Kaffeekollektiv Aroma Zapatista
Kürzliche Beiträge
4. Juni 2011, 16.18 Uhr:

Gesichter und Impressionen aus Benghazi

von Thomas von der Osten-Sacken

Enduring America hat eine Photostrecke von mir aus Benghazi online gestellt:

Alle Bilder ansehen

4. Juni 2011, 14.54 Uhr:

Profanisierter Freitag

von Thomas von der Osten-Sacken

Niveen Wahish schreibt, wie der arabische Frühling die Bedeutung des Freitags verändert hat.

Friday used to be a day when many people would wake up at leisure, lounge around, go to prayers, and then perhaps meet friends and family. In short, Friday was a day off and the best day to drive across town as the traffic, or lack thereof, was also ideal.

Anders ausgedrückt, die Freitage waren dem Privaten und Religiösem vorbehalten. Fand Politik statt, dann bestenfalls in der Moschee. Andere öffentliche Räume, ja die Idee von einer profanisierten politischen öffentlichen Sphäre existierte in dem Sinne gar nicht. Seit Beginn des Jahres hat dies sich radikal geändert. Der Freitag hat sich sozusagen politisiert aber auch profanisiert.

Stepping outside the house on Fridays now, one is likely to ask where demonstrations are taking place, not just in Cairo but throughout the Arab world.

Selbst wenn auf Demonstrationen gebetet wird, wie dies vor allem in Kairo häufiger geschieht, so verwandelt sich der öffentliche Raum nicht etwa in eine sakrale Sphäre, sondern die Betenden erkennen an, dass die nur Teil einer größeren Gruppe sind. Dies könnte ein erster Schritt sein, der die so notwendig anstehende Säkularisierung in der arabischen Welt einleitet.


3. Juni 2011, 13.20 Uhr:

Syrien ohne Internet - und sie demonstrieren weiter

von Thomas von der Osten-Sacken

In Erwartung weiterer Demonstrationen ist heute das Internet in Syrien abgestellt worden. Auch so eine Maßnahme schwankender Despoten in der Region. Mubarak hatte es ja auch versucht. Ohne Erfolg: weil, so berichteten uns ägyptische Aktivisten, sie so von Informationen abgeschnitten waren, strömten sie damals zum Tahrir Platz, wo sich deshalb immer mehr Menschen sammelten. Und am Ende den Platz dann einfach besetzt hielten. Mal sehen, wie die Syrer auf die Entscheidung ihrer Regierung reagieren werden:

A government-sponsored website has confirmed that internet has been disconnected across the country: “The Syrian government has cut off internet service (3G, DSL, Dial-up) all across Syria, including in government institutions.”

Witnesses told Al Jazeera that the cuts have affected Damascus, its suburbs and nearby towns; Latakia; parts of Homs and the surrounding areas; all of Deraa and neighbouring villages; Jebleh on the Syrian coast; and Hassake, the main city in northeast Syria.

Und gerade wird gemeldet, dass in syrien wieder zehntausende von Menschen auf die Straße gehen und erneut mit brachialer Gewalt bekämpft werden:

More than 50,000 Syrian demonstrators on Friday flooded the streets of the central city of Hama, where security forces opened fire in a bid to disperse the anti-regime rally, the Syrian Observatory for Human Rights said. Activists had called for protests over the dozens of children killed in anti-government protests.

Human Rights Watch hat in einem neuen Bericht die Verbrechen syrischer Sicherheitskräfte dokumentiert.

 


2. Juni 2011, 23.51 Uhr:

Wieder ein Massaker? Auch eine Entscheidung? Der Jemen blutet

von Oliver M. Piecha

Sana’a feels like a boiling pot tonight. (Tweed von Iona Craig)

Ali Abdullah Saleh scheint sein Ziel erreicht zu haben: Bürgerkrieg im Jemen. Und dennoch, das könnte eben auch sein sehr schnelles Ende bedeuten - und diesmal ganz ohne eine seiner bizarren theoretischen Rücktrittsankündigungen. Eine solche kommt jetzt interessanterweise auch nicht mehr; der Mann ist zu sehr mit seinem sehr praktischen Überleben beschäftigt, für Geschwalle hat er keine Zeit mehr. Stammesmilizen marschieren auf Sanaa, was genau der von der Regierung abgespaltene Teil der Armee tut (die “erste Division") ist unklar, zu Saleh kehrt sie jedenfalls nicht zurück. Aber das Wichtigste: die Menschen - die nicht deckungsgleich mit den Stammesmilizen sind! - demonstrieren weiter auf dem “Change Square” für einen neuen Jemen.

Die neuesten Meldungen - Donnerstagnacht - sprechen von Maschinengewehrfeuer in Richtung des “Change Square” in Sanaa.

