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Kürzliche Beiträge
25. Februar 2013, 18.51 Uhr:

Triggerwarnung: "suggestive sexuelle Akte"!

von Bernd Beier

Aymen Ben Ammar, ein junger tunesischer Islamist, der bereits mit hohen Würdenträgern der islamistischen Partei al-Nahda wie Rached Ghannouchi und mit den sogenannten Ligen zum Schutz der Revolution gesehen wurde, die von der Opposition als “Milizen al-Nahdas” bezeichnet werden, teilt mit:

“Ich kontaktiere Herrn Abdellatif Abid, den Erziehungsminister, um mich mit ihm über das Thema des Videos zu unterhalten, das in den sozialen Netzen kursiert, wo man sehen kann, wie sich am Gymnasium Père Blanc in Menzah 1 Schüler entkleiden und sich an suggestiven sexuellen Akten beteiligen. Nach unserer Koordinierung wurden notwendige und unmittelbare Maßnahmen gegen den Direktor, die Aufsichtspersonen und die Schüler eingeleitet, die diesen verachtenswerten Akt begangen haben. Ich werde Sie über das darauf Folgende auf dem Laufenden halten, ich schwöre, dass sie schnellst möglich entlassen oder der Schule verwiesen werden und werde die Beweise für den Schulverweis der Schüler und die Entlassung der inkriminierten Angestellten veröffentlichen, gemäß der Vereinbarung, die mit dem Minister getroffen wurde.“

Das von der denunzierenden Spaßbremse inkriminierte Video, das innerhalb kürzester Zeit 40 000 Clicks erhielt und auf der Webpage zu sehen ist, wurde im Rahmen des Internethypes um den “Harlem Shake” gedreht, hier gibt es weitere erschreckende Beispiele.

23. Februar 2013, 22.40 Uhr:

Salehi kommt nach Wien

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

Nach Berlin nun also wieder einmal Wien: nach seinem unrühmlichen Auftritt bei der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik, der von einer schönen kritischen Intervention begleitet wurde, steht kommenden Mittwoch der nächste Europabesuch des Außenministers des iranischen Regimes an: Ali Akbar Salehi soll in der österreichischen Hauptstadt am 27. und 28. Februar am „Global Forum“ der „UN Alliance of Civilizations“ teilnehmen. Und zwar genau dort, wo  noch vor einem Monat jene europäischen Rechtsradikalen auf ihrem Akademikerball das Tanzbein schwangen, die sich durchaus für den antiwestlichen und antiliberalen Furor der iranischen Ajatollahs und Pasdaran begeistern können: in der Wiener Hofburg. Die angesichts ihres kulturrelativistischen Einschlags ohnehin äußerst frag- und kritikwürdige Veranstaltung, die sich gegen „Polarisierungen“ und „Extremismus“ wenden will, gerät durch die Teilnahme Salehis vollends zu einer Propagandaplattform des radikalen Islamismus.

Mittlerweile sollte sich rumgesprochen haben, dass jeder Auftritt von hochrangigen Vertretern des iranischen Regimes die Sanktionsbemühungen gegenüber den Machthabern in Teheran konterkariert und der Opposition im Iran und im Exil in den Rücken fällt. Jeder Auftritt des iranischen Außenministers nutzt der Legitimation der Politik des iranischen Regimes, die bekanntlich das Organisieren von Konferenzen zur Leugnung des Holocausts und wiederholte Vernichtungsdrohungen gegen den jüdischen Staat beinhaltet. Besonders bemerkenswert ist im aktuellen Fall, dass der iranische Chefdiplomat bei einer Konferenz freundlich empfangen werden und eine Bühne geboten bekommen soll, der es angeblich um den „Schutz religiöser Minderheiten“ geht. Immerhin repräsentiert Salehi ein Regime, das Christen drangsaliert, gegen Juden hetzt und die Bahai massiv diskriminiert und verfolgt.

Nichtsdestotrotz hat das österreichische Außenministerium angekündigt, dass Außenminister Michael Spindelegger am Rande der Konferenz, die u.a. von der seit Jahrzehnten im Iran aktiven OMV und der beim Lobbying für Iran-Geschäfte ausgesprochen engagierten Österreichischen Wirtschaftskammer gesponsert wird, Gespräche mit dem Chefdiplomaten des iranischen Terrorregimes führen wird. Man wolle das nicht an die große Glocke hängen, aber Salehi stünde auf der Liste mit Gesprächspartnern des Außenministers, Vizekanzlers und Bundesvorsitzenden der konservativen ÖVP. Das erklärte der zuständige Sprecher des Außenministeriums, Martin Weiss, auf Nachfrage. Wien setzt damit den Kuschelkurs mit den Mördern der iranischen Opposition fort und verschafft durch den anhaltenden Dialog mit dem Terror-Regime den Teheraner Machthabern eine Legitimation, die es bei der iranischen Bevölkerung schon längst verloren hat.

