Das Kein-Schmarrn-Abo
Missy-Magazin
Kürzliche Beiträge
26. Januar 2013, 11.49 Uhr:

M-US-limbrüder

von Thomas von der Osten-Sacken

Jetzt ist es selbst bei CNN angekommen: Die “arabische Straße", was immer sie auch sein mag, hat gute Gründe die Obama Administration zu kritisieren, nicht weil sie in irgend einer Weise im Nahen Osten imperialistisch interveniert oder gar “Freedom and Democracy” gewaltsam verbreiten wollte, nein ganz im Gegenteil, weil sie im Kulturkampf, der überall in Nordafrika und dem Nahen Osten ausgebrochen ist, sich ganz deutlich positioniert und zwar auf Seiten von Muslimbrüdern autokratischen Scheichs am Golf:

Egypt and its families may be divided, but on one subject, all are united – in the belief that the United States is supporting the Muslim Brotherhood-dominated government.

Visible in the throngs at the December demonstrations were signs opposing Qatar and the United States – yes, the U.S. and Qatar were lumped together as supporters of the Muslim Brotherhood regime.

“This is such a historic opportunity to restore the image of the U.S., but instead it is putting itself in the same position as Qatar. … And this from President Obama – so disappointing,” Riham Bahi, a professor at American University in Cairo, said, reflecting views heard repeatedly last December in Egypt.

Opposition leader and blogger Bassem Sabry was even more blunt: “With the Constitution in play, you are subsidizing an Islamist state.” Sabry said he was always pro-U.S. “until the revolution.”

Deutlicher als CNN kann man es kaum auf den Punkt bringen:

Two years after the Egyptian Revolution, the U.S. government finds itself again backing an authoritarian regime against the popular will.

Und in Syrien? Nun da gibt es die Bewohner von Kafranbel, über sie ist schon viel berichtet worden, und die sind, wie so viele andere Oppositionelle auch, überzeugt, dass eigentlich die Obama-Administration es am liebsten hätte, Assad bliebe an der Macht und in Syrien  herrschte Stabilität und Ruhe:


25. Januar 2013, 22.35 Uhr:

Schwarzer Block in Ägypten

von Thomas von der Osten-Sacken

Globalisierung ist, wenn in Kairo ein Schwarzer Block sich mit der Polizei Straßenschlachten liefert (Der Black Bloc hat inzwischen sogare eine eigene Facebock-Seite)

Members of the Black Bloc — a group of protesters clothed in black and wearing full face masks — clashed with security forces in front of the Ettehadiya Presidential Palace on Friday afternoon, eyewitnesses told Al-Masry Al-Youm.

A Black Bloc protester allegedly threw a Molotov cocktail in front of Gate 4, and security forces retaliated by firing tear gas canisters and dismantling makeshift tents set up by protesters who had declared a sit-in.

So wenig aber wie es Solidaritätsadressen aus Kreuzberg für die ägyptischen Streetfighter geben dürfte, so wenig können diese Frauen mit Unterstützung rechnen:

A woman’s march arrived at around 3 pm on Friday afternoon. Protesters carried images of the iconic leaders of the Egyptian feminist movement, including Doreya Shafiq and Hoda Sharawy. A woman lead the protesters in chanting, “Egypt’s women don’t care about your Constitution,” and “Remove your beard, reveal your shame.” Families and children numbered among the demonstrators.

Weiterlesen.

24. Januar 2013, 20.34 Uhr:

Alleine gelassen

von Thomas von der Osten-Sacken

Das Magazin Unique interviewte kürzlich den aus Syrien geflohenen Studenten Alan Hassaf. Was er zu sagen und zu beklagen hat kann man als durchaus repräsentativ für eine große Gruppe von Oppositionellen gegen das Ba’th Regime lesen. Hassaf beklagt die mangeldne Unterstützung aus Europa und den USA und fordert ein militärische Intervention. Zugleich warnt er vor der zunehmenden Islamisierung der syrischen Rebellion,  weil einzig die Golfstaaten Geld zur Vefügung stellten und außerdem immer mehr internationale Jihadisten, vor allem aus dem Irak, ins Land strömten, Jihadisten, die einst, mit tätiger Unterstützung des Assad Regimes, in den Irak geschickt wurden, um da gegen die US-Truppen zu kämpfen:

