Schlüppis
Neues Deutschland-Banner
Kürzliche Beiträge
11. Juni 2014, 23.32 Uhr:

Ende von Sykes-Picot

von Thomas von der Osten-Sacken

Knapp einhundert Jahre nach Beginn des 1. Weltkrieges schafft ISIS Fakten. Und sie wissen sehr genau, was sie da tun. Sie erklären das Ende der Sykes-Picot Grenze zwischen Irak und Syrien,  die auf dem Geheimabkommen basiert, das die Aufteilung des Nahen Osten unter Briten und Franzosen regelte, ohne dass im Nahen Osten wer auch nur gefragt wurde, ob man so auch aufgeteilt werden wolle.

Gute Bücher gibt es dazu “A Peace to end all Peace” etwa, oder “A Line in the Sand“, in denen man nachlesen, was für fatale Auswirkungen dieses Abkommen hatte. Und lange bestand die Hoffnung, eines Tages könnten diese im Guten übewunden werden.

Für  Antikolonialisten und Antiimperialisten aller Couleur, von Saddam Hussein über Edward Said bis Arundhati Roy galt Sykes Picot zusammen mit der Balfour Deklaration als das Grundübel im Nahen Osten, deren Überwindung endlich die unterdrückten Völker in die Freiheit führen würde.

Nun erledigen die Halsabschneider von Al Qaida den Job. Indem sie grenzüberschreitend ihren Islamischen Staat etablieren.

11. Juni 2014, 18.57 Uhr:

36 Stunden Schweigen

von Thomas von der Osten-Sacken

36 Stunden nachdem die Jihadisten von ISIS Mosul eingenommen und eine Blitzoffensive in anderen Teilen des Irak durchgeführt und hunderte gepanzerte Fahrzeuge sowie Millionen von Dollars erbeutet haben, die irakische Armee sich in Auflösung befindet und Al Qaida nun ein Gebiet kontrolliert, das in etwa der Größe Syriens entspricht, 36 Stunden später hat das deutsche Auswärtige Amt immer noch nichts zu den Vorfällen zu sagen. Soviel zur deutschen Nahostpolitik. (Und, ja der Hinweis ist lahm, aber vor einigen Tagen, als es um einen Kommentar zur  israelischen Ankündigung, den Siedlungsbau fortführen zu wollen,  ging, da waren sie entschieden schneller.)

Die heutige Headline auf der Seite des Ministeriums lautet:

Kurz vor Anpfiff: “Die Fieberkurve steigt”

32 Stunden vor WM-Beginn hat Außenminister Steinmeier die Botschafterinnen und Botschafter der 32 teilnehmenden Fußball-Nationen ins Auswärtige Amt eingeladen. Die gemeinsame Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft war groß - dazu trugen auch die aufwändig gestalteten Schoko-Fußbälle bei, die der Außenminister den Botschaftern überreichte.

Update Sage niemand das deutsche AA reagiere nicht auf Nachfrage. Heute nacht stellte es folgenden Eintrag online und versichert, man werde auf jeden Fall mit den Gesprächspartnern weiter im Gespräch bleiben.

Situation in Irak

FRAGE: Ich wollte die Bundesregierung oder das Auswärtige Amt fragen, ob Sie irgendeine Reaktion auf die Situation im Irak haben.

SCHÄFER (Auswärtiges Amt): Wir verfolgen die Geschehnisse im Irak schon seit geraumer Zeit mit großer Sorge. Die jüngsten Nachrichten über die Einnahme einer ganzen Stadt durch islamistische Extremisten ist eine neue Stufe der Eskalation, die weltweit große Aufmerksamkeit erregt hat, die aber auch in der Bundesregierung auf allergrößte Sorge stößt. Wir verurteilen die terroristischen Anschläge und die Besetzung von Städten und von Teilen von Provinzen im Irak durch terroristische Kräfte auf das Schärfste. Das betrifft die Stadt Mosul, aber auch andere Teile des Irak, in denen die Situation wirklich auf das Äußerste angespannt ist.

Unser Appell gilt allen Akteuren im Irak, und zwar unabhängig von ihrer Glaubensrichtung und insbesondere den politischen Akteuren im Land, den seit inzwischen Monaten schwelenden Machtkampf zu beenden und gemeinsam den Kampf gegen den Terrorismus im Land aufzunehmen. (….)