Das Bündnis STOP THE BOMB hat angekündigt, am Mittwoch, den 27. Februar ab 9:00 Uhr am Heldenplatz vor der Hofburg gegen die Hofierung des Außenministers des iranischen Holocaustleugner-Regimes zu demonstrieren.

21. Februar 2013, 23.49 Uhr:

Ein Brief aus Teheran

von Thomas von der Osten-Sacken

Al Ahram berichtet von einem Brief aus Teheran, der in Ägypten alles andere als gut ankam:

A recent letter from members of Iran’s political leadership to Egyptian President Mohamed Morsi has provoked an angry reaction on the part of certain Egyptian political quarters, including the Muslim Brotherhood group from which Morsi hails.

In a letter to Morsi endorsed by 17 Iranian experts and academics, Iran’s Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei reportedly called on the Egyptian president to adopt Iran’s ‘Guardianship of the Jurist’ political system.

Und wie antwortet die Muslimbruderschaft? Man lese und staune:

Essam El-Erian, prominent member of the Brotherhood’s Freedom and Justice Party, echoed these sentiments.

“Egypt will never be like Iran, Afghanistan or Pakistan,” he said. “Egypt will forever remain free, coherent, independent and tolerant, with its venerable Sunni-Muslim Al-Azhar institution and its independent [Coptic-Orthodox] church.”

Nein, so wird das nichts mit dem Brückenbauen zwischen schiitischen und sunnitischen Islamisten. Wenn der Muslimbruder schon so erbost ist, dass er die Freiheit gegen die Theokratie hochhält ….

20. Februar 2013, 23.33 Uhr:

Die Hisbollah, der Terror und die EU-Liste II

von Thomas von der Osten-Sacken

Während sich die EU äußerst schwer tut, die Hizbollah auf ihre Terrorliste zus etzen, schafft die syrische Opposition Fakten und setzt die libanesische Terrorgruppe auf ihre ganz eigene Liste:

The Syrian opposition fighting to oust President Bashar al-Assad has added another target to its hit list: the Lebanon-based, Iranian-funded Hizbullah terrorist organization.
According to a report published Wednesday in The Washington Post, the Free Syrian Army threatened Tuesday to attack Hizbullah guerrilla fighters not only in Syria, but also on their home territory – Lebanon.

Update vom 21.2:

Sources in the Free Syrian Army, the main armed group fighting to overthrow the regime of Bashar al-Assad, are announcing that its soldiers have bombed two Hezbollah compounds, one in Syria and another in the Lebanese town of Hermel. If confirmed the development may mark a critical turn in Syria’s two-year war, bearing out fears that the increasingly sectarian conflict would spill over across Syria’s borders.

Yesterday FSA Chief of Staff Gen. Salim Idris gave Hezbollah an unprecedented ultimatum: withdraw its forces from Lebanon within 48 hours or face attack.

Turkey’s Anadolu news agency reported that Hezbollah put its forces on high alert in eight villages near the Syrian-Lebanese border, while opposition sources told the Al-Arabiya satellite station that fighting between the FSA and Hezbollah continued today.


Es ist für das iranische Regime schwerer geworden, im Westen Waffen und Militärtechnologie zu erwerben. Unmöglich ist es jedoch offenbar trotz der Sanktionen nicht. Wie Spiegel online berichtet, hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen Deutsch-Iraner erhoben, der Flugmotoren für militärische Drohnen nach Teheran geliefert haben soll. Sein Komplize in Teheran soll diese weiterverkauft haben. Sicher nicht an Privatpersonen, sondern offensichtlich an die iranischen Revolutionsgardisten.

Weiterlesen.

19. Februar 2013, 00.00 Uhr:

Die Hisbollah, der Terror und die EU-Liste

von Thomas von der Osten-Sacken

Der Nationale Sicherheitsberater der Obama Administration  Thomas Donilon findet für die US-Regierung ungewöhnlich scharfe Worte zur Verurteilung der Hizbollah:

Over the last decade, Hezbollah has worked assiduously to obscure its terrorist pedigree and convince the world that it is interested only in politics, providing social welfare services, and defending Lebanon. But it is an illusion to speak of Hezbollah as a responsible political actor. Hezbollah remains a terrorist organization and a destabilizing force across the Middle East.

Since 2011, the group has murdered civilians in Bulgaria, seen its activities disrupted in Cyprus and Thailand, and worked to plot attacks elsewhere. It is helping to prop up the brutal regime of Bashar al-Assad in Syria; and it acts as a proxy for Iran’s Islamic Revolutionary Guards Corps in the region and beyond. In doing so, Hezbollah is putting the well-being of Lebanon and its people at risk.