Ehrlich, das ist unser Problem mit den westlichen Regierungen und NGOs. Wir von den LCCs )Lokalen Koordinierungskomittees Anm. d. Verf.) sind arm und schwach. Auf der anderen Seite verfügen die politisch-islamischen Gruppen über Rückhalt. Saudi-Arabien zahlt ihnen Millionen wie nichts. Und wir können nicht mal 70 Dollar für eine Internetrechnung ausgeben. Die Revolution geht nun schon seit zwei Jahren. Zu Beginn gab es keine bewaffneten Gruppen. Alles war säkular und friedlich – es war großartig. Aber die westlichen Regierungen konnten keine klaren Entscheidungen treffen. Die radikalen islamischen Ansichten hatten den Raum, sich in Syrien frei zu entfalten. (…)

Ich verstehe den Westen nicht. In Istanbul traf ich Hillary Clinton und fragte sie: „Was macht ihr Leute? Ihr sagt, ihr sorgt euch um die Zukunft Syriens – wir von den LCCs und anderen säkularen, zivilen Gruppen haben eine Roadmap. Unterstützt uns. Sagt, dass ihr an diese Roadmap glaubt. Tut ihr das nicht, dann lasst ihr die Muslimbrüder immer stärker werden. Die Salafis auch. Und dann sagt ihr, dass ihr vor der Zukunft Syriens Angst habt. Ihr seid Teil der Zerstörung Syriens, indem ihr nichts tut.“ Die Muslimbrüder haben keinen großen Rückhalt in Syrien, aber sie haben eines: Geld. (…)

Ich hoffe, dass es eine militärische Intervention westlicher Regierungen gibt. Nur so kann die Zukunft Syriens gesichert werden. Wenigstens wird es dann nicht überall Waffen geben, keine 15-Jährigen mit Kalaschnikows, die jedeN töten können. Wir haben iranische Offiziere und russische WaffenexpertInnen, die syrische OffizierInnen beraten. Wir haben Hisbollah-Kämpfer, die Waffen einsetzen. Es ist kein syrischer Krieg, es ist größer. JedeR kämpft. Der Iran, Russland, die Hisbollah und andere kämpfen gegen uns. Und auf unserer Seite? Unsere FreundInnen? Sie sind nicht da.

Nein die Freunde sind in der Tat nicht da. Und so wird Syrien in ein Schlachthaus verwandelt und schon munkelt man wieder, Assad könne, mit der massiven Unterstützung, der er aus Rußland und dem Iran erhält, vielleicht doch noch die Oberhand gewinnen. Ansonsten droht er, Damaskus als Ruinenfeld zu hinterlassen. Auch das interessiert niemanden mehr wirklich, ebenso wenig wie die 650 000 syrischen Flüchtlinge, die inzwischen, miserabel versorgt, in den Nachbarländern Syriens vor sich hin vegetieren müssen.

Weiterlesen.

24. Januar 2013, 19.29 Uhr:

Iran: Öffentliche Hinrichtungen und Amputationen

von Wahied Wahdat-Hagh

Die Website der iranischen Justiz der Stadt Schiraz meldete am 24. Januar, dass am Morgen einem Dieb die Hand abgehackt worden ist. Es handelte sich dabei um eine öffentliche Inszenierung. Der 29jährige angebliche Dieb soll in der Vergangenheit mehrfach verhaftet worden sein, in einer unehelichen Beziehung gelebt haben und Kopf einer Bande gewesen sein. Ali Alqassi, Oberstaatsanwalt des Revolutionsgerichts in Schiraz, sagte: „Wiederholt hat der Justizapparat erklärt, dass die Gesetze ohne Nachsicht umgesetzt werden.“

