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Kürzliche Beiträge
5. September 2012, 21.46 Uhr:

Antiimperialisten?

von Thomas von der Osten-Sacken

Den linken Unterstuetzern von Judith Butler erklaert hier jemand ganz geduldig, warum es sich bei Hamas und Hizbollah keieswegs auch nur “deskriptiv” um antiimperialistische Kraefte handelt, sondern eher um das Gegenteil. 

Vermutlich eine verlorene Liebesmueh:

In fact, in deed, action and mantra, Hamas and Hezbollah represent the embodiment of imperialist behavior. Hezbollah militarily occupies large swathes of Southern Lebanon, as a well-documented proxy of a foreign power, Iran. Hamas occupies Gaza which it seized in a military coup, and exercises totalitarian control over its inhabitants.
Both organizations are constitutionally mandated to extend their imperialist ambitions over the neighboring sovereign state of Israel.

2. September 2012, 14.27 Uhr:

Bahrain? Syrien? Falschuebersetzungen in Teheran

von Thomas von der Osten-Sacken

Uebersetzungen und Faelschungen wollen beide gekonnt gekonnt sein. Diese war es nicht:

Bahrain has criticized Iranian officials over a mistranslation of a speech by Egyptian President Mohamed Morsy, which replaced the word “Syria” with “Bahrain” when he listed Arab states that had experienced revolts since last year.

The reference was diplomatically sensitive because Iran, a Shi’ite Muslim power and an ally of the Syrian government, has expressed sympathy with a Shi’ite-led democratic protest movement in Bahrain against the ruling Al Khalifa family. The Khalifas, backed by Washington, are Sunni Muslim. (…)

Morsy perturbed his hosts in his speech by describing the government of Syria as “a regime that has lost its legitimacy” and calling for its ouster. His words prompted Syrian delegates to leave the hall.

Egyptian newspapers said Morsy was also misquoted as hoping for the “continuation of the Syrian regime".

Some Iranians complained online about the Bahrain mistranslation, which was an embarrassment for Tehran as it sought to make diplomatic capital from hosting the summit last week.

“With that intentional translation by Iran’s state television, a great insult was delivered to its viewers,” a reader who gave his name as Ahmadi wrote on the website of the Asr-e Iran newspaper, which published a correct translation of the speech.

1. September 2012, 19.40 Uhr:

Wird die Muslimbruderschaft verboten?

von Thomas von der Osten-Sacken

Al Ahram meldet aus Kairo:

Cairo’s High Administrative Court will on Saturday continue hearing a lawsuit calling for the dissolution of the Muslim Brotherhood.

The court postponed hearings on 19 June after further plaintiffs joined the lawsuit against the Islamist organisation. 

 The lawsuit was initally filed by Shehata Ahmed Shehata, who claims that the Muslim Brotherhood has unlawfully been carrying out both political and social activities for the last 80 years, despite being officially banned as a political organisation since 1954.
 
Shehata also accused the Brotherhood of failing to abide by a 2002 law governing the functions of non-governmental organisations, which prohibits such groups operating as religious-based political parties.  The penalty for a group failing to abide by the law, according to Shehata, is its dissolution.
 
Shehata is also calling for the closure of the Brotherhood’s headquarters and the freezing of its bank accounts.
29. August 2012, 19.00 Uhr:

Ein Barometer für Freiheit und Gleichheit in Ägypten

von Wahied Wahdat-Hagh

Kann die Diskriminierung und Verfolgung der Bahai als Barometer für die Freiheit einer islamischen Gesellschaft wie Ägypten dienen? Diese Frage muss mit ja beantwortet werden.

Als Anfang August 2012 die US-Außenministerin Hillary Clinton die Menschenrechtsverletzungen von religiösen Minderheiten in Ägypten ansprach, wurde ihr prompt von Mahmoud Ghozlan, Sprecher der ägyptischen Muslimbrüder, widersprochen. Dieser warf Clinton vor, die Unwahrheit zu sagen und behauptete ernsthaft: “Nicht-Muslime bekommen in Ägypten dieselben Rechte wie die Muslime.”

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24. August 2012, 21.09 Uhr:

Libanon: der Abgrund öffnet sich weiter

von Oliver M. Piecha

Die Schießerei zwischen zwei Stadtvierteln im nordlibanesischen Tripoli - der zweitgrößten Stadt des Landes -  ist notorisch;  das eine Viertel ist sunnitisch - wie Tripolis überhaupt -, in dem höher gelegenen Viertel wohnen Alawiten. Dazwischen verläuft als “Frontlinie” die “Syria Street". Mehr Symbolik geht kaum mehr. Unten haßt man Assad, der Alawit ist,  oben hängen die Straßen voller  Poster mit seinem Konterfei.

Es gehört zu den Absonderlichkeiten des Libanon, dass zwischen den beiden Vierteln immer mal wieder ein bißchen Bürgerkrieg aufflammt, heftiger wurden diese periodischen Auseinandersetzungen seit letztem Sommer im Zuge der syrischen Krise.  Es gab immer wieder Tote, bis jeweils die libanesische Armee dazwischen ging, das letzte Mal in größerem Maßstab im Mai.

