von Jörn Schulz
Viel wird derzeit debattiert über die Verpflichtungen des Staates, der die Olympischen Spiele veranstaltet. Sollten nicht auch die teilnehmenden Staaten einige Regeln einhalten müssen, und sei es nur, nicht allzu offen gegen die Bestimmungen der Olympischen Charta zu verstoßen? Die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ist „unvereinbar mit der Zugehörigkeit zur Olympischen Bewegung“, doch auch in diesem Jahr wird Saudi-Arabien keiner Frau gestatten, an den Spielen teilzunehmen. Im öffentlichen Raum Sport treiben zu dürfen, gehört zu den Hauptforderungen saudischer Frauenrechtlerinnen. Manche, wie die Basketballerinnen von Jeddah United, warten nicht auf eine offizielle Genehmigung.
Die saudische Strenge wird mittlerweile sogar von Islamisten kritisiert. In dem der Muslimbruderschaft nahe stehenden Forum Islam Online wird der Frauensport als zulässig bezeichnet, allerdings nur in „islamischer“ Kleidung und getrennt von den Männern. Der Prophet Mohammed lief übrigens manchmal mit seiner Ehefrau Aisha um die Wette. Zuschauen durfte allerdings niemand.
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