Und er fordert die Europäer sehr deutlich auf, die Truppe endlich auf die EU-Terrorliste zu setzen:

Europe must now act collectively and respond resolutely to this attack within its borders by adding Hezbollah to the European Union’s terrorist list. That is the next step toward ensuring that Burgas is the last successful Hezbollah operation on European soil.

Und was macht die EU? Glaubt man den Deutschen Wirtschaftsnachrichten, dann wird wieder einmal ….nichts geschehen:

Die EU weigert sich, die islamistische Gruppierung aus dem Libanon auf die Liste der Terror-Organisationen zu setzen. Bulgarien hatte diese nach dem ersten Terror-Angriff des Hisbollah auf israelische Touristen in einem Bus in Burgas am Schwarzen Meer  gefordert. Doch die EU ist der Auffassung, dass ein solcher Angriff nicht reicht, um die Hisbollah auf die Liste zu setzen.

17. Februar 2013, 23.11 Uhr:

Sexuelle Gewalt und Arabischer Frühling

von Thomas von der Osten-Sacken

Raymond Ibrahim, dessen Texte noch immer vom Middle East Forum verbreitet werden, schreibt nun seit zwei Jahren gegen alles an, was mit den Ereignissen des sog. arabischen Frühlings zu tun hat. Der ist ihm nichts als eine von Präsident Obama unterstützte Machtübernahme der Muslimbrüder, die in Ägypten seitden eine Art Talibanstaat errichten. Um diese These zu untermauern verbreitet er gerne Schauergeschichten. So enthüllte er seinen Lesern letztes Jahr, dass in Kairo angeblich die Muslimbrüder Christen kreuzigen würden, weil der Islam es eben so verlange. Entsprechende Bilder kusierten, die darauf abgebildete Barbarei allerdings ereigneten sich 2010 im Libanon, es handelte sich auch keineswegs bei dem barbarischen Akt um eine Kreuzigung.

Heute nun wendet Ibrahim sich dem Thema sexueller Übergriffe in Ägypten zu. Und natürlich ist auch daran der sog. “Arabische Frühling” schuld:

Since the “Arab Spring” came to Egypt and the Muslim Brotherhood assumed power, sexual harassment, abuse, and rape of women has skyrocketed. This graph, which shows an enormous jump in sexual harassment beginning around January 2011, when the Tahrir revolts began, certainly demonstrates as much.

Die zitierte Graphik stammt von HarassMap, einem Projekt, das helfen soll, Übergriffe auf Frauen zu melden, zu dokumentieren und zur Anzeige zu bringen. Richtig, im Januar 2011 meldet die Seite über 100 Übergriffe auf Frauen. Nur, ins Leben gerufen wurde sie erst Ende 2010:

Finally, HarassMap was launched in December 2010. Not as business, and, technically, not as an NGO either, since the site is not registered. As Heba put it, “It’s just a website and a bunch of volunteers”. Some 500 volunteers are involved with the project now, located in every part of Egypt. From Port Said and Alexandria to Upper Egypt, the “Pink Mafia” as Heba calls it with a warm laugh, has sprung its wings.

Wie können die Statistiken von HarrassMap deshalb etwas über den möglichen Anstieg von sexueller Belästigungen und Übergriffen nach Beginn der Massendemonstrationen im Januar 2011 aussagen?

Dieses Zitat dagegen stammt aus dem Jahre 2008:

According to a study released by the Egyptian Center for Women’s Rights (ECWR) in July, 62 percent of Egyptian men admit to sexually harassing women, and 83 percent of Egyptian women reported being harassed. Half say it happens every day. It was the first study of its kind.

“Harassment is a real issue here, and it has gotten worse over the last 10 years,” says Rebecca Chiao, international relations coordinator of the ECWR. “A lot of people say that up until the 1970s there was very little harassment in Egypt, but things are very different now.”

Übelste Anmache, Grabscherei, Belästigungen, Übergriffe und Vergewaltigungen, all das war  auch unter Mubarak gang und gebe und es erscheint deshalb als äußerst fraglich, ob sexuelle Belästigungen und Gewalt gegen Frauen seit dem Januar 2011 wirklich so dramatisch zugenommen haben,  oder ob nicht eher größere Sensibilität gegenüber Praktiken herrscht, die seit Jahrzehnten Frauen das Leben in Ägypten zur Hölle machen.

Raymond Ibrahim dagegen leistet mit schlecht recherchierten und sensationslüsternen Beiträgen seinem Anliegen, dem Kampf gegen Muslimbrüder und Islamismus bestenfalls einen Bärendienst.

Und ohne den sogenannten arabischen Frühling wäre das Thema sexuelle Gewalt in Ägypten so randständig geblieben, wie eben in all den Jahren zuvor, diskutiert  von ein paar Frauenrechtsorganisationen. Nun aber vergeht kein Tag, an dem nicht entweder ägyptische oder sogar internationale Medien darüber berichten.

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