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Kürzliche Beiträge
8. Oktober 2012, 23.38 Uhr:

Muslimbrüder eindämmen

von Thomas von der Osten-Sacken

 

Die “moderaten Alliierten” vom Golf haben Angst vor den Muslimbrüdern, da deren Konzept “islamischer Demokratie", also eines islamischen Staates, dessen Regierung irgendwie gewählt wird und der sich zumindest pro forma, wenn auch in Grenzen, auf Volkssouveränität beruft, die Autokraten und ihren Regierungsstil bedroht:

Gulf Arab countries should work together to stop Islamist group the Muslim Brotherhood plotting to undermine governments in the region, the United Arab Emirates’ foreign minister said on Monday.

The UAE, a major oil exporter and business hub, has arrested around 60 local Islamists this year, accusing them of belonging to the Muslim Brotherhood - which is banned in the country - and conspiring to overthrow the government.

Nun ist der ganze Golf leider eine so triste Region, dass im Vergleich zu dem, was in Saudi Arabien herrscht, noch die Lage im Gazastreifen fast als freiheitlich zu bezeichnen wäre. Und in den Emiraten sieht es nur wenig besser aus.

Jedenfalls soviel zur Geschichte, die Golfstaaten würden begeistert die Muslimbrüder finanzieren. Was auf Qatar zutrifft, ist in Emiraten nämlich keineswegs der Fall und auch Saudi Arabien liebt die Brüder nicht besonders. Mit säkularen Oppositionellen versteht man am Golf umzugehen, vor anderen Islamisten dagegen hat man eine ziemliche Angst.

3. Oktober 2012, 23.53 Uhr:

Keine gute Woche für die Hizbollah

von Thomas von der Osten-Sacken

Bislang war dies keine gute Woche für die Hizbollah.

Erst dies:

Lebanese media reported Tuesday that Ali Hussein Nassif, Hezbollah’s commander in Syria, was killed in a military operation.

Dann das:

Lebanon’s Hezbollah has announced the deaths of three of its fighters in a series of blasts at a weapons-storage depot in the country’s eastern Bekaa Valley.

Und dann beginnen auch noch Proteste beim großen Bruder und Schutzpatron, ausgerechnet im Bazar von Teheran, während sich die alten Genossen in der “Achse des Widerstandes", die Hamas, final von einem abwenden und öffentlichkeitswirksam sich dem Duo Mursi Erdogan anschließen, um für diesen Schritt umgehend vom wankenden Dritten im Bunde, dem Assad Regime scharf angegriffen zu werden.

Dass es bislang im ganzen Syrienkonflikt nur Verlierer gibt ist traurig. Man hätte den mutigen Demonstranten und Aktivisten, die sich gegen das Assad Regime gestellt haben und immer noch stellen etwas ganz anderes gewünscht. Dass die Hizbollah eben auch zu diesen Verlieren zählt, ist dagegen die gute Nachricht in der schlechten.

 

 

 

Der Kleriker Ali Schirasi soll über fünfzig Bücher geschrieben haben und zu den engen Mitarbeitern des iranischen Revolutionsführers Ali Khamenei gehören. Vom religiösen Rang her ist er ein Hojatulislam Walmuslemin und vertritt den „Rahbar, „den Führer“ bei den Quds-Brigaden, die in Syrien helfen den Kampf der Opposition blutig zu zerschlagen.

Die US-Regierung hat die Quds-Brigaden auf die Liste von terroristischen Organisationen gesetzt und die Europäische Union hat im September 2011 gegen sie Sanktionen verhängt. Die EU-Sanktionen wurden wegen der Hilfe, die die „Islamische Republik Iran“ dem Assad-Regime zukommen lässt, verhängt. Das alles stört aber die iranischen Machthaber nicht. Sie geben Milliarden Dollar dafür aus, Assad an der Macht zu halten.

Schirasi sagt, dass für den Iran noch keine Notwendigkeit entstanden sei, in Syrien so wie im Libanon oder in Gaza zu intervenieren. Die syrische Regierung und Armee seien stark genug, um gegen ihre Feinde zu kämpfen.

