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Kürzliche Beiträge
9. Oktober 2014, 20.18 Uhr:

Grüne fordern Absage von Iran-Reise

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

 

Merkwürdige Überschrift, oder? Immerhin ist die überwiegende Mehrzahl der deutschen Grünen in den letzten Jahren immer ganz vorne mit dabei gewesen, wenn es darum ging, das iranische Regime zu hofieren und sich gegen ein konsequentes Vorgehen gegen die Ajatollahs und Pasdaran auszusprechen. In Österreich stellt sich das jedoch anders dar: Schon früh haben dort prominente Grüne wie die ehemalige Parteivorsitzende Madeleine Petrovic oder der Justizsprecher Albert Steinhauser die Forderung nach einer scharfen Sanktionierung des iranischen Regimes unterstützt. Nun fordert die außenpolitische Sprecherin der grünen Nationalratsfraktion, Tanja Windbüchler, die Absage einer schon seit längerem geplanten Iran-Reise des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer. Sie verweist dabei explizit auf das erneute Treffen von Holocaust-Leugnern in Teheran und fordert in einer parlamentarischen Anfrage an den österreichischen Außenminister Sebastian Kurz Klarheit darüber, ob die österreichische Botschaft in Teheran über die Konferenz informiert war.

9. Oktober 2014, 00.12 Uhr:

'Wer den IS bekämpft, darf Assad nicht verschonen'

von Thomas von der Osten-Sacken

Aus einem Interview, das Die Zeit mit der syrischen Schriftstellerin Samar Yazbek geführt hat:

Um es auf den Punkt zu bringen: Der IS ist die Ausgeburt der Verbrechen, die das Assad-Regime in Syrien begangen hat, und die Folge des Schweigens, mit dem die ganze Welt diesen Verbrechen zugesehen hat. Die gemäßigten Fraktionen der Rebellen wurden marginalisiert und von Assad bekämpft, wovon der IS profitiert hat.

Eine Zeit lang schlossen sich viele junge Männer den Dschihadisten von der Nusra-Front an, weil die moderateren Rebellen wie die Freie Syrische Armee keine Waffen übrig hatten und wenig bis gar keine Unterstützung von außen erfuhren. Der IS hingegen kontrolliert nun Gebiete, in denen es Ölvorkommen gibt, er raubt, entführt Zivilisten, erpresst Lösegeld. Ich habe mit meinen eigenen Augen einen Stützpunkt des IS gesehen, wo es jede Menge Hummer-SUVs gab, neue Waffen, sehr viel Artillerie. Bis jetzt ist nicht klar, wer den IS genau unterstützt, aber er hat eine Menge Geld. (…)

Das Assad-Regime und der IS sind zwei Seiten ein und derselben Medaille. Der Extremismus des IS speist sich aus den drei Jahren der extremen Gewalt durch das Assad-Regime. Und um den IS loszuwerden, müssen wir auch Assad loswerden, der eine kann nicht ohne den anderen überwunden werden.

Allerdings war das ja genau die Strategie Assads von Anfang an, sich als das geringere Übel darzustellen. Assad hat zwar chemische Waffen eingesetzt, er hat Städte in Schutt und Asche gelegt, er hat Schuld an einer halben Million von Toten, und am Umstand, dass Millionen von Syrern auf der Flucht sind, doch die ganze Zeit hat er uns versichert, dass er nur Dschihadisten bekämpft. Dabei ist es Assad, der den IS erschaffen hat, und die Untätigkeit der Welt, die den IS mit hervorgebracht hat.

7. Oktober 2014, 20.54 Uhr:

Von der Mavi Marmara ins Kalifat

von Thomas von der Osten-Sacken

Burak Bekdil über die Freunde des türkischen Präsidenten, zu denen man ganz sicher auch alle deutschen Unterstützter der Mavi Marmara zählen darf, von denen einige sich nun in Appellen zur Rettung Kobanis förmlich überschlagen:

Erdogan has never hidden that he is ideologically a next of kin to the Muslim Brotherhood and Hamas. Hamas’s overseas command center happens to be based in Turkey. Erdogan has been Hamas’s staunchest (non-Hamas) cheerleader in the last decade, and the Brotherhood’s key regional ally. Press reports say that Turkey has recently welcomed in the Brotherhood’s top brass, who were expelled on Sept. 13 from their five-million-star hotels in Qatar. Ankara has not denied that it is offering a safe haven to the leaders of the Islamist organization. (…)

When, in 2010, a Turkish-led flotilla that included the ship Mavi Marmara sailed towards Gaza to “break Israel’s siege” of the Hamas-controlled land, Erdogan greeted everyone on board as “heroes.” (…)

The Mavi Marmara incident was a wake-up call to Jerusalem, where diplomats had earlier been unrealistically optimistic about building a working relationship with Erdogan despite several other, earlier, warnings, including Erdogan’s famous tirade in Davos against (then) Israeli President Shimon Peres that, “You (Jews) know well how to kill!” The Turkish government has since frozen ambassadorial-level diplomatic relations between Turkey and Israel, and Erdogan has increased his calculated explosive rhetoric against Israel.

Erdogan’s principal argument was that a foreign military had killed Turkish nationals outside of Turkey; that those who were killed were martyrs; and that he would never allow a foreign military to harm one single Turkish citizen. Once again, he was wrong.

One of the lucky survivors of the Mavi Marmara was Yakup Bulent Alniak, an Islamist activist for the Turkish “humanitarian aid group” IHH which organized the Gaza-bound flotilla. IHH is listed by many Western countries as a terrorist organization; but its members, including Alniak, were simply heroes for Erdogan.

