Schlüppis
Missy Magazin
Kürzliche Beiträge
22. Januar 2016, 19.46 Uhr:

Hungernde Amerikaner

von Thomas von der Osten-Sacken

Eine amerikanisch-syrische Familie sitzt in Madaya fest und hungert wie alle anderen 42.000 Bewohner auch, von denen die ersten längst gestorben sind. VICE mit ihrer Geschichte:

As the siege began to tighten last October, Tamir sent a message to the US Embassy in Beirut. VICE News obtained a copy of the email from a cousin of Tamir’s, Hussein Assaf. He is a 35-year-old Syrian-American who lives in Philadelphia and has been trying to draw attention to his relatives’ harrowing ordeal.

“We stuck we tried to get out of here but we couldn’t there is no way out, and the life here is impossible there’s no food and no medicine all human needs are unavailable,” Tamir wrote in the email, which was sent on October 17. “We almost died from everything please we need your help as soon as possible.”

He attached his social security number to the message to verify his citizenship.

The US Embassy replied with what appeared to be a form-letter response that was shared with VICE News. “Dear Sir,” it said. “Unfortunately, we are unable to assist you in this issue and you are advised to consider other options. Thank you.”

21. January 2016, 01.44 Uhr:

Ganz moderat

von Thomas von der Osten-Sacken

Der Iran Deal wird die Moderaten stärken?

Iran’s hardliners have had themselves quite an “implementation week.” As the U.S. and Iran ironed out the final details of a prisoner exchange and coordinated the implementation of the complex nuclear deal, the Islamic Republic’s deep state went on a spree.

First they boarded two U.S. Navy boats at gunpoint. Then they tried to detain the mother and wife of one of the hostages they were releasing. Topping that, on Sunday Iran’s hardliners voted to disqualify nearly all of President Hassan Rouhani’s political allies from running in next month’s parliamentary elections.

Quelle

20. January 2016, 21.39 Uhr:

Universalismus und Zivilisation

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Andreas Benl

“Der erste Schritt zur strategischen Umorientierung läge im Abschied vom westlichen Universalismus” - wohlgemerkt, im “Kampf um die Zivilisation". So redet ein “Professor für Politikwissenschaft an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln“. Ein “schönes” Beispiel für den Smokescreen, zu dem der “Kampf gegen den Islamismus” mutiert ist.

Man solle “autoritäre Mächte als das kleinere Übel gegenüber dem neuen Totalitarismus” unterstützen, als ob das nicht die ganze Zeit getan werde. Gemeint sind allerdings weder Saudi-Arabien, noch die Türkei. Dass es um Russland und den Iran gehen muss, traut sich der Stratege nicht zu sagen - man hat eben sein Kreuz damit zu tragen, die Islamische Republik und ihren Schützling Assad als “unversöhnbaren Widerspruch zu den regressiven Zielen des Islamismus” zu verkaufen.

Carl Schmitt ist das noch nicht, eher ein Symptom des forcierten Zerbröselns zivilisatorischer Restposten.

20. January 2016, 10.15 Uhr:

Die staatlichen Förderer der Holocaust-Karikaturen im Iran

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Kazem Moussavi

Der angeblich moderate Hassan Rouhani erweist sich als mindestens ebenso antisemitisch wie sein Vorgänger, der Holocaustleugner Mahmoud Ahmadinejad, der im Jahre 2006 den ersten internationalen Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb in Teheran veranstaltete. Nun soll unter dem Hinrichtungspräsidenten Rouhani in der Stadt Mashad wieder eine Holocaust-Karikaturen-Ausstellung stattfinden (Juli 2016). Parallel dazu ist ein Wettbewerb zu Karikaturen Benjamin Netanjahus vorgesehen.

Es sollen judenfeindliche Darstellungen von Karikaturisten aus 50 Ländern gezeigt werden. Als Extra-Gewinn wurde der exorbitante Preis von 50.000 US-Dollar ausgelobt, die 1., 2., und 3. Platzierten werden mit jeweils 12000, 8000 bzw. 5000$ belohnt. Die prämierten Arbeiten in Mashad sollen später im Teheraner „Museum für palästinensische zeitgenössische Kunst“ gezeigt werden.

Die Auswahl der Karikaturen findet unter der Schirmherrschaft des “Iranischen Hauses der Karikaturen” in Teheran (Seyed Massoud Shojai-Tabatabai) und dem “Sarcheshmeh Cultural Center of Martyrs of the Islamic Revolution” (Hojat-ol-Islam Mohammad Reza Zaeri) statt.

