Schlüppis
Kürzliche Beiträge
9. März 2013, 22.16 Uhr:

Die Internationale Union Muslimischer Kleriker und der Weltfrauentag

von Thomas von der Osten-Sacken

Memri fasst dankenswerterweise zusammen, was Sheikh Yousuf Al-Qaradhawi Chef der Internationalen Union Muslimischer Kleriker und Obergeistlicher der Muslimbrueder zur Vereinbarkeit von Menschen- und Frauenrechten und Sharia zu sagen hat. Dialog hin, Dialog her, der Mann ist einfach eine Autoritaet in seinem Feld und sagt’s ganz deutlich: beide sind unvereinbar:

First, the IUMS demands [that] the UN [realize] the necessity to protect [the] values, ethics, and laws [of the] revealed religions, sealed by Islam, as a means of preserving international peace and security.

“Second, the IUMS demands [that] Muslim countries formulate a unified stance rejecting [anything] that contradicts the Islamic shari’a and [the] revealed religions, whether in former documents like the CEDAW and [the] Beijing Declaration, or [in] later documents presented for discussion and signing.

“Third, the IUMS urges all participating governmental delegations to take heed of the will of their nations [and] to adhere to their Islamic shari’a law, to express reservations regarding these [UN] documents and [to] refrain from involvement in signing [any] more of them. The Union also demands [that] these delegations reject all aspects contradicting the Islamic shari’a in the document to be discussed in the 57th session of the UN Commission on the Status of Women, refrain from compromising the reservations [made] at the signing the [of] international agreements concerned with women and children, and refrain from signing any protocols appended to these international agreements without consulting the scholars of the Muslim nations, their union, and the councils of senior scholars, in an attempt to preserve the identity of [the Muslim] nations and the sovereignty of [their] governments…”

8. März 2013, 18.09 Uhr:

Iran: Wenn Schulkinder gezwungen werden, zum Islam zu konvertieren

von Wahied Wahdat-Hagh

Im August 2012 berichtete Jungle World in einer Reihe von online-Artikeln, dass die „University of Religions and Denominations” (URD) in der Stadt Qom, eine islamistische Kaderschmiede, mit der Universität Potsdam zusammenarbeitet. Die Universitätsleitung und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) verteidigten die Zusammenarbeit mit der URD. Inzwischen ist bekannt geworden, dass das iranische „Ministerium für Erziehung“ landesweit Lehrer rekrutiert, um diese in Anti-Bahai-Propaganda zu unterweisen. Die Lehrer werden von zumindest einer Lehrkraft der URD unterrichtet und setzen dann insbesondere Bahai-Schüler unter Druck, damit diese zum Islam konvertieren.

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7. März 2013, 20.08 Uhr:

Iran: Gewalt gegen Bahai bleibt straflos (Teil 1)

von Wahied Wahdat-Hagh

Die Bahai International Community (BIC) hat im März 2013 einen neuen Bericht über die Menschenrechtsverletzungen gegen die Bahai im Iran veröffentlicht. Angriffe auf Angehörige dieser religiösen Minderheit bleiben straflos. Zu den Tätern gehören übereifrige religiöse Fanatiker, die in den Gefängnissen als Wärter fungieren, Mitglieder der Bassij-Miliz und zivil gekleidete Geheimdienstler, die den Auftrag bekommen, zuzuschlagen und Dissidenten zu erniedrigen. Selbst einfache Bürger gehören zu den Tätern.

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6. März 2013, 22.37 Uhr:

«Der Muslimbruder an den Galgen, der Salafist in die Hölle»

von Thomas von der Osten-Sacken

Der WOZ Autor Cedric Rehman hat den beruehmt-beruechtigten Schwarzen Block in Aegypten besucht und berichtet aus Kairo:

Kairos Altstadt gleicht teilweise einer von den IslamistInnen befreiten Zone. Hier hat die Jugend die Macht übernommen. Bärte schmücken in der näheren Umgebung des Tahrirplatzes nur noch Puppen, die an Ampeln und Bäumen baumeln. «Der Muslimbruder an den Galgen, der Salafist in die Hölle», steht auf den Puppen geschrieben. Über den Tahrirplatz wabert nicht mehr Tränengas; stattdessen kommt aus den Zelten ein anderer Duft in Form einer süsslichen Marihuanawolke. Pärchen halten Händchen, und Jugendliche schäkern in aller Öffentlichkeit, als wollten sie allen AnhängerInnen der Geschlechtertrennung sagen: «Ihr könnt uns mal.» Auch die Homosexuellenbewegung hat sich mit einem Graffiti an der Mohammed-Mahmoud-Strasse – sie mündet auf den Tah­rirplatz – verewigt: «Schwulenfeindlichkeit ist antirevolutionär» verkünden zwei auf Beton gepinselte Männer, die sich küssen.

2. März 2013, 17.41 Uhr:

Syrien: Stellvertreterkrieg im Stellvertreterkrieg

von Thomas von der Osten-Sacken

Nadine Elali fuehrt aus, wer in Syrien zunehmend das Kommando uebernimmt: Der Iran

Iran has taken command inside Syria and is maneuvering to create a new leadership structure; in the meantime Assad’s regime has crumbled to merely a façade. Evidence of this can be found most obviously in the 9 January prisoner swap between opposition and regime forces, as well as in the increased role Iran has recently been playing in military planning and operations.