Alniak survived the IDF raid in 2010 but lost his life recently, at the end of September, when a U.S.-Arab coalition struck one of the largest ISIS camps in Syria. A coalition of foreign armies had killed a Turkish citizen whom the Turkish leader had declared a hero, but since then Erdogan has remained mute.

7. Oktober 2014, 17.06 Uhr:

'This seems real'

von Thomas von der Osten-Sacken

Heute immerhin hat die Anti-IS Koalition schon acht Lufangriffe gegen IS-Kämpfern in der umkämpften Stadt Kobane geflohen, gestern waren es in ganz Syrien und dem Irak nur drei. Dazu Paul Adams von der BBC:

And another. That’s 3 airstrikes in the space of 30 mins and 8 today. This seems real.

Und: Meysa Abdo, a top commander in Kobane tells me (BBC): “Since last night, we have seen the most effective air strikes around Kobane ever.”

Ob es noch hilft, ist die andere Frage.

7. Oktober 2014, 16.36 Uhr:

Derweil im Jemen

von Thomas von der Osten-Sacken

Weitgehend von der sog. westlichen Öffentlichkeit unbemerkt übernehmen im Jemen  die vom Iran unterstützten Houthi Rebellen die Macht in Sanaa und demonstrieren, indem sie zuerst überall Plakate “Tod Amerika, Tod Israel” verkleben, wie es so bestellt ist mit denjenigen, die unter dem Schutz des Iran agieren, der gerade als Verbündeter im Kampf gegen den Islamischen Staat von den USA und den Europäern als das angeblich kleinere Übel umworben wird:

Anti-American Shiite rebels known as Houthis man checkpoints and roam the streets in pickups mounted with anti-aircraft guns after they overran Sanaa, the capital of Yemen, two weeks ago. Rebel fighters have plastered the city with fliers proclaiming their slogan - “Death to America, death to Israel, a curse on the Jews and victory to Islam.”
The Houthis, who are backed by Shiite-led Iran, are poised to become Yemen’s version of the Shiite Hizbullah in Lebanon - top powerbrokers dominating the government. After the fall of Sanaa, Houthis staged a massive victory rally in the city, flying Hizbullah flags and portraits of Iran’s late supreme leader Ayatollah Ruhollah Khomeini.

6. Oktober 2014, 19.55 Uhr:

In den Nachthimmel starren, auf die Flugzeuge warten

von Thomas von der Osten-Sacken

Die ersten schwarzen Fahnen der ISIS sind am Ortseingang der seit Wochen umzingelten kurdischen Stadt Kobane gehisst worden, die meisten Zivilisten über die Grenze evakuiert, es scheint dem IS gelingt es in diesen Stunden ins Stadtzentrum vorzudringen.

Harald Doorbos, ein holländischer Journalist, verfolgt die Entwicklung von der Grenze.

Ein Tweet von ihm, der vieles über die Lage aussagt:

Kurds here close to border staring at night sky, hoping very much for airstrikes. But seems too little too late, ISIS already inside Kobane.

Sie hoffen auf massive Luftangriffe.

Dabei flog die anti-Isis Koalition heute genau drei Anriffe:

U.S. and partner nations’ military forces continued to attack ISIL terrorists in Syria Sunday and today using fighter and remotely piloted aircraft to conduct three airstrikes.

One strike destroyed an ISIL tank near Taqba Airfield west of Ar Raqqah. One strike destroyed two ISIL fighting positions south of Kobani. One strike southeast of Dayr az Zawr destroyed an ISIL tank.

Man starrt also so vergebends in Kobane in den nächtlichen Himmel, wie im Sinjar auch.

Drei Angriffe, das fliegt die angeschlagene syrische Luftwaffe, die gerade hilft, Aleppo ganz einzuschließen, pro Tag locker gegen nur eine Stellung der Opposition, um dort ihre todbringenden barrel bombs abzuwerfen.

Und sie kann das ganz ungestört auch heute tun, denn Assad ist ja nicht der Feind der Koalition, die er, kämpft sie so weiter, allerdings wohl nicht einmal fürchten müsste, änderte sie ihre Strategie und richtete sich auch gegen das Regime in Damaskus.

Update: 23:36 Uhr: Özgür Amed, Journalist in Suruc: Anti- IS Koalition hat vier Luftangriffe gegen IS- Stellungen in Kobanê geflogen. Zwei Luftangriffe sollen den Hügel Mishtenur getroffen haben.

Update 2: Coalition active today around . Saw 4th airstrike little while ago hitting same spot as 3rd strike, a building in western Kobane.

6. Oktober 2014, 15.02 Uhr:

Der iranische Revolutionsgardistengeneral an der irakisch-kurdischen Front

von Thomas von der Osten-Sacken

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass es die Patriotische Union Kurdistans (PUK) es vorzieht, statt mit den Amerikanern, lieber mit den Iranern zu kämpfen. De facto ist Irakisch-Kurdistan also wieder zweigeteilt, im Norden werden die Peshmerga-Einheiten der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) von den USA und der so genannten Koalition gegen den IS militärisch unterstützt, im Süden erledigt dies der Iran.

Nun tauchte auch ein Photo auf, das den General der Revolutionsgardisten, Quasim Suleymani, der nicht zu Unrecht als einer der Masstermindes des iranisch gestützten und organisierten Terrorismus in der ganzen Region gilt, an der Front Tuz Kurmato mit Peshmerga der PUK zeigt.

Der Iran ist längst de facto ein wichtiger Verbündeter in der anti-IS Koalition. Mit allen entsprechenden katastrophalen Folgen, die sich in den nächsten Wochen und Monaten erst zeigen werden.

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