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Kürzliche Beiträge
24. Januar 2013, 19.29 Uhr:

Iran: Öffentliche Hinrichtungen und Amputationen

von Wahied Wahdat-Hagh

Die Website der iranischen Justiz der Stadt Schiraz meldete am 24. Januar, dass am Morgen einem Dieb die Hand abgehackt worden ist. Es handelte sich dabei um eine öffentliche Inszenierung. Der 29jährige angebliche Dieb soll in der Vergangenheit mehrfach verhaftet worden sein, in einer unehelichen Beziehung gelebt haben und Kopf einer Bande gewesen sein. Ali Alqassi, Oberstaatsanwalt des Revolutionsgerichts in Schiraz, sagte: „Wiederholt hat der Justizapparat erklärt, dass die Gesetze ohne Nachsicht umgesetzt werden.“

Am 20. Januar waren zwei Menschen wegen Erpressung öffentlich hingerichtet worden. Sadegh Larijani, Chef der iranischen Justiz, verteidigte die öffentlichen Hinrichtungen. Er sagte, dass diese „dem Interesse der islamischen Gesellschaft“ dienen und es um „Sicherheit der Bevölkerung“ ginge: „Seien Sie sich sicher, dass die Lage noch schlimmer wird, wenn wir nicht entschieden gegen solche Verbrechen vorgehen.“

Das iranische Regime will Angst und Schrecken verbreiten, um seine Macht angesichts wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung zu erhalten. Daher wird auch mit aller Härte gegen tatsächliche und vermeintliche Kriminelle (da auch in solchen Prozessen keine rechtsstaatlichen Regeln gelten, kann der Sachverhalt nicht beurteilt werden) vorgegangen, mit dem Ziel, letztlich auch vor politischen Demonstrationen gegen das Regime zu warnen. Auch die öffentlichen Hinrichtungen dienen der Einschüchterung der Bevölkerung. Die Sorge der Machthaber gilt vor allem ihrer eigenen Sicherheit vor möglichen Massenprotesten und Streiks.

Wahied Wahdat-Hagh, Fellow bei der European Foundation for Democracy (EFD).

23. Januar 2013, 22.56 Uhr:

Dann wird Damaskus eben zerstört

von Thomas von der Osten-Sacken

Neues aus Assads Präsidentenpalast:

Quoting French sources, quotes an exchange between Syrian President Bashar Assad and the international envoy to Syria Lakhdar Brahimi.
According to the report, Brahimi told Assad that he could not remain in power and that the opposition could defeat him, but the cost may be the complete destruction of Damascus. To that, Assad reportedly answered: “I will win the war, even if Damascus is destroyed.”

23. Januar 2013, 18.04 Uhr:

Iran: Ali Larijani spricht von Israel als „Krebsgeschwür“

von Wahied Wahdat-Hagh

Ali Larijani, Vorsitzender des iranischen Pseudo-Parlaments, besuchte die achte Konferenz der „Islamischen inter-parlamentarischen Union“ am 21. und 22. Januar 2013 in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. Dort hetzte er insbesondere gegen die USA und gegen Israel.

Weiterlesen.

22. Januar 2013, 00.45 Uhr:

Assads Volkssturm

von Thomas von der Osten-Sacken

Das nächste Kapitel in der syrischen Tragödie wird gerade aufgeschlagen, eine, vom Iran trainierte, paramilitärische “National Defence Army”, die allerdings sehr nach Volkssturm klingt (immerhin beginnt Moskau, neben dem Iran engster Verbündeter Assads, gerade mit der Evakuierung russischer Staatsbürger aus Syrien). Auf jeden Fall aber garantieren diese neue Einheiten mehr Brutalität, mehr Blutvergießen, mehr Flüchtlinge und weitere Zerstörung:

Most of the new fighters are members or supporters of the ruling Baath party, said Abdel Rahman. “They include men and women, and members of all the sects.”

The new force is not connected to the pro-regime shabiha militia, which the army and security forces have deployed ever since the outbreak of an anti-regime revolt to help it suppress dissent across the country.

Members of the paramilitary force, like the popular committees before, will focus on fighting in their own neighbourhoods.

On Friday, Moscow’s Russia Today reported on its website that the new National Defence Army was being set up to “defend districts against gunmen". (…)

Abdel Rahman, whose Observatory relies on a network of activists and medics on the ground, said Iran was involved in building the paramilitary force.

