Schlüppis
Missy-Magazin
Kürzliche Beiträge
19. Januar 2013, 14.00 Uhr:

Libyen jetzt "partly free"

von Thomas von der Osten-Sacken

Positive Nachrichten aus Libyen, das im Ranking von Freedom House aufgestiegen ist:

Libya under Mu’ammar al-Qadhafi ranked among the world’s worst tyrannies for decades. However, it recorded major gains in 2012, especially on political rights indicators, and is now ranked as Partly Free. Despite predictions of chaos and failure, the country held successful elections in July for a General National Congress that included candidates from a range of regional and political backgrounds. Meanwhile, free expression and civic activity continued to expand, with a proliferation of media outlets and a broad range of nongovernmental organizations (NGOs) operating. However, Libya continues to suffer from insecurity and a lack of clear government control over many parts of its territory, a problem that is compounded by the actions of autonomous local militias and radical Islamists.

17. Januar 2013, 19.47 Uhr:

Noch ein Antisemit weniger

von Thomas von der Osten-Sacken

Auch Mohamad Mursi kennt die wichtige Unterscheidung zwischen Antisemitismus und legitimer Israelkritik. Wer fortan Juden als Abkömmlinge von “Affen und Schweinen” bezeichnet ist keineswegs Antisemit, sondern kritisiert lediglich im Kontext die israelische Siedlungs- bzw Apartheidspolitik. Wie Jakob Augstein gehört also auch die Muslimbruderschaft von der Liste des Simon Wiesenthal Centers genommen:

Presidential spokesman Yasser Ali said Wednesday that Morsi told a US Senate delegation that a distinction must be made between criticism of what he called the “racist” policies of the Israelis against the Palestinians and insults against the Jewish faith.

“The president affirmed that his remarks were regarding the Israeli aggression on Palestinians in Gaza and emphasised that statements must be put into context,” said Ali, adding that Morsi assured the visiting senators “of his respect for monotheistic religions, freedom of belief and the practice of religions.”

 

16. Januar 2013, 23.44 Uhr:

Größtes Flüchtlingsdrama in der Geschichte des Nahen Ostens

von Thomas von der Osten-Sacken

Aus dem Tagesspiegel:

Schnee, Regen und Fluten – der Nahe Osten erlebte diese Woche die schlimmsten Unwetter seit mehr als einem Jahrzehnt. Betroffen sind nicht nur Syrien, sondern auch sämtliche Nachbarländer Libanon, Jordanien, Irak und Türkei, wohin sich mittlerweile mehr als eine Million Menschen in Sicherheit gebracht haben. „Die Lage ist absolut unerträglich geworden, nicht einmal Tiere müssen so leben“, klagen die Betroffenen gegenüber lokalen Journalisten. Allein im Libanon sind seit Anfang des Jahres 13.000 neue Flüchtlinge hinzugekommen, in Jordanien waren es 10.000 – eine weitere Eskalation in diesem bisher größten Flüchtlingsdrama in der Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens. Zusätzlich irren 2,5 Millionen Syrer in ihrer zerstörten Heimat herum und versuchen in Höhlen und Kellern dem Morden zu entkommen. Hunderttausende hungern.

16. Januar 2013, 19.21 Uhr:

Giftgaseinsatz in Homs II

von Thomas von der Osten-Sacken

Die “rote Linie” sollte es, hatte Obama verkündet, das syrische Giftgas. Als dann Ende Dezember 2012 die Meldungen kamen, chemische Kampstoffe seien in Homs eingesetzt worden, hielt man sich in Washington bedeckt, dementierte, spielte herunter.

Nun meldet Foreign Policy:

United States diplomats in Turkey conducted a previously undisclosed, intensive investigation into claims that Syrian President Bashar al-Assad used chemical weapons, and made what an Obama administration official who reviewed the cable called a “compelling case” that Assad’s military forces had used a deadly form of poison gas.

Was daraus folgt? Steht auch in Foreign Policy:

“Given the fact you have that in a cable, this indicates that the Obama administration may not simply jump into the conflict because chemical agents are used,” said Andrew Tabler, senior fellow at the Washington Institute for Near East Policy. “Assad has a much better idea now of what he can do and get away with.”

“This shows that actually the red line on chemical weapons is not clear and that the regime may be able to use some chemical agents, and the response might not be immediate,” he said.

On Jan. 11, Chairman of the Joint Chiefs of Staff Gen. Martin Dempsey said that the U.S. government and the international community doesn’t have the capability to prevent Assad from using chemical weapons if he chooses to do so.