Am 20. Januar waren zwei Menschen wegen Erpressung öffentlich hingerichtet worden. Sadegh Larijani, Chef der iranischen Justiz, verteidigte die öffentlichen Hinrichtungen. Er sagte, dass diese „dem Interesse der islamischen Gesellschaft“ dienen und es um „Sicherheit der Bevölkerung“ ginge: „Seien Sie sich sicher, dass die Lage noch schlimmer wird, wenn wir nicht entschieden gegen solche Verbrechen vorgehen.“

Das iranische Regime will Angst und Schrecken verbreiten, um seine Macht angesichts wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu erhalten. Daher wird auch mit aller Härte gegen tatsächliche und vermeintliche Kriminelle (da auch in solchen Prozessen keine rechtsstaatlichen Regeln gelten, kann der Sachverhalt nicht beurteilt werden) vorgegangen, mit dem Ziel, letztlich auch vor politischen Demonstrationen gegen das Regime zu warnen. Auch die öffentlichen Hinrichtungen dienen der Einschüchterung der Bevölkerung. Die Sorge der Machthaber gilt vor allem ihrer eigenen Sicherheit vor möglichen Massenprotesten und Streiks.

Wahied Wahdat-Hagh, Fellow bei der European Foundation for Democracy (EFD).

23. Januar 2013, 22.56 Uhr:

Dann wird Damaskus eben zerstört

von Thomas von der Osten-Sacken

Neues aus Assads Präsidentenpalast:

Quoting French sources, quotes an exchange between Syrian President Bashar Assad and the international envoy to Syria Lakhdar Brahimi.
According to the report, Brahimi told Assad that he could not remain in power and that the opposition could defeat him, but the cost may be the complete destruction of Damascus. To that, Assad reportedly answered: “I will win the war, even if Damascus is destroyed.”

23. Januar 2013, 18.04 Uhr:

Iran: Ali Larijani spricht von Israel als „Krebsgeschwür“

von Wahied Wahdat-Hagh

Ali Larijani, Vorsitzender des iranischen Pseudo-Parlaments, besuchte die achte Konferenz der „Islamischen inter-parlamentarischen Union“ am 21. und 22. Januar 2013 in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. Dort hetzte er insbesondere gegen die USA und gegen Israel.

Weiterlesen.

22. Januar 2013, 00.45 Uhr:

Assads Volkssturm

von Thomas von der Osten-Sacken

Das nächste Kapitel in der syrischen Tragödie wird gerade aufgeschlagen, eine, vom Iran trainierte, paramilitärische “National Defence Army”, die allerdings sehr nach Volkssturm klingt (immerhin beginnt Moskau, neben dem Iran engster Verbündeter Assads, gerade mit der Evakuierung russischer Staatsbürger aus Syrien). Auf jeden Fall aber garantieren diese neue Einheiten mehr Brutalität, mehr Blutvergießen, mehr Flüchtlinge und weitere Zerstörung:

Most of the new fighters are members or supporters of the ruling Baath party, said Abdel Rahman. “They include men and women, and members of all the sects.”

The new force is not connected to the pro-regime shabiha militia, which the army and security forces have deployed ever since the outbreak of an anti-regime revolt to help it suppress dissent across the country.

Members of the paramilitary force, like the popular committees before, will focus on fighting in their own neighbourhoods.

On Friday, Moscow’s Russia Today reported on its website that the new National Defence Army was being set up to “defend districts against gunmen". (…)

Abdel Rahman, whose Observatory relies on a network of activists and medics on the ground, said Iran was involved in building the paramilitary force.

“The paramilitary force includes an elite fighting force trained by Iran,” Abdel Rahman told AFP.

“Iran has provided training to the paramilitary force’s commando fighters.”

Schmeicheln Sie uns!

Falls Sie Ihre Wertschätzung für unsere Website ausdrücken möchten, können Sie dies mithilfe des Mikro-Bezahlsystems Flattr tun. Benutzen Sie einfach den folgenden Button:

Mehr Informationen auf flattr.com

RM16

Werden Sie ein Fan!

Jungle World
auf Facebook

Sie müssen sich nicht für Facebook registrieren, um unsere Seite zu betrachten. Na gut, dann …