Schlüppis
Missy-Magazin
Kürzliche Beiträge
27. Juni 2012, 00.12 Uhr:

Weltdrogentag und Antisemitismus im Iran

von Wahied Wahdat-Hagh

Es gibt einen iranisch-islamistischen Rassismus, der sich gegen Juden, Europäer und sogar gegen Afghanen richtet. Dieser Rassismus wird von Ahmadinejad und seinen Anhängern propagiert. Sie argumentieren sowohl nationalistisch als auch islamistisch. Zwar war schon Ayatollah Khomeini in seiner Ideologie des genozidalen Antizionismus antisemitisch, aber bei Ahmadinejad und seinen Anhängern hat der Nationalismus neben Islamismus einen weiteren Schwerpunkt erhalten.

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26. Juni 2012, 17.44 Uhr:

Ein gefälschtes Interview?

von Thomas von der Osten-Sacken

Erstaunen täte einen das keineswegs:

Iran’s state news agency fabricated an interview with Egyptian President-elect Mohammed Morsi, in which Morsi was quoted as calling for closer ties between his country and the Islamic Republic, Morsi’s spokesman said Monday night.

In the Fars article, Morsi was quoted as saying that “creating a strategic balance in the region” based on strong ties between Cairo and Tehran was a top priority for him. Ties between the two countries have been strained for more than 30 years.

The article also quoted Morsi as saying he would “reconsider” the 1979 Camp David accords establishing peace with Israel.

Egypt’s Al-Ahram, citing the official MENA news agency, quoted Morsi’s spokesman as saying that Morsi had not granted an interview to Fars and that everything printed in the article was “without foundation.”

22. Juni 2012, 16.14 Uhr:

Demonstrationen im Sudan

von Thomas von der Osten-Sacken

Letztes Jahr wurden im Sudan Demonstrationen brutal unterdrückt, als, angefeuert von Bildern aus Tunesien, Ägypten und Libyen dort Tausende ihrem Unmut mit dem herrschenden Regime Ausdruck verliehen. Seit fünf Tagen wird wieder demonstriert:

Riot police fired tear gas and civilians armed with machetes and swords attacked protesters during five days of demonstrations sweeping Khartoum demanding ouster of Sudan’s autocratic ruler, a Sudanese opposition leader said Thursday.

Saata Ahmed al-Haj, head of the opposition Sudanese Commission for Defense of Freedoms and Rights, said that hundreds of protesters have been detained over the past five days. He said they were later released but were badly mistreated.

Frauen, die sich nicht „islamisch“ bekleiden, müssen im Iran mit Repressalien der Polizei und der Revolutionsgardisten rechnen. Seit mehr als 30 Jahren findet in der Öffentlichkeit ein alltäglicher Kleinkrieg zwischen Frauen, die sich den Vorschriften des Regimes widersetzen, und den Repressionskräften statt. Immer wieder ordnen die islamistischen Machthaber verschärfte Maßnahmen an, Massenverhaftungen sind die Folge. Derzeit beginnt wieder eine solche Kampagne. Der iranische Polizeichef Ismael Ahmadi Moqadam will mit „moralischem Kapital und der Hilfe von frommen Bürgern“ die Frauen bekämpfen, die sich nicht islamisch kleiden. Er sagte: „Wir dürfen nicht erlauben, dass der Virus von schlecht getragenen Kopftüchern verbreitet wird.“

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20. Juni 2012, 19.21 Uhr:

Wär' doch mal eine Mavi Marmara wert

von Thomas von der Osten-Sacken

Nicht nicht im “Freiluftgefängnis” Gaza herrschen die schlimmsten Lebensbedigungen für Palästinenser, sondern im Libanon:

The living conditions of Palestinians in Lebanon’s camps are the worst in the region, an international NGO working in the West Bank, Gaza, Lebanon and Jordan said on Wednesday.

The Palestinian refugee camps in Lebanon are considered the worst of the region’s refugee camps in terms of poverty, health, education and living conditions,” said the American Near East Refugee Aid (ANERA) in a report released on World Refugee Day.

Lebanon has the highest percentage of Palestinian refugees living in extreme poverty. Two out of three Palestinian refugees subsist on less than $6 a day,” the report said.