Schirasi betont, dass der Iran allen Staaten, auch Syrien, die Erfahrungen der Islamischen Revolution zur Verfügung stelle. Er meint, dass die syrische Regierung Probleme bei der Bekämpfung der syrischen „Terroristen“, gemeint ist die syrische Opposition, habe, weil Syrien nicht über solche Volkseinheiten wie die Bassij-Kräfte verfügen würde. Ali Schirasi geht eigentlich davon aus, dass niemand einen Krieg gegen den Iran wagen würde und daher die Wahrscheinlichkeit eines Krieges nur gering sei. Der islamistische Staatskleriker meint aber, dass die israelische Regierung möglicherweise einen Fehler machen könnte, der zum Krieg führen würde. Im Falle eines Krieges würde die muslimische Ummat den Krieg gewinnen, denn die islamische Welt habe erkannt, dass es keinen Sinn mache zwischen Sunniten und Schiiten zu unterscheiden. Dies alles ist zwar nur iranische Staatsideologie und hat wenig mit der gespaltenen Realität in der islamischen Welt zu tun, dennoch zeigen die Worte des iranischen Staatsklerikers wie entschlossen die iranischen Machthaber in den Krieg ziehen könnten.

Schirasi pocht darauf, dass der Iran die sunnitische Welt nie zur Schia bekehren wollte, denn die Sunniten seien auch Muslime. Der Iran habe die Sunniten in Afghanistan und in Irak und auch die Muslimbrüder in Ägypten unterstützt.
Die ägyptischen Muslimbrüder seien iranische Verbündete, wenn sie gegen Israel kämpfen würden. Das Ziel sei, den Kampf gegen Israel und gegen die USA mit allen verbündeten muslimischen Regierungen fortzusetzen.

Ali Schirasi meint, dass der Iran nicht wie die USA militärische Basen in anderen Ländern errichte, sondern beispielsweise in Syrien nur beratend präsent sei. Die iranischen Quds-Einheiten würden Syrien nicht besetzen, sondern die syrische Armee nur beraten.
Ali Schirasi gibt dabei zu, dass der Iran nicht nur in Syrien aktiv sei, sondern auch in den USA einflussreiche Kräfte besitze. Er hat aber nicht verraten, wen er meint.

Genozidaler Antisemitismus: Ali Schirasi betont, dass der Iran jede Kraft unterstützen werde, die irgendwo auf der Welt gegen Israel kämpfen wolle.
Der iranische Staatskleriker sagte: „Wir brauchen einen Vorwand und 24 Stunden Zeit um Israel zu vernichten.“

Die „islamische Republik Iran“ ist bestrebt das technologische Potential zum Bau einer Atombombe zu erlangen.

Der Vorsitzende der Kommission für Außenpolitik und Nationale Sicherheit, Mansour Haqiqatpur , hat indessen die 5+1Gruppe gewarnt. Der Iran würde, falls in Zukunft die Verhandlungen scheitern, die Urananreicherung auf 60 Prozent erhöhen. Ein iranischer General hatte schon vor einigen Monaten bekannt gegeben, dass iranische Kriegsschiffe für ihren Motor hoch angereichertes Uran brauchen. Experten halten dies für eine Ausrede und gehen davon aus, dass der Iran langsam die rote Linie überschreiten, die „Zone der Immunität“ erreichen und in den Besitz einer Atombombe kommen könnte.

Der diplomatische Zug von Ahmadinejad, wieder an den gescheiterten Verhandlungen von Istanbul anzuknüpfen, ist nicht mehr als ein Trick, denn der Iran will sein Urananreicherungsprogramm nicht beenden. Ahamdinejad hat die Bereitschaft gezeigt, dass der Iran 1.200 Kilogramm niedrig angereichertes Uran in die Türkei exportieren würde, ohne sein Anreicherungsprogramm zu beenden. Als Gegenleistung solle der Iran 120 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 20 Prozent für medizinische Zwecke erhalten. Das wäre für den Iran eine doppelte Gewinnsituation. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hätte weder die Kontrolle des iranischen Atomprogramms durchgesetzt, noch das iranische Urananreicherungsprogramm gestoppt. Zumal kein Labor in der Welt Hunderte von Kilogramm angereicherten Urans für medizinische Zwecke einsetzen kann.

Damit geht das Problem des iranischen Atomprogramms in die nächste Eskalationsstufe.

Indessen berichten iranische Exilmedien am 3.10.2012, dass es in Teheran zu Demonstrationen gekommen sei. Die Proteste richten sich gegen die staatliche Wirtschaftspolitik und gegen den Verfall der iranischen Währung. Die iranische Anti-Aufstandspolizei schießt scharf auf die Demonstranten.

Wahied Wahdat-Hagh, Fellow bei der European Foundation for Democracy (EFD).