Mehr

17. January 2016, 12.11 Uhr:

Vorgespielte Evakuierung

von Thomas von der Osten-Sacken

Humanitäre Hilfe à la Assad:

Mit Assad verbündete Fernsehstationen aus dem Iran, Russland und dem Libanon berichteten groß über die angebliche „Rettung der Hungernden aus Madaja“, zeigten sie mit Krankenwagen des Roten Kreuzes und Jeeps der Vereinten Nationen. Zeitungen und Fernsehsender rund um die Welt nutzten die Bilder, um über die Evakuierung zu berichten. In zahlreichen Interviews dankten Männer, Frauen und Kinder dem Diktator für seine Hilfe, machten die Rebellen in Madaja für alles Leid, das über sie gekommen sei, verantwortlich.

Direkt nach dem in deutscher und englischer Sprache erschienenen Bericht in BILD zu der gewaltigen Propaganda-Aktion, bezichtigten russische Medien BILD der Lüge. Der BILD-Bericht sei frei erfunden und „urkomisch“, sagte der Syrien-Korrespondent der russischen Staatsmedien „Murad Gazdiev“. (…)
Doch die Fakten sehen anders aus. Am Freitag bestätigten die beiden Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen (UN), das Welternährungsprogramm (WFP) und das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), dass niemand aus Madaja evakuiert worden sei. Auch das Rote Kreuz gab an, dass bislang niemand aus Madaja von Hilfsorganisationen herausgebracht wurde.

„Das Welternährungsprogramm war an keiner Evakuierung von Zivilisten im Rahmen des Konvois vom Montag beteiligt“, sagte Abeer Etefa, leitende Kommunikationsbeamtin der Organisation für den Nahen Osten.

17. January 2016, 11.12 Uhr:

Demonstration in Berlin: 'Wir haben es satt'

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von AbdAlaziz Alhamza

Yesterday was the International Day to Break the Sieges in Syria. Simultaneous protests in different German cities were organized with the Slogan “Wir haben es satt” to express our deep concern about food sovereignty for tens of thousands of Syrian civilians.

We as Syrians in Germany are identifying with the aims of these protest as people suffer extremely from the lack of food sovereignty due to the sieges imposed by the Assad regime and all its allies over many Syrian towns and cities, so we decided to join forces with our friends in the German movements for food sovereignty. It was a core message of the grassroots solidarity and connections between the struggles no matter the differences.

Hundreds of people demonstrated in Berlin and were demanding an end of the sieges and free access for humanitarian assistance to places like Madaya and Moudamiaya.

16. January 2016, 15.01 Uhr:

Brief aus einem türkischen Gefängnis

von Thomas von der Osten-Sacken

Der Herausgeber der türkischen “Cumhuriyet", Can Dündar, sitzt im Gefängnis. Von dort schrieb er einen Gastbeitrag für die “Welt". Und was für die Türkei gilt, gilt genau so für alle anderen Länder in der Region:

Das, was in der Silvesternacht in Köln passiert ist, kam uns Türken wohlbekannt vor. Es war dasselbe, was sich jedes Jahr auf dem größten Platz von Istanbul, dem Taksim-Platz, zuträgt. (…)

In der Türkei kämpfen seit Jahren Frauen und Männer unter Lebensgefahr gegen dieses Weltbild und für ein laizistisches, modernes Leben und eine demokratische Republik. Sie sind davon überzeugt, dass man sich nicht mit den Symptomen, sondern mit den Ursachen auseinandersetzen und eine Politik entwickeln muss, die diese Ursachen bekämpft.

Auf welcher Seite aber stehen die westliche Welt und die Europäische Union und insbesondere Deutschland und Frau Merkel, wenn diese beiden verschiedenen Auffassungen in Istanbul oder in Köln aufeinanderprallen? Wir kennen die Antwort auf diese Frage. Und genau darum lächeln wir bitter, wenn wir von Merkels harter Reaktion auf die Angreifer von Köln hören.

Der Weg in eine Welt, in der nicht die Religion das Leben reglementiert, in der Frauen und Männer in Freiheit zusammenleben, in der Gerechtigkeit, Demokratie und Freiheit die allergrößte Wertschätzung genießen und in der nicht der Krieg, sondern der Frieden gepriesen werden, führt nicht darüber, die Grenzen zu schließen. Er führt über die globale, grenzüberschreitende Solidarität jener, die dieselben Ideale teilen.

Derweil füllen sich die türkischen Gefängnisse mit anderen Kritikern Erdogans.

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