For over six months now, the Islamic Revolutionary Guards Corps (IRGC) has been both overseeing and directly taking part in the regimes battles against the armed opposition Louay Moqdad, Free Syrian Army spokesperson tells NOW. Iranian military advisors, he says, have formed joint operation rooms with regime forces to provide tactical and logistical support.

Ausserdem, so stellt sie fest, und diese These erscheint aeusserst plausibel, entwickele sich ein weiterer Stellvertreterkrieg im Syrienkonflikt, der eh seit langem schon ein Stellvertreterkrieg geworden ist:

Syrian opposition member and Associate Professor at Shawnee State University Amr al-Azm believes that at this stage, Iran aims to remain relevant to the developments in Syria at least until the proposed 2014 elections. (…)

Azm also points out that the conflict in Syria has turned into a proxy war between Iran and the regime on one side, and Arab states and Turkey on the other. He sees the recent transfers of weapons aim to create a balance between the different regional powers. Azm, referring to recent reports of Saudi Arabia arming rebels, believes that the Kingdom aims to bypass the jihadist groups present in Aleppo and in the northern part of Syria.

“The Saudis, along with other western countries, namely Britain, are supporting the brigades present in Damascus and south, all the way to Daraa, whereas the middle strip between Aleppo and the northern border is being controlled and influenced by Turkey, Qatar, and the Muslim Brotherhood. The battles are just as much against each of these proxies as they are against the regime and Iran,” says Al-Azm.

Und nun scheinen auch noch irakische Truppeneinheiten gegen Stellungen der FSA auf syrischem Boden vorgegangen zu sein:

For the first time, Iraqi forces opened fire on Syria shelling the positions of the Free Syrian Army (FSA) days after Iraqi Prime Minister Nouri al-Maliki warned that a victory of the Syrian opposition would spread chaos in the region.

Al Arabiya correspondent near the Syrian-Iraqi border reported that Iraqi snipers took up positions on buildings near the Rebiya crossing while others forces shelled the positions of the Free Syrian Army.



2. März 2013, 17.22 Uhr:

Harlem Shake fuer die Muslimbrueder

von Thomas von der Osten-Sacken

Nach Tunesien nun auch in Aegypten:

Dozens of young men and women put on a public ‘Harlem Shake’ performance in front of the Muslim Brotherhood’s national headquarters in Cairo’s Moqattam district on Thursday.

A two and a half minute YouTube video shows the young Egyptians dancing to different kinds of music, not just the Harlem Shake song.

2. März 2013, 17.13 Uhr:

Salehi droht in Mafiamanier

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi droht bei seiner Visite in Wien Kritikern des Regimes. Das Bündnis STOP THE BOMB hatte gegen den Besuch demonstriert und gefordert, dass die EU und Österreich endlich dem Beispiel Kanadas folgen und die diplomatischen Beziehungen zur Diktatur der Ajatollahs und Pasdaran abbrechen solle. Die „Wiener Zeitung“ fragte den Außenminister diesbezüglich: „Manche Gruppen kritisieren die österreichische Regierung dafür, dass sie iranische Regierungsvertreter empfängt. Sie sollten, so die Forderung, Teheran boykottieren. Was halten Sie von solchen Gruppen?“ Und Salehi antwortete darauf ganz im Stile eines Don Vito Corleone: „Sehen Sie, jede Gruppe hat das Recht, ihre eigenen Vorstellungen und Positionen zu haben. Was ich hier aber betonen möchte, ist, dass man bei seinen Entscheidungen immer Vorsicht und Weisheit walten lassen sollte. Sonst gerät man in Problemsituationen. … Mein Rat an diese Gruppen ist: Ihr mögt Eure Differenzen mit uns haben, Ihr mögt Eure Anschauungen haben, aber gleichzeitig raten wir Euch, etwas rationaler und vorsichtiger zu sein.”

Da wird es den Außenminister nicht besonders freuen, dass die Österreichische Orient-Gesellschaft soeben eine Kooperation mit der Kulturabteilung der iranischen Botschaft in Wien aufgekündigt hat, nachdem STOP THE BOMB ganz ohne jede Vorsicht gegen diese Zusammenarbeit mit den Repräsentanten des iranischen Holocaustleugner-Regimes interveniert hatte. Der Iranistik-Professor und Präsident der Orient-Gesellschaft Bert Fragner erklärte hinsichtlich der ursprünglich geplanten und öffentlich angekündigten Kooperation mit der Kulturabteilung der iranischen Botschaft in einer Anfragebeantwortung: „Wir stornieren jegliche Zusammenarbeit mit den iranischen offiziellen Stellen in Wien, und werden das Programm ausschließlich als eine Veranstaltung der Österreichischen Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall durchführen.” Die Kulturabteilung, von der iranische Oppositionelle nur als „Spionagenest“ sprechen, wurde aus allen Ankündigungen gestrichen. Wenn es nach Salehi geht, muss nun wohl auch Fragner „Vorsicht walten lassen“ und damit rechnen, in „Problemsituationen“ zu geraten.

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