“The paramilitary force includes an elite fighting force trained by Iran,” Abdel Rahman told AFP.

“Iran has provided training to the paramilitary force’s commando fighters.”

20. Januar 2013, 23.36 Uhr:

Neues von der Gaza Blockade

von Thomas von der Osten-Sacken

Eine Meldung aus dem riesigen Freiluftgefängnis:

Hamas’ Ministry of Economics announced this week its decision to ban the import of certain types of goods into Gaza through the Israeli crossings. These include office furniture, various types of foods, hygiene products, gas pipes, plastic, plastic bags and clothing.

The local population in Gaza expressed its dissatisfaction with the decision, especially since the Israeli products that enter Gaza are considered to be of much higher quality than the goods that are smuggled into Gaza from Egypt, through the tunnels in the Rafiah area.

The Coordinator of Government Activities in Judea, Samaria and Gaza (COGAT) noted that this is part of an ongoing Hamas policy, which seeks to reduce imports from Israel and other external markets without analyzing the serious impact such decisions would have on the public and the population in Gaza.

19. Januar 2013, 19.26 Uhr:

BDS-Kampagne versus Muslimbrüder?

von Thomas von der Osten-Sacken

In 2004, the Muslim Brotherhood parliament bloc described the QIZ agreement as a ’serious threat to national security’, today, the government appointed by a Brotherhood president, wants to expand the economic deal with Israel.

So steht es in einer Zwischenüberschrift in der ägyptischen Zeitung al-Ahram und der Autor, ein wackerer Anhänger der Idee, dass Israel boykottiert gehöre, schreibt:

While official and non-official calls are being made in the West to boycott products made in Israeli settlements because of Israel’s fierce settlement policies, our government – which was appointed by a Brotherhood president – wants to expand economic and commercial normalistation with Israel.

Haben deshalb die Muslimbrüder, sollten sie so weiter machen, bald die BDS-Kampagne am Hals? Wundern würde es einen nicht in diesen Zeiten.

Derweil versucht sich Präsident Mohamad Mursi in einem Interview mit der FAZ so moderat-staatsmännisch wie irgend möglich zu geben und was er da über Volkssouveränität, Staatsbürgerschaft, Frauen und Friedensabkommen von sich gibt (sicher die Fragen sind nicht gerade kritisch, aber wer erwartet anderes von deutschen Journalisten), widerspricht dem Programm der Muslimbrüder von vor 2011 in etwa so diametral wie ihr Engagement zur Erweiterung der ägyptisch-israelischen Industriezone. Mursi also, der 2010 noch zum Jihad gegen die Zionisten aufrief, erklärt:

Das neue Ägypten und sein Staatspräsident sind dem Frieden und der Stabilität im Nahen Osten verpflichtet. Um unsere Sicherheit zu wahren, werden wir unsere Grenzen mit allen Nachbarn schützen. Dafür arbeiten wir hart, und wir haben dabei große Fortschritte erzielt. Wir haben keine Probleme an den Grenzen, wir sind aber wachsam gegen jede Art von Aggression über die Grenzen hinweg. Wir respektieren, was wir unterschrieben haben, und wir respektieren das Recht der Menschen, in Frieden und Sicherheit zu leben. Wir wollen einen Nahen Osten, wie er im Friedensvertrag vereinbart ist, mit einem gerechten und umfassenden Frieden.

 

19. Januar 2013, 14.00 Uhr:

Libyen jetzt "partly free"

von Thomas von der Osten-Sacken

Positive Nachrichten aus Libyen, das im Ranking von Freedom House aufgestiegen ist:

Libya under Mu’ammar al-Qadhafi ranked among the world’s worst tyrannies for decades. However, it recorded major gains in 2012, especially on political rights indicators, and is now ranked as Partly Free. Despite predictions of chaos and failure, the country held successful elections in July for a General National Congress that included candidates from a range of regional and political backgrounds. Meanwhile, free expression and civic activity continued to expand, with a proliferation of media outlets and a broad range of nongovernmental organizations (NGOs) operating. However, Libya continues to suffer from insecurity and a lack of clear government control over many parts of its territory, a problem that is compounded by the actions of autonomous local militias and radical Islamists.

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