Schlüppis
Kürzliche Beiträge
1. Februar 2013, 17.49 Uhr:

Black Bloc rising

von Bernd Beier

Die staatliche Nachrichtenagentur MENA aus Kairo präsentiert erste Erfolgsmeldungen aus dem heldenhaften Kampf des ägyptischen Staats gegen den  Schwarzen Block:

“Eighteen suspects accused of belonging a group of protesters known as the Black Bloc were arrested on Thursday and at least one is accused of ties with Israel, said the prosecutor general’s office.”

Mit traumwandlerischer Sicherheit hat die Generalstaatsanwaltschaft den Weltoberschurkenstaat als Drahtzieher ausgemacht und unwiderlegbare Beweise aufgetrieben:

„One suspect was arrested in a building on Tahrir Square, and allegedly was in possession of maps and documents pertaining to vital institutions in Cairo, including banks and oil companies, claimed a statement issued by the prosecutor’s office, as reported in state-run news agency MENA.

The prosecution claimed that the map in question was Israeli-made, although he did not elaborate on how the authorities knew that it was Israeli in origin.”

Auch das Outfit für den Schwarzen Block aufzutreiben, erfordert außergewöhnliches subversives Geschick, glaubt man der Generalstaatsanwaltschaft:

“Another individual was arrested in Mahalla while allegedly negotiating a deal with a garment factory owner to manufacture the black masks and outfits worn by Black Bloc protesters, alleged the prosecution.”

Vielleicht ist die Staatsanwaltschaft auf diese brillante Idee durch die Lektüre des furiosen Texts von Mahmoud Salem alias Sandmonkey gekommen, der an eine andere Staatsaffäre erinnert, in der schwarze Klamotten eine wichtige Rolle spielten:

“In 1996, the Egyptian government’s security forces started a witch hunt against ‘satanists’ in Egypt. They arrested musicians in shitty Egyptian metal bands, and their fans, and submitted to the public the great evidence collected in such arrests, which included black clothes or even black T-shirts.

Egyptian parents, the non-hysterical logical creatures that they are, went through their kids’ closets and got rid of any suspicious black t-shirts they could find. It was a period that most Egyptians would like to forget, partially because it ended up nothing but a media circus, but mostly because it was a national embarrassment for everyone involved.

The parents were embarrassed for being idiots, and the children were embarrassed because they discovered that their parents were idiots. Luckily, the Y2K scare came along, and people scared themselves for another 4 years, just to enjoy that whole ‘we are idiots’ feeling once again. It’s our national pastime now.”

 

31. Januar 2013, 13.05 Uhr:

Gegen Hisbollah, für Salehi?

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

Ganz gleich, wie man zu den mitunter von reichlich ungeschminkter Menschenfeindlichkeit geprägten sozialpolitischen Vorschlägen von Philipp Mißfelder stehen mag – hinsichtlich des Vorgehens gegen Djihadisten-Rackets wie der Hisbollah stellt der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag eine erfreuliche Ausnahme dar: Gerade hat er seine Forderung eines Verbots der libanesischen Islamistenbande in der EU, für das er sich schon früher eingesetzt hat, nochmals erneuert. Gleichzeitig ist der Bundesvorsitzende der Jungen Union allerdings auch Mitglied des Exekutivausschusses jener Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, die am Montag den Außenminister des iranischen Regimes und ehemaligen Chef des iranischen Atomprogramms, Ali Akbar Salehi, in ihren Räumen in der Berliner Rauchstraße empfangen wird, wo er allen Ernstes über den iranischen Beitrag zum „Frieden in der Region“ sprechen soll. Mit ihrer Einladungspolitik verzückt die DGAP, die u.a. von der Bosch- und BMW-Stiftung und dem Rüstungskonzern EADS finanziert wird, iranische Regimemedien, die sich darüber freuen, dass der „Think Tank des Auswärtigen Amtes und der deutschen Wirtschaft“, immer wieder sein „Interesse an guten politischen Beziehungen zum Iran betont und sich für das Aussetzen der westlichen Sanktionen gegen Iran ausgesprochen“ hat.

Erfreulicherweise betont Mißfelder in einer Anfragebeantwortung, dass er sich „seit Langem für eine Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran“ einsetze, meint dann allerdings hinsichtlich der Einladung des obersten diplomatischen Repräsentanten des Teheraner Antisemitenregimes: „Kritischer Dialog zwischen den beiden Ländern ist jedoch nicht verboten.“ Es ist genau dieser „Kritische Dialog“, der nun schon seit Jahrzehnten den Rahmen und die Legitimation für die Kollaborations- und Appeasement-Politik Deutschlands gegenüber dem iranischen Regime bietet. Eine „Verschärfung der Sanktionen“ würde u.a. bedeuten, jemanden wie Salehi, der ein Regime repräsentiert, dass Israel offen und wiederholt mit der Vernichtung droht, Konferenzen zur Leugnung des Holocausts organisiert und die iranische Opposition massakriert, gar nicht erst in die EU einreisen zu lassen und statt dessen jene Menschen zu Vorträgen und Veranstaltungen einzuladen, die von Salehi und seinen Mordkumpanen millionenfach ins Exil getrieben wurden.