More than 450,000 Palestinians are registered in Lebanon with the United Nations Relief and Works Agency for Palestinian refugees, though the actual number is estimated at between 260,000 and 280,000, ANERA said.

Most Palestinians live in the country’s 12 official refugee camps, in squalid conditions.

Palestine refugees in Lebanon do not enjoy several basic human rights, for example, they do not have the right to work in as many as 20 professions,” UNRWA adds, noting that most refugees rely on UN assistance for survival.

Aber auf eine Mavi Marmara (auch wenn die keine humanitäre Hilfe, die den Namen verdient bringen würde) dürften die Palästinenser im Libanon vergeblich warten. Warum? Ganz einfach, weil de Juden nicht für ihre Lage verantwortlich zu machen sind. Und in diesem Fall pflegt sich Palästinasolidarität einen feuchten Kehricht um Palästinenser zu kümmern.

18. Juni 2012, 23.02 Uhr:

Sehr geehrter Günter Grass, sagen Sie doch endlich was!

von Wahied Wahdat-Hagh

Von Ellahe Bograt

Günter Grass, Dichter, Schriftsteller und linker deutscher Intellektueller (links im Sinne der Sozialdemokratie) hat vor nicht allzu langer Zeit ein „Gedicht“ veröffentlicht über die Notwendigkeit der Verhinderung eines militärischen Angriffs Israels auf den Iran unter dem Titel „Was gesagt werde muss“. Er kritisierte zudem den Verkauf von deutschen militärischen U-Booten an Israel.

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18. Juni 2012, 18.42 Uhr:

Der nachhaltige Prinz

von Jörn Schulz

“People in Riyadh are in great joy for Prince Salmans safe return from his medical trip. Our loyal prince Salman is always involved in an unforgettable success story in practically every major area in Riyadh. (…) We have learned so much from our loyal full-time companion and guide, aiding us (…) with his words of wisdom (…) We all testify for his highness that he always raced us to ideas, and to these fields, and that every speech he gave in business gatherings have acted as a key that we have always looked for, and a candle that lights up the way to our next step.”

Solche Ergebenheitsadressen – diese stammt von der Handelskammer Riad – sind in Diktaturen üblich. Verdächtig ähnlich klingt allerdings diese hier: „Der Geehrte, Seine Königliche Hoheit Prinz Salman bin Abdulaziz Al-Saud, ist eines der ranghöchsten und einflussreichsten Mitglieder des saudi-arabischen Königshauses und Gouverneur der Region Riad. Sie wurde durch seine nachhaltige Förderung zu einem eindrucksvollen politischen, wirtschaftlichen, administrativen und vor allem wissenschaftlich-kulturellen Zentrum des Landes. Seine Königliche Hoheit engagiert sich in humanitären, sozialen, medizinischen und auch wissenschaftlichen Belangen, hat viele Stiftungen gegründet und zahlreiche Auszeichnungen erhalten.“

Anders als in Riad muss in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften niemand befürchten, wegen mangelnder Unterwürfigkeit eingesperrt oder ausgepeitscht zu werden. Wenn man Seiner Hoheit, dem allseits geliebten Kronprinzen und nachhaltigen Erleuchter der Wüste, dennoch im Jahr 2010 die erste Kant-Medaille verliehen hat, handelt es sich also um einen Fall von selbstverschuldeter Liebdienerei. Ihm mit dem Kantholz was auf die royale Rübe zu geben, wäre angemessener gewesen. Kurz zuvor hatte der Prinz in einer humanitären Aktion 60000 Bettler inhaftieren lassen, die meisten, unter ihnen Tausende Kinder, wurden deportiert, die anderen kamen in Umerziehungslager ("Rehabilitationszentren").

Salman Abd al-Aziz wurde nun Kronprinz. Ob er lange genug durchhält, um König zu werden, weiß allenfalls sein Kardiologe. Doch man weiß, was er von Reformen hält: “What we won by the sword, we will keep by the sword.” Und weil das Massakrieren mit dem Schwert arg mühselig ist, möchten die Saudis jetzt offenbar statt 200 lieber 600 bis 800 deutsche Panzer kaufen.

 

 

 

 

 

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