Tripoli ist so etwas wie die politische Hauptstadt der Sunniten im Libanon; pikanterweise ist es zudem die Heimatbasis des libanesischen Premierministers Mikati, der ja einer von der Hisbollah -  also Schiiten - gestützten Regierungskoalition vorsteht. Das Amt des Premiers muß per Verfassung an einen Sunniten gehen, und die Rolle Mikatis als Mann Syriens und der Hisbollah - der gleichzeitig natürlich seine sunnitische Klientel nicht vergessen darf -  ist libanesische Politmelange allerhöchster Kunst. (Nur ein Beispiel für die perfide Komplexität, die die Verhältnisse des Libanon bisher austariert hat:  So gibt es hier eine interessante Antwort darauf, wer die plötzliche massenhafte Kleinbewaffnung  sunnitischer Kämpfer seit dem Frühsommer finanziert haben könnte: nun, eben, Mikati. Man könnte naiv einwenden, das wäre doch gegen die Stabilität der Regierung gerichtet, deren Chef er ist! Aber das ist eben libanesische Innenpolitik für Fortgeschrittene.)

Die grauenhaft offene Frage ist jedenfalls jetzt: Wird es wieder und noch einmal gelingen, die Schießereien zwischen den beiden Stadtvierteln zu ersticken? Man kann davon ausgehen, dass das eigentlich alle libanesischen Parteiungen durchaus wollen. Tritt also jemand gerade noch die Zündschnur aus? Alle trampeln hektisch herum. Nur die Geiselkrise rund um den schiitischen Meqdad-Clan mag das entscheidende Zuviel gewesen sein (auch das  geht  weiter).

Es sieht jedenfalls nicht gut aus:

Daily Star: Masked gunmen were seen burning a number of shops around Tripoli as plumes of smoke disfigured the skyline of Lebanon’s second largest city.

Residents hid in their homes fearing for their lives and leaving the city streets deserted as the heavy sound of gunfire and bombardment intensified, dimming hopes of a soon end to the violence.

The collapse of the ceasefire came hours after Prime Minister Najib Mikati said that the Lebanese Army had been given the “green light” to restore order to Tripoli after four days of clashes left at least 16 dead and over 120 wounded, including 11 soldiers.

24. August 2012, 15.22 Uhr:

Kaderschmiede der Diktatur

von Wahied Wahdat-Hagh

„Universität der Religionen und der spirituellen Pfade“ – der Name der nach ihrer englischsprachigen Bezeichnung URD abgekürzten iranischen Hochschule klingt harmlos. Doch kann es in einer islamistischen Diktatur freie Forschung und offenen Meinungsaustausch über religiöse Fragen geben? Die Potsdamer Universität kooperiert mit der URD, und im heutigen Tagesspiegel lesen wir, dass der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) sich hinter diese Kooperation der iranischen “Religionshochschule” gestellt hat, in der Hoffnung, dass intellektueller Austausch “als Mittel gegen starre Ideologien wirken” kann.

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22. August 2012, 16.52 Uhr:

Religiös zwingende und tausend Jahre alte Gebote

von Thomas von der Osten-Sacken

Religiös zwingende Gebote gibt es viele. Das Heiratsalter von Mädchen ist eines davon, schließlich soll der aufrechte Muslim dem Propheten nacheifern und der heiratete Aisha bekanntlich, als diese im zarten Alter von neun Jahren war. Ein Brauch, der immerhin auch schon 1500 Jahre alt ist. Und wir haben ja gelernt, dass Traditionen, die religiös legitimiert und auf ein hehres Alter zurückblicken, in hohem Maße respektabel sind. Konsequent also nur, wenn der Iran jetzt auch diesem Gebot folgt, nachdem kürzlich erst bekannt wurde, dass Frauen fortan aus den Studiengängen ausgeschlossen werden:

Wie im Mai bereits der Großmufti von Saudi-Arabien erklärte, sollen laut islamischen Recht Kinderehen nach dem Vorbild Mohammeds möglich sein und bleiben. Mohammed war 52, während er die Ehe mit der neunjährigen Aisha vollzog. Da Mohammeds Lebensweise oft als vorbildich und nachahmenswert für alle Muslime gepriesen wird, sind derlei problematische Traditionen, die sich auf sein Leben stützen bisher nur schwer zu bekämpfen.

Nun will auch Iran nachziehen und die Ehe für Mädchen unter 10 Jahren legalisieren. Der iranische Parlamentarier Mohammad Ali Isfenani nennt das Alter für das Erreichen der Pubertät für Mädchen mit neun Jahren, davon abzuweichen wäre eine Schwächung der Scharia-Gesetzgebung. Vor der islamischen Revolution waren Ehen unter 16 Jahren nicht möglich. Die Mullahs sind seit ihrer Machtergreifung bemüht jegliches Gesetz an die Scharia anzugleichen und die Gesellschaft islamkonform zu gestalten.


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