Wir werden selbstverständlich die Lage im Irak weiter sehr, sehr aufmerksam beobachten und mit unseren Gesprächspartnern im Irak ebenso darüber sprechen wie mit den Partnern, die wir in der Europäischen Union und anderswo haben.

10. Juni 2014, 23.46 Uhr:

'U ar Dick Assad'

von Thomas von der Osten-Sacken

Eine klare Botschaft von Right Said Fred:

10. Juni 2014, 23.08 Uhr:

Don't trust Obama

von Thomas von der Osten-Sacken

Warum auch in Zukunft niemand mehr den USA im Nahen Osten trauen wird und der Flurschaden, den Obama angerichtet hat, noch über Jahrzehnte nachwirken wird, das erklärt Hussain Abdul-Hussain. Zu oft schon haben die Amerikaner Alliierte fallen gelassen, wenn es ihnen gerade in den politischen Kram passte, so nachhaltig allerdings, wie unter Obama hat keine bisherige Administration dies getan - nur um voller Elan seine erklärten Feinde zu umarmen, in diesem Falle den Iran.

Derweil zelebriert ISIS die Einnahme der zweitgrößten irakischen Stadt Mosul, während sich das Weiße Haus besorgt über das Ereignis äußert und einen “holistic approach” anmahnt, ganz so, als habe Guido Westerwelle denen die Presseerklärung geschrieben. (Erinnert sich noch wer, by the way, noch an Obamas vollmunige Erklärungen, er habe Al Qaida besiegt?)

In the Middle East, Washington is not known for standing firmly behind its allies. Even Israel, America’s presumed client state, understood long ago that US foreign policy swings on a pendulum between contradictory positions and that the Jewish state should never put all its eggs in the American basket. Remember that it was the French who gave Israel its nukes, and now it is China that is undermining the Western divest-from-Israel campaign that has repeatedly served as the American lever for Israeli concessions on certain issues. (…)

Dictators like Bashar al-Assad know that America’s foreign policy, especially under Obama, is fickle. Assad was careful to test the waters with his usage of chemical weapons by using small doses at first before going full scale, and the American response was telling. Because Assad knows that the White House is capricious, and that it often gives up on its allies quickly to court its enemies (apparently now including the Taliban), no matter how bloody his campaign against his people becomes, America will come around, if not with this election, then the one after, or even the one after that.

Just as Assad knows that the US will eventually side with him if he prevails militarily, his opponents know that they cannot count on the White House. And as long as the FSA is uncertain of Washington’s next moves, it will never openly defy powerful local groups like Jabhat al-Nusra and ISIS.

America is looking for partners in Syria and beyond. But the lesson the Middle East has learned about America’s short attention span does not bode well.

Next spring, Obama will probably give another foreign policy speech. Who knows which direction the wind will be blowing then. Maybe he will reason that talking to Assad to reach a political solution, like the present talks with Iran, is the best course of action. As long as America’s foreign policy remains tentative, allies and their victories will be as well.

10. Juni 2014, 19.14 Uhr:

Stupid Shit

von Thomas von der Osten-Sacken

Es kam mit Ansage, der Sturm von ISIS auf die zweitgrößte Stadt im Irak, Mosul, die heute morgen mehr oder weniger in die Händer der Jihadisten gefallen ist. Hunderdtausende fliehen in die kurdischen Gebiete, werden sich in Lager drängeln, die jetzt schon hoffnungslos überfüllt sind, die irakische Armee, unter Premier Maliki eher in eine schiitisch dominierte Miliz verwandelt, erweist sich als unfähig zum Kämpfen, ISIS kontrolliert jetzt ein Gebiet, das von den Vororten Bagdads bis zu den Vororten Aleppos reicht.

Dies kommentiert und analysiert Aboud Dandachi auf seinem Blog treffend:

Let’s be clear about the nature of ISIS and the scope of their ambitions. This is an organization dedicated to the establishment of a strict Islamist state wherever God created land on this planet, and by whatever means possible. It is a group whose Iraqi dominated leadership has managed to attract multitudes of foreign born Jihad-wannabes from all over the world. (…)

Under Obama’s watch, ISIS has grown from a group hiding in caves to one that controls major cities and large swathes of territory. Not quite sure how much more stupid “doing” could have been compared to “not doing stupid shit”.