“The act of preventing the use of chemical weapons would be almost unachievable… because you would have to have such clarity of intelligence, you know, persistent surveillance, you’d have to actually see it before it happened, and that’s – that’s unlikely, to be sure,” Dempsey said. “I think that Syria must understand by now that the use of chemical weapons is unacceptable. And to that extent, it provides a deterrent value. But preventing it, if they decide to use it, I think we would be reacting.”

Abdo, the Syrian neurologist, said that the doctors treating civilians inside Homs have run out of even the basic medicines they have been using to bring a level of comfort to the victims, such as the drug atropine.

“We hope this information will reach the people in the American government so maybe they will help us,” he said. “If the regime does this one more time, we don’t have the antidote in our hands anymore and we can’t treat it. It’s very urgent.”

 

 

9. Januar 2013, 23.29 Uhr:

Iranische Agenten in Wien

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

Seit Jahren verweisen Organisationen wie STOP THE BOMB und iranische Oppositionelle  darauf, dass Wien eine entscheidende Rolle für die Auslandsaktivitäten des iranischen Regimes spielt. Nun wird auch in einem US-Bericht der Federal Research Division der Library of Congress hinsichtlich der Tätigkeit des iranischen Ministry of Intelligence and Security festgehalten:

„Vienna, the capital city of Austria is allegedly full of MOIS agents. It is because of the continuous good relationship between Iran and Austria since the Revolution—after the U.S. hostage crisis, which resulted in condemnation of the Islamic Republic by many countries and secluded Iran in many ways, Austria was one of the few countries that was not concerned. It appears that Iran takes advantage of this relationship by deploying its intelligence officers in Austria. It has been reported that MOIS agents identify anti–Islamic Republic political activists and threaten to silence them.”

Die österreichischen Behörden hüllen sich dazu in Schweigen, wie einem aktuellen Bericht der Tageszeitung „Die Presse“ entnommen werden kann:

„Das österreichische Innenministerium will offiziell nicht Stellung nehmen und verweist lediglich auf den Verfassungsschutzbericht 2012. Darin ist, allerdings ohne betreffende Staaten beim Namen zu nennen, allgemein festgehalten, dass Österreich aufgrund seiner Geschichte, seiner Lage, seines neutralen Status und der ansässigen internationalen Organisationen einen „wichtigen Umschlagplatz in der Welt der Nachrichtendienste” darstelle. Sicherheitsexperten schätzen, dass in Österreich mehr als 100 Personen für den iranischen Geheimdienst tätig sind oder ihm zumindest zuarbeiten. Ihre Aufgabe bestehe nicht nur darin, iranische Oppositionelle im Exil zu beobachten und teilweise unter Druck zu setzen, wie im US-Bericht zu lesen ist. Zuletzt tauchten zudem Hinweise auf, dass die Iraner in Wien möglicherweise ein Netzwerk aufgezogen haben, um Sanktionen zu umgehen und Geld zu waschen.”

Ali Khamenei warnt: „Sagt nicht dauernd die Wahlen müssen frei sein.“ Der iranische Revolutionsführer Ali Khamenei fragte laut ISNA am 8.1.2013: „In welchem Staat sind die Wahlen freier als im Iran?“

Ali Khamenei empfahl iranischen Politikern nicht immer von freien Wahlen zu sprechen. Er sagte: „Natürlich müssen die Wahlen frei sein. Seit Beginn der Revolution hatten wir 34 Wahlen. Welche von ihnen waren nicht frei?“

Weiterlesen.

8. Januar 2013, 10.32 Uhr:

Deutscher Iranhandel: Kultursensibles Business trotz Sanktionen

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

Die Deutsch-Iranische Handelskammer macht, was sie immer macht: Werbung für Geschäfte mit dem iranischen Regime. Auf dem Seminar „Iran-Sanktionen: Praktische Auswirkungen für deutsche Unternehmen“ wird am 16. Januar in Hamburg insbesondere Vertretern mittelständischer Firmen zum wiederholten Male erklärt, wie sie trotz aller bestehenden Sanktionsbeschlüsse weiterhin prima Business im Land der Ajatollahs und Pasdaran machen können. Weil man auch in Hamburg weiß, dass dafür freundschaftliche Beziehungen zu den Machthabern in Teheran sehr hilfreich sind, denen dadurch die Fortsetzung ihres Nuklearwaffen- und Raketenprogramms ebenso ermöglicht wird wie die Unterdrückung der iranischen Opposition und die Drangsalierung der iranischen Bevölkerung, lässt man sich das Seminar vom Botschafter des iranischen Regimes, „seine Exzellenz“ Alireza Sheikh Attar, eröffnen. Der ist nicht nur Repräsentant der Antisemiten-Diktatur in der Berliner Republik, sondern ein direkter Vertrauter von Ahmadinejad und nach Angaben exil-iranischer Oppositioneller unmittelbar für Verbrechen des Regimes verantwortlich: So war Attar beispielsweise in den 1980er Jahren Gouverneur der Provinz Kurdistan, wo hunderte Aktivisten ermordet wurden. Angesprochen auf den Auftritt von Attar erklärte das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Hamburger Iranhandels-Lobbyisten, Michael Tockuss: „Wir freuen uns darüber.“