Twitter: Abe_Alansy Abe Alansy
#URGENT: Explosions and clashes next to the Ministry of Oil in Zubairy St. near Sabafon building #Yemen #Sanaa #yf
vor 2 Minuten
»
Abe Alansy
Abe_Alansy Abe Alansy
#URGENT: Gunfire in 60 m St. near the Parliament building now #Sanaa #Yemen #yf
vor 6 Minuten
»
Abe Alansy
Abe_Alansy Abe Alansy
RT @imothanaYemen: PLEASE!! Fight but not the Change square!! It’s the only homeland left for the peaceful protesters in #Sanaa. #Yemen
vor 9 Minuten

Bilder von Morgen des 1. Juni vom Change Square in Sanaa sowie vom Massaker bei der Stürmung des Befreiungsplatzes in Taiz Anfang der Woche:

(via Armies of liberation)

Reports on Thursday said armed tribesmen had left their ancestral home in the city of Amran 28 miles (45km) north-west of Sanaa to support their fellow fighters in the capital.

An advanced guard clashed with government troops in the northern outskirts of the city, tribal leaders said, and witnesses reported that some had broken through, bringing artillery with them.

A statement from the defence ministry claimed that the military had stopped the fighters from entering the city, but an army officer who defected said that fighting was continuing, AFP reports.

Correspondents say the situation in Sanaa now threatens to turn into an all-out battle for power.

Thousands of people have fled the city, while many shops have shut and there are long lines at petrol stations.
(BBC)

2. Juni 2011, 23.30 Uhr:

Seltsame arabische Straße II

von Thomas von der Osten-Sacken

Die libysche Opposition will, sollte sie siegen, Israel diplomatisch anerkennen:

French writer Bernard Henri Levy said he delivered a message on Thursday from Libyan rebel leaders to Israel’s premier saying they would seek diplomatic ties with Israel if they came to power. Levy told AFP he passed on the verbal message from Libya’s National Transitional Council during a 90-minute meeting with Prime Minister Benjamin Netanyahu in Jerusalem. “The main point was that the future Libyan regime would be moderate and anti-terrorist and will be concerned with justice for the Palestinians and security for Israel,” Levy said. “The future regime will maintain normal relations with other democratic countries, including Israel,” he added.

2. Juni 2011, 18.56 Uhr:

“I don’t think this dialogue will take us anywhere”

von Jörn Schulz

Viele Ägypter wollen eine zweite Revolution, und das Militär ist offenbar so besorgt, dass man zum „Dialog“ einlud. Doch „the first meeting of the military council’s dialogue with revolutionary youth coalitions was far from a success”, berichtet Al-Ahram. 35 Oppositionsgruppen boykottierten die Veranstaltung, den Teilnehmern wurden nach einer gründlichen Durchsuchung alle Taschen und Handys abgenommen, dann merkten sie, wie das Militär sich den Dialog vorstellt: „It took a couple of hours until the participants took their seats, wrote down questions and handed them to military personnel in order for the military council members to answer their queries during the last part of the meeting.” Mohktar El-Dardiri resümiert: “I don’t think this dialogue will take us anywhere.”

Weiterlesen.

31. Mai 2011, 22.12 Uhr:

Der Nahostwitz der Woche

von Oliver M. Piecha

Nein, nein, der jemenitische Präsident Saleh hat nicht schon wieder angekündigt, daß er ganz bestimmt demnächst zurücktreten will, aber Baschar Assad hat dafür verkünden lassen… nein, diesmal keine “Reformen", aber so ähnlich:

Syrian President Bashar al-Assad has issued a decree granting a general amnesty, state media say. […] Late on Tuesday, state TV repeatedly flashed an “urgent” caption announcing the amnesty.
“President Assad grants a general pardon for the crimes committed before 31 May,” it said.
“The pardon includes all those who belong to political movements, including the Muslim Brotherhood.”
(BBC)

Praktisch sieht das dann so aus, wenn der große Führer seinen Folteropfern und unzufriedenen Untertanen vergibt:

Schmeicheln Sie uns!

Falls Sie Ihre Wertschätzung für unsere Website ausdrücken möchten, können Sie dies mithilfe des Mikro-Bezahlsystems Flattr tun. Benutzen Sie einfach den folgenden Button:

Mehr Informationen auf flattr.com

Werden Sie ein Fan!

Jungle World
auf Facebook

Sie müssen sich nicht für Facebook registrieren, um unsere Seite zu betrachten. Na gut, dann …

Folgen Sie uns!

Jungle World
auf Twitter

Was die anderen sagen:
Tweets über die »Jungle World«

puerschelbaer: RT @Elquee: "Feuerbach aufgewacht"- über das Pferdehof-Spiel :) Elke Wittich: Das Medium http://t.co/IPLMPbjkwP @jungle_world

Telegehirn: RT @dROMaBlog: In Linz wurde eine Ausstellung über Antiziganismus als rassistisch eingestuft u.v.der Polizei entfernt @Jungle_World: http:/…

Elquee: RT @dROMaBlog: In Linz wurde eine Ausstellung über Antiziganismus als rassistisch eingestuft u.v.der Polizei entfernt @Jungle_World: http:/…

Emilio_Blog: RT @Jungle_World: Eine negative Einführung in die Wagnersche Krisenbewältigung. Gerhard Scheit: Wagner und Marx http://t.co/rJV1wm8WKv

Kyra2001: RT @Elquee: "Feuerbach aufgewacht"- über das Pferdehof-Spiel :) Elke Wittich: Das Medium http://t.co/IPLMPbjkwP @jungle_world