Doch auch andere Politiker wollen an der Einladung Salehis lieber keine Kritik äußern. Eckart von Klaeden von der CDU, Mitglied des Gesamtpräsidiums der DGAP und durchaus bekannt für eine zumindest für deutsche Verhältnisse vergleichsweise kritische Haltung gegenüber dem iranischen Regime, ließ auf die Zuständigkeit Mißfelders verweisen. Andere Mitglieder des Exekutivausschusses oder des Gesamtpräsidiums waren trotz wiederholter Nachfragen zu keiner Stellungnahme bereit, darunter Elmar Brok und Friedbert Pflüger von der CDU Hans-Ulrich Klose von der SPD und Kerstin Müller, die außenpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion.

Das Bündnis STOP THE BOMB hat in einer Presseerklärung gegen den Auftritt Salehis protestiert und ruft für Montag, den 4. Februar um 11:30 zu einer Kundgebung in der Rauchstraße 17 in Berlin-Tiergarten auf.

30. Januar 2013, 19.02 Uhr:

Merkel's Fascist Guest

von Thomas von der Osten-Sacken

Maikel Nabil Sanad mit deutlichen Worten über die Einladung von Mohamad Mursi nach Berlin:

“Bloodsuckers,” “monkeys,” and pigs” – that’s how Egyptian President Mohammed Morsy refers to Jews. Just two weeks ago, Morsy offended a group of U.S. Senators by claiming that Jews control the international media. Morsy also belongs to the Muslim Brotherhood, the group whose leader Mohammed Badie was ranked by The Simon Weisenthal Center as the “biggest anti-Semite” on the planet.

But then German Chancellor Angela Merkel decided to surprise us all by inviting the Egyptian President to visit Berlin as her guest today – the same date Hitler took power in 1933. Yet she is doing this despite the fact that Morsy’s rhetoric qualifies him as an out-and-out neo-Nazi. This visit is an insult to Germany’s struggle against racism and nationalism over the past sixty years. (…)

We democratic activists in Egypt are extremely worried about any military cooperation between Germany and Egypt. Germany has always been one of the largest exporters of weapons to Egypt (right behind the United States). Such worries are particularly pronounced at a moment when the Egyptian police and army regularly use western-supplied weapons to crush non-violent protests that call for freedom and democracy. I don’t believe that German citizens accept the notion that they can only support their own economy by selling weapons to dictatorships like Egypt and Saudi Arabia, which stand against the rights of their citizens to live in freedom and equality.

30. Januar 2013, 17.01 Uhr:

Gott will den Schwarzen Block tot sehen

von Thomas von der Osten-Sacken

Der ägyptische Schwarze Block meldet sich erneut zu Wort:

“We are the Black Bloc … seeking people’s liberation, the fall of corruption and the toppling of the tyrant,” proclaimed a video announcing the group’s formation, posted online Thursday. It showed youths dressed in black marching in lines in Alexandria.

“We have arisen to confront the fascist tyrant regime of the Muslim Brotherhood with its military wing,” the video said, warning police not to interfere “or else we will respond without hesitation”.

Und die Islamisten reagieren mit einem, für sie so ganz typischen, Aufruf:

The Islamist party of the Jihad Organization and Jama’a al-Islamiya has said the ways of dealing with banditry specified in the Quran must be applied to Black Bloc members, which means they must be killed.

“God orders us to kill, crucify or cut off the hands and feet of those who spread mischief on earth,” said Jama’a al-Islamiya Mufti Abdel Akhar Hammad, citing a verse from the Quran. “The president must give that order.”

 

29. Januar 2013, 13.56 Uhr:

Der iranische Außenminister warnt den Westen

von Wahied Wahdat-Hagh

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi besucht die 49. Münchner Sicherheitskonferenz, die vom 1.-3. Februar 2013 stattfindet. Zudem wird er in Berlin auf einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) sprechen.

Weiterlesen.

29. Januar 2013, 04.57 Uhr:

Timbuktu abgebrannt

von Oliver M. Piecha

Es gab eine Zeit, es ist tatsächlich über hundert Jahre her, da hätte folgende Meldung für ungeheure Konfusion gesorgt:  British troops to join French in Mali mission

In der Faschodakrise kamen sich 1898 englische und französische Truppen in Afrika sehr imperialistisch ins Gehege; es wäre fast eine andere Welt des 20. Jahrhunderts daraus geworden.

2013 jedenfalls kamen die alliierten Streitkräfte zu spät, um historische islamische Bibliotheksbestände retten zu können:

Islamist insurgents retreating from Timbuktu set fire to a library containing thousands of priceless historic manuscripts, according to the Saharan town’s mayor, in an incident he described as a “devastating blow” to world heritage.

Mal die eigenen Bücher durchzählen.

Peace!


 

 

 

 

 




 

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