Die Deutsch-Iranische Handelskammer ist eine der wichtigsten Lobbyorganisationen für die Aufrechterhaltung der Geschäftsbeziehungen mit dem Holocaustleugner-Regime im Iran. Sie berät nicht nur deutsche, sondern auch österreichische Unternehmen, fordert eine „ideologiefreie Beurteilung der Beziehungen zwischen dem Iran und Deutschland” und jammert über Versuche, „legale Handelsgeschäfte mit politisch motivierten Kampagnen von Außenseitern zu diskreditieren.“  Durch ihre Tätigkeit ist sie maßgeblich dafür mitverantwortlich, dass deutsche Unternehmen weiterhin Waren im Wert von 2 bis 3 Milliarden Euro pro Jahr direkt in den Iran exportieren. Zudem ist unklar, wie viel von den Milliardenexporten der Vereinigten Arabischen Emirate oder auch aus der Türkei in Wirklichkeit indirekte Exporte deutscher Unternehmen in den Iran sind. Die Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer hielt dazu schon 2009 fest: „In den ersten sieben Monaten des Jahres waren die Vereinigten Arabischen Emirate … das wichtigste Lieferland des Iran, gefolgt von Deutschland …. Der Großteil der Lieferungen aus den VAE sind Re-Exporte aus Drittländern, u.a. auch aus Deutschland ….“ Es ist stark anzunehmen, dass sich dieser Trend zu Iran-Geschäften über Drittländer in den letzten Jahren fortgesetzt hat. In jedem Fall ist Deutschland, der Rechtsnachfolger des Dritten Reiches, bis zum heutigen Tag der wichtigste westliche Handelspartner eines Regimes, das Israel stets aufs Neue mit der Vernichtung droht.

Als Schmiermittel fürs Geschäft dient die kulturelle Verständigung, weshalb die Deutsch-Iranische Handelskammer auch Seminare  zum Erlernen von „interkultureller Kompetenz und dem angemessenen Umgang mit den verschiedenen Kulturen” anbietet.

Wem das noch nicht reicht, kann auf den schon 2008 erschienenen Ratgeber „Geschäftserfolg im Iran. Verhandeln, Arbeiten und Führen in der persischen Geschäftskultur“ von Michael Gorges zurückgreifen – ein Handbuch des geschäftstüchtigen Kulturrelativismus, das 2012 unter dem Titel „Business-Knigge Iran. Mit interkultureller Kompetenz zum Erfolg im Iran-Geschäft“ neu aufgelegt wurde und all jene Themen auflistet, die man um des lieben Erfolges willen im Iran wohlweislich vermeiden sollte: „Islam, Menschenrechte und Scharia, Amt des religiösen Führers, Frauen, Palästina und Israel“. Gorges zeichnet mitunter ein realistischeres Bild der iranischen Gesellschaft als deutsche Iran-Lobbyisten, die ähnlich wie die Mullah-Freunde von links die im Iran verbliebenen Juden gerne zur Verharmlosung des antisemitischen Charakters der Diktatur der Ajatollahs missbrauchen, und hält fest: „Die jüdische Minderheit in Iran wird allen offiziellen Verlautbarungen zum Trotz ständig schikaniert. Viele Juden verlassen das Land“. Doch das kann einen „Trainer für interkulturelle Kommunikation mit langjähriger Berufserfahrung in leitender Funktion in einem iranischen Unternehmen“ selbstverständlich nicht davon abhalten „viel Glück beim Geschäft“ zu wünschen. Das ist sicher gewährleistet, wenn seine Grundregel im Umgang mit den iranischen Geschäftsfreunden eingehalten wird: „Das Bekenntnis zum Judentum ist besser zu vermeiden.“

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