So assuming that one accepts that ISIS is a global problem, and not one that can be contained but needs to be tackled, what should the Obama administration be doing in light of the fall of Iraq’s second largest city to the group, and the threat it continues to pose in Syria and the world at large? (…)

ISIS and its excesses legitimizes Assad among his core supporters. Heck, even I almost fell for it, and you can be sure Assad will milk ISIS for everything they are worth. Syria has proven to be the perfect environment for the group’s resurgence, which looks well-nigh unstoppable.

Actually, it isn’t. If you want a job done right, get people with a proven track record to do it. Since the beginning of 2014, ISIS’ aggressions have served to galvanize Syrian rebel groups against it.

In the space of a few months, ISIS was expelled from Aleppo city and much of the city’s countryside, as well as from Idlib province. ISIS has lost every border crossing it had in the north. (….)

When you have deadly bacteria, you do not hope and pray that it stays within its petri dish. You flood the dish with antibiotics, and the sooner the better. Bacteria is not killed by making eloquent speeches and having Michelle Obama pose in mournful twitter hashtag pics.

The moderate Syrian rebels are the antibiotics to the disease that is ISIS, Hizbollah, Iranian influence and above all else the Assad regime. which would be happy to have the chaos it created exported to the rest of the world. The world is well within its rights to take whatever measures it deems necessary to tackle Assad’s efforts to spread his particular brand of mayhem. (…)

It seems that Iraq has little prospect of taking back Mosul short of a full scale intervention by the USA, something America has neither the military resources or level of commitment within its military that such an intervention requires. If ISIS is allowed to remain in Mosul as it has remained in Raqqa, it does not bode well for the future.

Chaos cannot be contained, oceans and distances no longer afford the protection they once did. Al-Qaeda and ISIS’ resurgence in the world is Obama’s legacy, a legacy he appears to have every intention of shoving off to his successor to deal with.

Obama is a man incapable of taking hard decisions, decisions that may not have perfect outcomes. Almost nothing in politics has a perfect outcome, and the politician who waits for the perfect set of circumstances will be perpetually paralyzed into inaction. “Dont do stupid shit” sure, but better to do shit that’s half stupid than to do nothing and have to clean up a whole lot of shit in Mosul.

10. Juni 2014, 12.52 Uhr:

Den iranischen Antisemitismus ernst nehmen

von Thomas von der Osten-Sacken

Gastbeitrag von Stephan Grigat

 

Der US-amerikanische Historiker Jeffrey Herf, Autor von Nazi Propaganda for the Arab World und Koautor von Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung, hat einen wichtiges Essay zum Antisemitismus des iranischen Regimes und der verfehlten Iran-Politik des Westens geschrieben. Das Bündnis STOP THE BOMB hat eine deutsche Übersetzung angefertigt: „Die Entscheidungsträger sind unwillig, radikalen Judenhass aufrichtig und offen zu erörtern, sofern er sich aus islamistischen Quellen speist… Die Islamische Republik Iran ist nach Hitlerdeutschland das erste Regime, für das der Antisemitismus das zentrale Element seiner Identität bildet.“

6. Juni 2014, 22.52 Uhr:

Sieger in Teheran

von Thomas von der Osten-Sacken

Teheran hat mal wieder eine Wahl gewonnen:

With Syrian President Bashar al-Assad winning a third term in office in an election denounced as a sham by the West, his chief ally, Iran, is trumpeting his victory as its own. Top Iranian officials have been celebrating not only the affirmation of Assad’s continued hold on power, but also the defeat it appears to signal for three years of U.S. policy in Syria, which has as its stated goal Assad’s fall.

Iran vowed early in the conflict that it would not permit Assad to fall, and it has so far delivered on its word, pumping billions of dollars into the Syrian economy and providing weapons and training to loyalist forces. Shiite militias from Iraq, funded and trained by Iran, have provided much-needed manpower, as has the Iran-backed Lebanese Shiite Hizbullah movement, which played a crucial role in turning back Syrian rebel advances over the past year.

Schmeicheln Sie uns!

Falls Sie Ihre Wertschätzung für unsere Website ausdrücken möchten, können Sie dies mithilfe des Mikro-Bezahlsystems Flattr tun. Benutzen Sie einfach den folgenden Button:

Mehr Informationen auf flattr.com

RM16

Werden Sie ein Fan!

Jungle World
auf Facebook

Sie müssen sich nicht für Facebook registrieren, um unsere Seite zu betrachten. Na gut, dann …