2. Oktober 2012, 22.39 Uhr:

Einmal wieder in Sorge

von Thomas von der Osten-Sacken

Eine weitere Erinnerung an das syrische Giftgasprogramm:

A Syrian defector, who was formerly involved in Syria’s chemical weapons program, charged that the Assad regime has mulled using chemical weapons against opposition forces and predicted that the regime would not hesitate to do so as a last resort. Major General Adnan Sillu, who defected to the opposition three months ago, also contends that the regime considered transferring the deadly weapons to Hezbollah, the Iranian-backed Lebanese terrorist group which has assisted the regime’s efforts to repress the Syrian opposition. (…)

The German magazine Der Spiegel also reported on Monday that the Syrian Army conducted chemical weapons tests in August at a site near the embattled city of Aleppo. Eyewitnesses claimed that the exercise—which involved firing empty chemical weapons shells from tanks and warplanes—was observed by a delegation of Iranian military officers who were thought to be members of the Islamic Revolutionary Guard Corps.

The commander of the Revolutionary Guards admitted earlier this week that Tehran has deployed members of the elite Quds Force unit to help Syria Assad regime to crush the opposition. Major General Mohammad Ali Jafari said that defending Syria dictatorship is a “point of pride” for Iran.

30. September 2012, 00.13 Uhr:

Türkische Piloten in Syrien exekutiert?

von Thomas von der Osten-Sacken

Sollte es sich bei diesen Dokumenten nicht um irgendwelche Fälschungen handeln, dann dürfte es in diesen Stunden in Ankara im Außenministerium doch ziemlich hektisch hergehen. Und nicht nur dort, denn, wie gesagt, sollte es sich  um authentische Beweise handeln, dann müsste, sollte die Türkei es denn wollen, eigentlich der Nato-Bündnisfall eintreten…, den die Türkei ja schon ausrufen wollte, als das Flugzeug im Juni abgeschossen wurde, dann aber auf Druck der USA nicht tat…

As political tensions mount between neighboring Syria and Turkey, newly-leaked Syrian intelligence documents obtained by Al Arabiya disclose shocking claims shedding light on the dreadful fate of two Turkish Air Force pilots. 

Contrary to what was publically claimed, the documents reveal that the pilots survived the crash, but were later executed by the regime of Syrian President Bashar al-Assad!

Und auch Rußland soll angeblich direkt involviert gewesen sein:

A subsequently leaked file, also sent from the presidential palace and addressed to all heads of units of the Syrian foreign intelligence, reads: “Based on information and guidance from the Russian leadership comes a need to eliminate the two Turkish pilots detained by the Special Operations Unit in a natural way and their bodies need to be returned to the crash site in international waters.”

28. September 2012, 16.41 Uhr:

Die Quellen von Farsnews

von Thomas von der Osten-Sacken

Farsnews meldet:

According to the results of a Gallup poll released Monday, the overwhelming majority of rural white Americans said they would rather vote for Iranian president Mahmoud Ahmadinejad than US President Barack Obama.

“I like him better,” said West Virginia resident Dale Swiderski, who, along with 77 percent of rural Caucasian voters, confirmed he would much rather go to a baseball game or have a drink with Ahmadinejad than spend time with Obama.

“He takes national defense seriously, and he’d never let some gay protesters tell him how to run his country like Obama does.”

Tja, die angebliche Umfrage stammt nur aus einer Meldung von The Onion, einem amerikanischen Satireblatt.

27. September 2012, 17.44 Uhr:

.... hat mit dem Mohammad Film nichts zu tun

von Thomas von der Osten-Sacken

Der neue libysche Präsident erklärt NBC, was schon vorher eigentlich jeder hätte wissen können. Die angeblich wegen “verletzter religiöser” Gefühle, oder was auch immer, so empörte und gewalttätig werdende arabische Strasse in Benghazi war ein lange im Voraus geplanter Coup:

Reaction should have been, if it was genuine, six months earlier. So it was postponed until the 11th of September,” he said. “They chose this date, 11th of September to carry a certain message.”


Magarief said there were no protesters at the site before the attack, which he noted came in two assaults, first with rocket-propelled grenades on the consulate, then with mortars at a safe house.

Magarief told Curry that based on the accuracy of the assault, he believes the attackers must have had training and experience using the weapons.

“It’s a pre-planned act of terrorism,” he said, adding that the anti-Islam film had “nothing to do with this attack.”

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