gemacht. Auf der Expertenebene sollen die Verhandlungen mit dem Iran am 17. und 18. März in Istanbul weitergehen und die fünf Vetomächte des UN-Sicherheitsrats sowie Deutschland wollen ihre Gespräche mit den iranischen Atomunterhändlern am 5. und 6. April in Almaty fortsetzen.

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27. Februar 2013, 11.34 Uhr:

Tanzen gegen Islamisten

von Thomas von der Osten-Sacken

Man muss nicht unbedingt ein Freund von Kleinkunstdarbietungen sein, um sich hierueber zu freuen und gutes Gelingen zu wuenschen:

Mit unangemeldeten Tanz-Aktionen bringen die “Danseurs Citoyens” seit einigen Monaten nun Kunst auf die Straßen von Tunis. Der Marktplatz wird ebenso zur Bühne wie der Busbahnhof, die Avenue Bourguiba und das Innenministerium werden zur Kulisse für die jungen Tänzer. Männer und Frauen, ausgebildete Tänzer und Autodidakten überraschen die Passanten mit Elementen aus Streetdance, klassischem Ballett und modernem Tanz. Mitten im Alltag der Menschen.

Und dort sind sie willkommen: Das Publikum reagiert überrascht, aber positiv auf die Handvoll Tänzer, die sich eines wachsenden Bekanntheitsgrades erfreuen – Youtube und Facebook sei Dank. Die Mitschnitte der Tanz-Aktionen sind Renner im Internet, jeden Tag steigen die Klickzahlen der Videos, die unter dem Titel “Je danserai malgré tout – ich werde trotz allem tanzen” die einzigartigen Momente einfangen. Eine junge Tänzerin dreht Pirouetten zwischen Gemüseständen, ein Paar versinkt im Tanz vor Polizeiwagen, ein Breakdancer zeigt am Busbahnhof den Wartenden, was er kann. (…)

Dass die jungen Frauen mit offenen Haaren und in weiten Hosen mitten auf der Straße tanzen, rief auch schon harsche Kritik hervor.

Davon einschüchtern lassen sich die jungen tanzenden Bürger Tunesiens aber nicht: “Der Tanz ist unsere Form des Widerstandes gegen den religiösen und gesellschaftlichen Dogmatismus", sagt Bahri Ben Yahmed. “Mit unseren Aktionen erinnern wir die Tunesier daran, dass nur sie selbst über ihre Körper bestimmen dürfen. Wir appellieren an ihre Lebensfreude und laden sie ein, die Kunst mit uns zu teilen.”

26. Februar 2013, 20.49 Uhr:

Kerry in Kairo

von Thomas von der Osten-Sacken

Der neue US-Aussenminister John Kerry, der einst eine so gute Beziehung mit Bashar al Assad pfelgte, wird in Kuerze in Kairo erwartet. Erstaunlicherweise wird allerdings erwartet, dass Kerry zwar das gute Verhaeltnis zu den regierenden Muslimbruedern, das die Obama Administration unterhaelt, weiter fuehren, aber etwas haertere Toene anschlagen wird, als seine Vorgaengerin Hillary Clinton:

“Unlike [outgoing US state secretary] Hillary Clinton, Kerry won’t be satisfied with the Brotherhood’s management and containment of Hamas in Gaza,” said one Egyptian diplomatic source. “He will also want more in terms of Egypt’s domestic situation. Indeed, he won’t be as restrained in his reactions as Clinton was regarding clashes between protestors and police outside Egypt’s presidential palace.”

25. Februar 2013, 18.51 Uhr:

Triggerwarnung: "suggestive sexuelle Akte"!

von Bernd Beier

Aymen Ben Ammar, ein junger tunesischer Islamist, der bereits mit hohen Würdenträgern der islamistischen Partei al-Nahda wie Rached Ghannouchi und mit den sogenannten Ligen zum Schutz der Revolution gesehen wurde, die von der Opposition als “Milizen al-Nahdas” bezeichnet werden, teilt mit:

“Ich kontaktiere Herrn Abdellatif Abid, den Erziehungsminister, um mich mit ihm über das Thema des Videos zu unterhalten, das in den sozialen Netzen kursiert, wo man sehen kann, wie sich am Gymnasium Père Blanc in Menzah 1 Schüler entkleiden und sich an suggestiven sexuellen Akten beteiligen. Nach unserer Koordinierung wurden notwendige und unmittelbare Maßnahmen gegen den Direktor, die Aufsichtspersonen und die Schüler eingeleitet, die diesen verachtenswerten Akt begangen haben. Ich werde Sie über das darauf Folgende auf dem Laufenden halten, ich schwöre, dass sie schnellst möglich entlassen oder der Schule verwiesen werden und werde die Beweise für den Schulverweis der Schüler und die Entlassung der inkriminierten Angestellten veröffentlichen, gemäß der Vereinbarung, die mit dem Minister getroffen wurde.“

Das von der denunzierenden Spaßbremse inkriminierte Video, das innerhalb kürzester Zeit 40 000 Clicks erhielt und auf der Webpage zu sehen ist, wurde im Rahmen des Internethypes um den “Harlem Shake” gedreht, hier gibt es weitere erschreckende Beispiele.

23. Februar 2013, 22.40 Uhr:

Salehi kommt nach Wien

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

Nach Berlin nun also wieder einmal Wien: nach seinem unrühmlichen Auftritt bei der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik, der von einer schönen kritischen Intervention begleitet wurde, steht kommenden Mittwoch der nächste Europabesuch des Außenministers des iranischen Regimes an: Ali Akbar Salehi soll in der österreichischen Hauptstadt am 27. und 28. Februar am „Global Forum“ der „UN Alliance of Civilizations“ teilnehmen. Und zwar genau dort, wo  noch vor einem Monat jene europäischen Rechtsradikalen auf ihrem Akademikerball das Tanzbein schwangen, die sich durchaus für den antiwestlichen und antiliberalen Furor der iranischen Ajatollahs und Pasdaran begeistern können: in der Wiener Hofburg. Die angesichts ihres kulturrelativistischen Einschlags ohnehin äußerst frag- und kritikwürdige Veranstaltung, die sich gegen „Polarisierungen“ und „Extremismus“ wenden will, gerät durch die Teilnahme Salehis vollends zu einer Propagandaplattform des radikalen Islamismus.

Mittlerweile sollte sich rumgesprochen haben, dass jeder Auftritt von hochrangigen Vertretern des iranischen Regimes die Sanktionsbemühungen gegenüber den Machthabern in Teheran konterkariert und der Opposition im Iran und im Exil in den Rücken fällt. Jeder Auftritt des iranischen Außenministers nutzt der Legitimation der Politik des iranischen Regimes, die bekanntlich das Organisieren von Konferenzen zur Leugnung des Holocausts und wiederholte Vernichtungsdrohungen gegen den jüdischen Staat beinhaltet. Besonders bemerkenswert ist im aktuellen Fall, dass der iranische Chefdiplomat bei einer Konferenz freundlich empfangen werden und eine Bühne geboten bekommen soll, der es angeblich um den „Schutz religiöser Minderheiten“ geht. Immerhin repräsentiert Salehi ein Regime, das Christen drangsaliert, gegen Juden hetzt und die Bahai massiv diskriminiert und verfolgt.

Nichtsdestotrotz hat das österreichische Außenministerium angekündigt, dass Außenminister Michael Spindelegger am Rande der Konferenz, die u.a. von der seit Jahrzehnten im Iran aktiven OMV und der beim Lobbying für Iran-Geschäfte ausgesprochen engagierten Österreichischen Wirtschaftskammer gesponsert wird, Gespräche mit dem Chefdiplomaten des iranischen Terrorregimes führen wird. Man wolle das nicht an die große Glocke hängen, aber Salehi stünde auf der Liste mit Gesprächspartnern des Außenministers, Vizekanzlers und Bundesvorsitzenden der konservativen ÖVP. Das erklärte der zuständige Sprecher des Außenministeriums, Martin Weiss, auf Nachfrage. Wien setzt damit den Kuschelkurs mit den Mördern der iranischen Opposition fort und verschafft durch den anhaltenden Dialog mit dem Terror-Regime den Teheraner Machthabern eine Legitimation, die es bei der iranischen Bevölkerung schon längst verloren hat.

Das Bündnis STOP THE BOMB hat angekündigt, am Mittwoch, den 27. Februar ab 9:00 Uhr am Heldenplatz vor der Hofburg gegen die Hofierung des Außenministers des iranischen Holocaustleugner-Regimes zu demonstrieren.

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